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Armutsfalle Wohnen - 29.10.10

Caritas & Du - Elisabethsammlung 2010; eine Frau mit Baby im Arm sitzt am Fenster

"Wenn Wohnen zum Luxus wird, dann ist im wahrsten Sinne des Wortes "Feuer am Dach". Denn ein Dach über dem Kopf zu haben, gehört zu den Grundbedürfnissen jedes Menschen. Für Menschen mit geringem Einkommen werden die stetig steigenden Wohnkosten jedoch immer mehr zu einem gefährlichen Armutsrisiko", so Caritasdirektor Mathias Mühlbeger bei einer Pressekonferenz am 29. Oktober anlässlich des Starts der Elisabethsammlung 2010.

Günstiger Wohnraum wird knapp
Seit 1994 wurden die Mieten um 84% teurer, während die Gehälter um nur 28% stiegen. Vor allem bei Neubauten gibt es kaum noch Wohnpreisunterschiede zwischen gemeinnützigen und privaten Wohnungen. Günstiger Wohnraum wird so immer knapper. Auf der anderen Seite ist aber laut dem Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen im Zuge der Wirtschaftskrise die Nachfrage nach günstigeren geförderten Wohnungen immens gestiegen. Die Gründe sind: gestiegene Arbeitslosigkeit, Zunahme von "working poor" (Menschen, die trotz Arbeit in Armut leben müssen) und die am Arbeitsmarkt geforderte Flexibilität hinsichtlich des Arbeitsortes. Das heißt für viele, dass man rasch eine neue günstige Wohnmöglichkeit finden muss. Aufgrund der langen Wartezeiten auf Genossenschaftswohnungen (bis zu 2 Jahre) müssen die Menschen oftmals auf eine privat vermietete Wohnung ausweichen. Hier hat man aber nur dann Anspruch auf Wohnbeihilfe, wenn der Quadratmeter-Preis unter sieben Euro liegt.

42% des Einkommens fürs Wohnen
"Auch in den Einrichtungen der Caritas für Menschen in Not fällt die Wohnproblematik immer mehr auf. Probleme mit den Wohnkosten zählen derzeit neben der Arbeitslosigkeit zu den häufigsten Vorsprachegründen in unseren Beratungsstellen", bestätigt Franz X. Mayr, Leiter der Beratung und Hilfe in Linz. "Der Anteil, den unsere KlientInnen von ihrem Einkommen durchschnittlich für Wohnkosten berappen müssen, ist von rund 33 % im Jahr 2001 auf jetzt 42% angestiegen. Das  durchschnittliche Einkommen unserer KlientInnen im Jahr 2010 beträgt weniger als 530 Euro (pro Person im Haushalt). Jede Steigerung bei Miete oder Energiekosten stellt da die Hilfesuchenden vor große Probleme, die Zahlung von Kautionen sind so gut wir gar nicht zu schaffen."

Armutsfördernde Budget-Sparmaßnahmen
"Die von der Regierung geplanten Budget-Sparmaßnahmen werden die Situation nicht verbessern", ist Caritasdirektor Mühlberger überzeugt. Gerade die Kürzung bei den Familienleistungen wird mehr Armut schaffen, anstatt diese zu bekämpfen - etwa wenn angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit den Familien von arbeitssuchenden Jugendlichen die Familienbeihilfe gestrichen wird oder der ohnehin einkommensabhängige Mehrkindzuschlag - jede fünfte Familie mit drei und mehr Kindern ist bereits jetzt armutsgefährdet.

Die Caritas in Oberösterreich fordert deshalb:
-  Die Schaffung von günstigem Wohnraum muss in der Prioritätenliste der Landesregierung ganz oben stehen. Der soziale Wohnbau ist eine tragende Säule der Armutsprävention in unserem Land. Diese grundlegende Zielsetzung wurde in den Anfangsjahren auch sehr gut erreicht. Angesichts steigender Armutszahlen benötigt der soziale Wohnbau jedoch dringend eine Frischzellenkur. Um ihn zukunftstauglich zu machen, muss er neu buchstabiert werden.
-    Ergänzend muss die Wohnbeihilfe als Maßnahme zur Armutsbekämpfung für Menschen mit geringem Einkommen erhalten bleiben.
-    Zur Bezahlung von Kautionen muss für einkommensschwache Haushalte zusätzlich eine Unterstützungsmöglichkeit eingerichtet werden. Vorstellbar wäre eine Art "Kautionstopf", der die Finanzierung aus öffentlichen Geldern ermöglicht und in den dann wieder zurück einbezahlt wird.
-    Für Menschen, bei denen vielfältige Problemlagen mit psychischen Erkrankungen zusammentreffen, bräuchte es mehr bedarfsgerechte begleitete Wohnangebote.

>Unterlagen zur Pressekonferenz (pdf)


Elisabethsammlung 2010

Jeder und jede kann mit seiner/ihrer Spende mithelfen, dass es Menschen in unserem Land wieder ein kleines Stück besser geht. Dass zum Beispiel eine alleinerziehende Mutter mit finanzieller Unterstützung im Winter ihre Wohnung heizen kann.
Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende für die Elisabethsammlung der Caritas, die jetzt im November durchgeführt wird.

Caritas Spendenkontonummern:

RLB 1.245.000, BLZ 34 000;
Kennwort: Elisabethsammlung;
Empfänger: Caritas für Menschen in Not

PSK 7.700 004
BLZ 60.000
Kennwort: Elisabethsammlung
Empfänger: Caritas für Menschen in Not

jetzt online spenden

 

 

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