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SELBST wahrnehmen - entfalten - stärken - 15.02.10
v.l.: Caritasdirektor Mathias Mühlberger, Geschäfsführerin der Caritas für Kinder und Jugendliche Mag. Renate Krenn, Hauptvortragender Dr. Eckhard Schiffer und Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz.
"In unserer schnelllebigen und leistungsorientierten Arbeitswelt und Gesellschaft, in der alles besser, höher und schneller werden muss, gehört Stress zum Alltag vieler Menschen. Immer mehr am Limit, vergessen wir dabei oft auf uns selbst. Daher ist es uns wichtig, dass unsere MitarbeiterInnen für sich selbst Oasen finden, um Inne zu halten, Kraft zu schöpfen und Engergie zu tanken", so Mag.a Renate Krenn, Geschäftsführerin der Caritas für Kinder und Jugendliche anlässlich der Fachtagung "SELBST wahrnehmen - entfalten - stärken".
Rund 1000 KindergartenpädagogInnen nahmen von 15. bis 17. Februar 2010 an der, von der Caritas für Kinder und Jugendliche organisierten, Fortbildung teil. Namhafte ReferentInnen aus dem In- und Ausland widmeten sich in Vorträgen und Workshops dem Thema Selbswahrnehmung. In der Weiterbildung der KindergartenpädagogInnen geht es der Caritas darum, die MitarbeiterInnen für ihren Alltag zu stärken - denn nur so können sie die Kinder optimal in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern.
Einer der Hauptreferenten der Fachtagung war Dr. Eckhard Schiffer, bis Februar 2009 Chefarzt der Abteilung für Psychosomatische Medizin im familientherapeutischen Zentrum des Christlichen Krankenhauses in Quakenbrück (Dtld.) und derzeit ambulant am Medizinischen Versorgungszentrum Löningen diagnostisch und therapeutisch tätig.
Warum Tausendfüßler keine Vorschriften brauchen
In seinem Vortrag "Warum Tausendfüßler keine Vorschriften brauchen" betonte Schiffer immer wieder die Wichtigkeit des Spielens in der Begegnung mit Kindern. "Aus unserer stationären Arbeit mit Eltern und Kindern wissen wir, wie wichtig beziehungsorientierte Lernprozesse für das Lernen selbst und wie hilfreich für die Entfaltung der Persönlichkeit spielerisch-schöpferische Intermediärräume sind", erklärt Schiffer. "Es sind eben die Freiräume, in denen sich die Spielregeln im Sinne eines Fairplay entwickeln." Werde aber diese schöpferische Entfaltung durch das Befolgen von Regeln und Vorschriften abgewürgt, führe dies auf Dauer bei allen Beteiligten zur Frust Verdrossenheit und Krankheit, ist Schiffer überzeugt: "Durch die zunehmende Konkurrenzsituation an den Schulen, die nicht zuletzt von den PISA-Tests erzeugt wird, entwickeln die SchülerInnen eine immer größer werdende Aggression - von Amokläufen ganz zu schweigen."
In der täglichen Arbeit der KindergartenpädagogInnen hält es Schiffer für überaus wichtig, dass die Zahl der zu betreuenden Kinder nicht zu groß wird: "Sie müssen die Kinder aus ihrer Intuition wahrnehmen. Die KindergartenpädagogInnen sind die wahren Gralshüter der schöpferischen Entfaltung und können in ihrer Begegnung mit den Kindern vieles bewirken und befreien."
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