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Pressekonferenz zur Augustsammlung 2010 - 29.06.10

Von links hinten: DI Dr. Hubert Fachberger (hlfs-Direktor), Landesrat Dr. Josef Stockinger, Rose Makelele-Tsangala (Caritas Kongo), Carits-Direktor Mathias Mühlberger und Schüler der hlfs St. Florian. Symbolisch überreichten die SchülerInnen an Caritas-Direktor Mathias Mühlberger eine Ziege, einen Sack Saatgut und Werkzeug. 3.v.l: DI Dr. Hubert Fachberger (hlfs-Direktor), 4.v.l. Landesrat Dr. Josef Stockinger, 5.v.l. Rose Makelele-Tsangala (Caritas Kongo), 6.v.l Carits-Direktor Mathias Mühlberger und Schüler Stefan Eder.

"Ich war vor ein paar Monaten selbst in der Demokratischen Republik Kongo. Wenn man sieht, wie Kinder verhungern, dann ist das zum Schämen". Mit diesen Worten eröffnete Mathias Mühlberger, Direktor der Caritas in Oberösterreich die Pressekonfernz am 29.6.2010 zum Start der Augustsammlung 2010.

Die Demokratische Republik Kongo zählt zu den ärmsten Ländern der Welt.  Die Lebenserwartung der Menschen beträgt nur 44,5 Jahre. Jedes fünfte Kind stirbt vor Vollendung seines 5. Lebensjahres und mehr als zwei Drittel der Bevölkerung leiden an Mangelernährung. In den letzten zwei Jahren sind die Preise auf Grundnahrungsmittel im drittgrößten Land Afrikas um bis zu 200 Prozent gestiegen. Die Ernährung ihrer Kinder bereitet den Eltern oft Kopfzerbrechen. 13 Prozent der Kinder in der Region um die Millionenstadt Kinshasa sind bereits unterernährt.

Landwirtschaftliche Projekte als "Hilfe zur Selbsthilfe"
Die Caritas in Oberösterreich hat sich zwei Schwerpunkte in ihrer Hilfe gesetzt - Ausbildungsprojekte für Kinder und Jugendliche und die Ernährungssicherung. Dazu läuft seit zwei Jahren ein erfolgreiches landwirtschaftliches Mikrokreditprojekt mit der Caritas Kongo gestartet. Die Bauern erhalten von der Caritas einen Kredit von 100 Euro, den sie ein Jahr später zurückzahlen müssem. Damit können sie besseres Saatgut und Werkzeug kaufen und die Ernteerträge steigern. Auf diese Weise konnte bisher die Ernährung von 1.600 Menschen, darunter 1.200 Kinder, sichergestellt werden.

Saatgut, Werkzeug und Ziegen gegen Hunger
In den Sommermonaten bittet die Caritas die Menschen wieder um Spenden für notleidende Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Heuer soll mit den Spenden dieser "Augustsammlung" der Caritas in Oberösterreich u.a. ein weiteres, sehr erfolgversprechendes Landwirtschaftsprojekt im Kongo gestartet werden. Die kongolesischen Bauern bekommen von der Caritas ein Werkzeugset und Saatgut. Mit der Ernte können sie nicht nur die eigene Familie (durchschnittlich acht Personen) versorgen, ein Teil der Ernte wird auch verkauft. Zusätzlich gibt es eine "Lernfarm", auf der die Bauern die Zucht und Versorgung von Nutztieren (Hühner, Schweine, Ziegen) lernen. Nach einem halben Jahr können sie die Jungtiere mit nach Hause nehmen und eine eigene Zucht starten. Nutztiere haben für die Familien einen hohen Wert, da sie in Zeiten, in denen die Ernte schlecht ist und die Lebensmittelpreise steigen, eine "Sparkasse" darstellen.

Landwirtschaftlicher Nachwuchs hilft Kleinbauern im Kongo 
90 Bauernfamilien im Kongo kann bereits geholfen werden. Denn sie haben Unterstützung von Jungbauern aus Oberösterreich bekommen. Die SchülerInnen der Höheren Land- und forstwirtschaftlichen Schule in St. Florian, haben im Rahmen eines Projekts 2.233 Euro gesammelt - das bedeutet Geld für 90 Werkzeugsets. "Uns ging es dabei nicht in erster Linie darum Spenden zu sammeln, wir wollten uns auch über das Land, seine Kulturen, Bodenschätze und die Landwirtschaft informieren", sagt Schüler Stefan Eder. "Uns wurde da erst bewusst, wie sehr die Menschen im Kongo ausgenützt werden."

Land OÖ stockt Spendenaktion der HLFS-SchülerInnen um 2.000 Euro auf
Beigeistert von der Spendenaktion zeigte sich auch Agrarlandesrat Dr. Josef Stockinger. "Das Land Oberösterreich bekennt sich zur Entwicklungszusammenarbeit. Mit einem aktuellen Jahresbudget von rund einer Million Euro werden pro Jahr zwischen 80 und 100 konkrete Projekte in den sogenannten armen Ländern unterstützt", erklärte der für die Entwicklungszusammenarbeit in OÖ zuständige Landesrat. Im Rahmen der Schulaktion "Fair Play" steuerte Stockinger zur Spendenaktion der SchülerInnen der HLFS St. Florian 2.000 Euro bei. Somit kamen insgesamt 4.233 Euro für die Unterstützung von Kleinbauern im Kongo zusammen.

Hilfe der ÖsterreicherInnen als Anstoß zur Entwicklung
Rose Makelele-Tsangala von der Caritas Kongo bedankte sich bei den SchülerInnen für ihr großes Engagement und informierte die Jugendlichen über die Situation der Bauern im Kongo sowie über die Arbeit der Caritas im Kongo. "Die Hilfe der ÖsterreicherInnen sehe ich als Anstoß zur Entwicklung, als punktuelle Unterstützung. Die kongolesischen Bauern sollen als Akteure für Entwicklung in ihrer Umgebung leben", so Rose Makelele-Tsakala.

Kürzungen bei der Entwicklungshilfe - ein menschenverachtender Skandal
Im kürzlich veröffentlichten "Aid Watch Report" über die Entwicklungshilfe-Ausgaben der EU-Staaten steht Österreich mit massiven Einsparungen im Abseits. Während die Mehrheit der EU-Staaten 2009 mit insgesamt 0,42 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens kleine Zuwächse der Hilfe für Entwicklungsländer verzeichnet, rutscht Österreich mit einem Betrag von 0,30 Prozent in die Unterliga der "alten" EU-Staaten. Nur Portugal, Italien und Griechenland zahlen prozentuell weniger für die Bekämpfung von Armut in der Welt. Diese Vorgangsweise ist menschenverachtend und skandalös.  Die Caritas fordert deshalb die Einführung einer Besteuerung von Finanztransaktionen und die verbindliche Zweckwidmung der Einnahmen für die internationale Armutsbekämpfung.

Alle OberösterreicherInnen bitten wir um ihre Mithilfe im Kampf gegen den Hunger und ihre Spende bei der "Augustsammlung".


Caritas Spendenkontonummern:
RLB 1.245.000
BLZ 34.000
Empfänger: Caritas für Menschen in Not
Kennwort: Augustsammlung 2010

oder

PSK 7.700 004
BLZ 60.000
Empfänger: Caritas für Menschen in Not
Kennwort: Augustsammlung 2010

jetzt online spenden

 

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