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"Cholera in Haiti ist Katastrophe in der Katastrophe" - 25.11.2010

Information schützt: Die Caritas informiert die Menschen in Haiti darüber, wie sie sich vor Cholera schützen können. Foto: Caritas Caritas-Katastrophenhilfechefin Sabine Wartha: "Die Eindämmung der Cholera hat jetzt oberste Priorität", Foto: Caritas/Rudi Froese

Seit dem Ausbruch von Cholera in Haiti am 19. Oktober 2010 steigt die Zahl der infizierten Menschen immer weiter an. Mehr als 20.000 Cholerakranke werden zur Zeit in Krankenhäusern und Ambulanzen behandelt. Die Dunkelziffer jedoch liegt Schätzungen zufolge viermal so hoch.  "Mittlerweile gibt es in allen zehn Provinzen Fälle. Nach dem Erdbeben im Jänner haben wir es mit dem Ausbruch der Cholera-Epidemie nun mit einer Katastrophe in der Katastrophe zu tun", sagt Sabine Wartha, die Katastrophenhilfechefin der Caritas Österreich.

"Unter hygienisch guten Bedingungen und einem intakten Gesundheitssystem wäre die Krankheit relativ einfach in den Griff zu bekommen. Doch genau diese Bedingungen gibt es in Haiti, einem der ärmsten Länder der Erde, ganz und gar nicht", so Wartha. Besonders prekär ist die Lage in den großen Elendsvierteln von Port-au-Prince. Allein in Cité de Soleil leben Schätzungen zufolge eine halbe Million Menschen zwischen Müllbergen in Baracken - ohne ausreichend Wasser und ohne Strom. Dazu kommt, dass auch in den Nothilfelagern in der Hauptstadt nach dem Erdbeben nun sehr viele Menschen auf engstem Raum zusammenleben.

Cholera ist eine durch verunreinigtes Wasser übertragene, bakterielle Infektion, die starken Durchfall und Erbrechen verursacht. Unbehandelt kann eine Ansteckung mit Cholera durch die starke Dehydrierung des Körpers rasch zum Tod führen. "Damit sich die Seuche nicht noch weiter ausbreitet, sind Versorgung mit sauberem Trinkwasser, Hygiene und Vorbeugung wie regelmäßiges Händewaschen nun das A und O", weiß Wartha.

Genau an diesen drei Bereichen verstärkt das internationale Caritas-Netzwerk nun die Hilfsmaßnahmen: Insgesamt unterstützt die Caritas, auch mit Hilfe aus Österreich, in den nächsten drei Monaten 100.000 Menschen in den drei Diözesen Port-au-Prince, Gonaives und Hinche mit Hygienepaketen bzw. Wasserreinigungstabletten. Zudem baut die Caritas zur Zeit hundert Latrinen in den Notlagern der Erdbebenopfer auf, denn Cholera verbreitet sich neben verseuchtem Wasser vor allem über Fäkalien. Auch die Informationskampagnen, die die Menschen darüber aufklären, wie sie sich mit einfachen Mitteln wie sorgfältigem Händewaschen schützen können, laufen auf Hochtouren.

Das sechsköpfige Haiti-Team der Caritas Österreich ist derzeit eigentlich im Wiederaufbau tätig, arbeitet nun aber vor allem dafür, dass sich die Cholera nicht weiter ausbreitet. Demnächst wird es um einen Wassertechniker verstärkt. Wartha: "Die Eindämmung der Cholera hat jetzt oberste Priorität. Es ist einmal mehr ein Wettlauf mit der Zeit, um die geschwächten Menschen bestmöglich zu schützen."

Caritas-Spendenkontonummern:
RLB 1.245.000, BLZ 34.000
oder
PSK 7.700 004, BLZ 60.000,
Empfänger: Caritas für Menschen in Not
Kennwort: Haiti

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So hilft Ihre Spende:
250 Euro: eine Latrine
50 Euro: ein Hygienepaket für eine Familie in Haiti/Monat
5 Euro: Wasserreinigungstabletten für eine Familie/Monat

 

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