Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Seniorenwohnhäuser erproben Virtual Reality für Demenzkranke

07.12.17

Foto: Hartmann/Netural

In einem Forschungsprojekt testet die Linzer Firma Netural derzeit in drei Caritas-Seniorenwohnhäusern, wie Virtual Reality bei Demenz helfen könnte, die Erinnerungen wach zu halten.

Wider dem Vergessen: Das Forschungsteam bestehend aus Caritas für Betreuung und Pflege, Fachhochschule Oberösterreich und Netural geht mit dem Projekt „VR4Therapy“  seit Oktober dieses Jahres der Frage nach, welche Rolle Virtual Reality-Anwendungen für die Erinnerungspflege von Menschen mit Demenz einnehmen können. „Bislang nutzten Pflege- und Betreuungskräfte Familien-Fotoalben, alte Zeitungsausschnitte und von den Angehörigen beigestellte Erinnerungsstücke, um Menschen mit Demenz eine Brücke in ihre Vergangenheit zu bauen“, schildert Projektleiter Robert Hartmann von Netural die Praxis. „Mit Virtual Reality als Basistechnologie könnten sich nun noch weitere Möglichkeiten auftun.“
 
In eine virtuelle Welt einzutauchen, gilt als besonders realitätsnah, weil viele Sinne angesprochen werden. Dieser Umstand sollte auch für die Erinnerungspflege von Menschen mit Demenz genutzt werden. Die eigene Lebensgeschichte eines Menschen liefert dabei ebenso Ausgangspunkte für Gespräche und Aktivitäten, wie sorgfältig ausgewählte alltags- und ereignisbezogene Bild- und Ton-Aufnahmen vergangener Zeiten.
 
Der erste Schritt des Projekts ist nun, Material aus den 1930er- bis 60er Jahren für die Arbeit mit an Demenz erkrankten Menschen für die VR-Technologie aufzubereiten. Im nächsten Schritt wird überlegt, welche Geräte – z.B. Virtual Reality Brillen – eingesetzt und wie diese optimal in Therapien angewendet werden können. Getestet wird dies in den Caritas-Seniorenwohnhäusern Karl Borromäus und St. Anna in Linz sowie im Caritas-Seniorenwohnhaus Schloss Hall in Bad Hall.
 
Eine Förderung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft ermöglicht das Vorhaben. Zeigen sich nach dem ersten Jahr positive Erkenntnisse, soll das Projekt ausgeweitet werden.