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Gemeinsam gegen Armut und soziale Ausgrenzung - 12.01.10

Mit dem Jahreswechsel kündigte sich 2010 das Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung an. Vermehrter Arbeitsplatzverlust bedingt durch die Wirtschaftskrise ist nur ein Grund, wodurch die Armut in Europa drastisch gestiegen ist.

Im Vorjahr lebten 32 Millionen EU-BürgerInnen (6,5% der Bevölkerung) in manifester Armut. 84 Millionen (17%) sind armutsgefährdet. Nur durch die Hilfe von Sozialleistungen werden viele über der Armutsschwelle gehalten - denn sonst würde jeder Dritte in den EU-Staaten in Armut leben. Die Caritas ruft zum gemeinsamen Einsatz für eine armutsfreie Zukunft auf.

Armut ist vielfältig, denn sie bedeutet nicht nur materielle Not. Betroffene leiden vor allem auch an sozialer Ausgrenzung und mangelnder Gesundheit. Sie halten seltener Kontakte im sozialen Netzwerk, vertrauen weniger auf die Belastbarkeit von sozialen Beziehungen und weisen vermehrt chronische Krankheiten auf.

Auch Kinder sind Opfer der Armut. Jedes fünfte EU-Kind ist betroffen. In Österreich leben 100.000 Kinder in akuter Armut, 258.000 sind armutsgefährdet. Da sich ihre körperlichen, geistigen und emotionalen Fähigkeiten noch entwickeln, leiden sie besonders unter der sozialen Ausgrenzung. Die Armut der Eltern beeinflusst auch den Bildungsweg der Kinder - eine gesellschaftliche Abwärtsspirale. Kinder von AlleinerzieherInnen sitzen oft krank in der Schule, da die Elternteile um ihren Arbeitsplatz fürchten, und weisen Entwicklungsrückstände und Sprachstörungen auf. Ein-Eltern-Haushalte tragen in Österreich das höchste Armutsrisiko (32%), gefolgt von Langzeitarbeitslosen, MigrantInnen und PensionistInnen.

Um aktiv gegen die Armut ein Zeichen zu setzen und Verbesserung zu schaffen, bittet die Caritas mit der Kampagne "Zero Poverty" um gemeinsames Engagement in Europa und weltweit für Menschen in Not. Unsere Vision ist: Zero Poverty - Null Armut. Niemand soll aufgrund ungerechter Zustände in Armut leben müssen. Daher erarbeitete die Caritas Europa eine Petition, die von möglichst vielen EU-BürgerInnen unterschrieben und in EU-Institutionen sowie dem Parlament vorgelegt werden soll. Die Petition umschließt folgende Punkte:

- Halbierung der Kinderarmut bis 2015.
Jedem Kind müssen staatliche Zahlungen gewährleistet werden, ungeachtet des Status seiner Eltern.
- Sicherung eines Mindeststandards an sozialer Sicherung durch ausreichende Renten, Hilfen für kranke Menschen und ein angemessenes Mindesteinkommen.
- Bereitstellung von mehr sozialen und gesundheitsbezogenen Dienstleistungen.
- Sicherung von Arbeitsplätzen und eine Reduzierung der Arbeitslosigkeit auf unter fünf Prozent bis 2015 durch Gewährleistung des gleichen Zugangs zu Berufsausbildung und lebenslangem Lernen.
- Halbierung der weltweiten Armut und des Hungers bis 2015.
 
Zur aktiven Mitarbeit will auch das Jahresthema der Caritas in Oberösterreich anregen. Unter dem Leitsatz "Gemeinsam gegen die Armut" werden 2010 in unserem Bundesland verschiedene Aktivitäten stattfinden und weitere Schritte auf dem langfristigen Weg hin zu einer Zukunft ohne Armut gesetzt. Denn nur eine Gesellschaft, die gute Teilhabechancen für alle ermöglicht, ist eine lebenswertere Gesellschaft für alle - auch für Wohlhabende. JedeR von uns kann mithelfen, die Vision Zero Poverty ein Stück mehr Realität werden zu lassen.

Mehr Infos unter: www.zeropoverty.org.

 

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