Artikel aus Nah dran 2/10
Tour gegen Armut

- Viele Schulklassen beteiligten sich an der Tour.
Von 16. bis 22. Mai rief die Caritas in OÖ zur Tour "Zu Fuß gegen Armut" auf. Sieben Tage lang wanderten mehr als 600 Menschen quer durch Oberösterreich. Ihr Ziel: Ein Zeichen für eine gerechtere Welt und gegen weltweite Armut zu setzen.
Viel Zuspruch von allen Seiten fanden die Wanderer, die eine Woche lang von Grein bis Vöcklabruck gingen. "Einmal kam uns ein Radfahrer entgegen und rief ‚Super, dass ihr die Aktion macht’. Wir wurden auch öfter gefragt, ob wir der Armutsmarsch sind", erzählt Franz Xaver Mayr von der Caritasstelle "Beratung und Hilfe" in Linz. "Das zeigt, dass wir einen starken Wiedererkennungswert hatten und die Leute bewegen konnten."
Trotz oftmals kaltem Wetter wanderten jeden Tag viele mit, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen - von SchülerInnen bis hin zum ältesten Teilnehmer, der mit 76 Jahren eine der längsten Strecken mitging. "Wir haben derzeit auch keine Schönwetterlage in unserer Gesellschaft. Daher ist es umso wichtiger, dass wir gemeinsam deutlich für ein Miteinander und gegen soziale Ausgrenzung eintreten", betonte Caritas-Direktor Mathias Mühlberger.
Engagiert durch alle Altersgruppen

- Am Dienstag ging es von St. Georgen nach Linz.
Nicht nur während der Tour befassten sich die Wanderer eingehend mit dem Thema Armut. Besonders motiviert waren die SchülerInnen vom BORG in Perg, dem Europagymnasium Baumgartenberg, der Europaschule Linz und der Hauptschule St. Georgen, die in großer Zahl mitgingen und das Thema auch im Vorfeld in Workshops mit youngCaritas.at bearbeiteten. "Wir haben gemeinsam beschlossen, dass die Tour für uns kein Wandertag ist, sondern wirklich etwas, das wir zur Bekämpfung von Armut machen wollen. Es findet auch gerade eine Kleidersammlung für Weißrussland in der Schule statt", berichtete Elisabeth Geissler, Lehrerin an der HS St. Georgen.
Einig war man sich, dass nur gemeinsam eine Verbesserung für Gruppen am Rand der Gesellschaft erwirkt werden könne. "Wenn es die Armut nur auch so davonwehen würde", drückte eine Teilnehmerin angesichts der Witterung den Wunsch aus. Dass es jedoch eine Zusammenarbeit aller benötigt, zeigte nicht nur das gemeinsame Wandern. Auch die Veranstaltungen, die auf den weiteren Etappen statt fanden, machten verschiedene Aspekte der Armut sichtbar und forderten zum gemeinsamen Handeln auf.
Vielfältige Veranstaltungen

- Im Linz fand ein Armutsmarsch über die Landstraße statt, gefolgt von eine Lesung mit Schauspieler August Schmölzer.
In Linz las Schauspieler August Schmölzer am Domplatz "Armutszeugnisse". In diesen berichteten Betroffene über ihren Alltag und die soziale Ausgrenzung, mit der sie leben müssen. "Die Welt braucht Menschen, die sich die Hand reichen und sich auf gleicher Augenhöhe begegnen", so Schmölzer. "Wir alle haben die Pflicht uns für eine gerechtere Verteilung einzusetzen."
Am Tag darauf ermöglichte Univ.Prof.in Dr.in Helga Kromp-Kolb in ihrem Vortrag über den Klimawandel einen Blick in die Zukunft. Eine Erwärmung von zwei Grad Celsius sei nicht mehr aufzuhalten, was 200 Millionen Klimaflüchtlinge bis 2050 zur Folge hätte. Eine Lösungsmöglichkeit sei nur eine drastische Reduzierung des CO2-Verbrauchs, der in Österreich bei elf Tonnen pro Person pro Jahr liegt. Nur durch eine Verringerung auf eine Tonne pro Person könne eine Erwärmung über zwei Grad Celsius hinaus verhindert werden.
Die Tour "Zu Fuß gegen Armut" stand ganz im Zeichen dieses Umdenkens. "Mit dem Gehen soll verdeutlicht werden, dass es eine Verlangsamung und ein Innehalten in unserer Gesellschaft braucht", so Mathias Mühlberger. Nur durch einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt sowie solidarischem Handeln werden wir eine Zukunft mit Lebensqualität gestalten können - für uns und für andere."
Musikalischer Abschluss

- Alle Wanderer bestätigten, wie positiv sie die Tour empfanden.
Die letzte Etappe der Tour führte am 22 Mai von Lambach nach Vöcklabruck. Dort überreichte Caritas-Direktor Mathias Mühlberger im Stadtsaal LH Dr. Josef Pühringer und LH.-Stv. Josef Ackerl die Armutszeugnisse. "Ziel muss sein, dass Menschen ihr Leben wieder aus eigener Kraft gestalten können", so Mühlberger bei der Abschlussveranstaltung. Er forderte einmal mehr eine Bedarfsorientierte Mindestsicherung, die 14-mal im Jahr ausbezahlt werden müsse, die Beibehaltung der Wohnbeihilfe sowie eine Neudefinition des Sozialen Wohnbaus. "Es werden trotz Sparmaßnahmen keine Sozial- und Bildungsleistungen in Oberösterreich gekürzt", sicherte Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer zu.
Musikalisch wurde die Aktionswoche gegen Armut und soziale Ausgrenzung schließlich mit einem Benefizkonzert für Menschen in Not verabschiedet. Für Begeisterung sorgte die Band "Kohelet3", die mit ihrem vielfältigen Programm den Stadtsaal in Vöcklabruck füllte.
Fazit

- Rund 140 Kilometer wurden als Zeichen gegen die Armut gegangen.
Viele sportlich und solidarisch Bewegte waren in dieser Woche unterwegs, um einige Schritte in die richtige Richtung zu machen. Deutlich ist jedoch, dass es die Mithilfe aller braucht, eine Veränderung herbeizuführen, denn wie ein afrikanisches Sprichwort sagt: "Wenn viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun, verändert sich das Antlitz der Welt."
Die Caritas in Oberösterreich bedankt sich sehr herzlich bei den UnterstützerInnen der Tour "Zu Fuß gegen Armut" :
ORF Landesstudio Oberösterreich
Firma Backaldrin, Asten
WDL GmbH der Energie-AG Oberösterreich
Klimabündnis OÖ
OÖ. Tourismus


