News

Wohnbeihilfe: Sparpläne treffen einkommensschwache Menschen - 05.12.11

Caritas-Direktor Mathias Mühlberger.

Als höchst problematisch stuft die Caritas in Oberösterreich vor allem die geplante Senkung der anrechenbaren Nutzfläche für den Bezug von Wohnbeihilfe von 50 Quadratmetern auf 45 und für jede weitere Person von 20 auf 15 Quadratmeter ein. "Eine derartige Sparmaßnahme würde wieder einmal die einkommensschwachen Haushalte treffen und hier vor allem Familien mit mehreren Kindern. Eine Reduktion der anrechenbaren Wohnnutzfläche ist hier umso problematischer", sagt Johannes Nagl, von der Linzer Beratungsstelle der Caritas für Menschen in Not. Zudem zeichnet sich die gemeinnützige Wohnungsvergabe durch eine lange Warteliste aus. Die Menschen sind gezwungen auf eine Wohnung am privaten Markt mit einem hohen Quadratmeterpreis zurückzugreifen. Am privaten Sektor gibt es keine Wohnbeihilfe, wenn der Preis bei über 7 Euro pro Quadratmeter liegt. "Für einkommensschwache Menschen sind hier Mietrückstände vorprogrammiert", weiß Nagl aus Erfahrung. 

Mehr als 3000 KlientInnen hat die Caritas-Beratung in Oberösterreich heuer schon betreut, rund die Hälfte davon waren Familien mit Kindern. In den Beratungsstellen merkt man deutlich, dass die stetig steigenden Wohnkosten zu einem gefährlichen Armutsrisiko werden. Der Anteil, den die KlientInnen der Caritas von ihrem Einkommen durchschnittlich für Wohnkosten berappen müssen, ist von rund 33% im Jahr 2001 auf jetzt 42% angestiegen. Probleme mit den Wohnkosten zählen neben der Arbeitslosigkeit zu den häufigsten Vorsprachegründen in den Beratungsstellen der Caritas. 

"Fast 37.000 Menschen beziehen in Oberösterreich Wohnbeihilfe. Sie ist ohnehin durch strenge Richtlinien beim Einkommen geregelt. Die geplanten Sparmaßnahmen würden dazu beitragen, dass die Armut in Oberösterreich anwachsen wird", sagt Mathias Mühlberger, Direktor der Caritas in Oberösterreich. "Solange zu wenig günstiger Wohnraum zur Verfügung steht, bleibt die Wohnbeihilfe ein dringend notwendiges Instrument zur Armutsbekämpfung. Unser Bundesland ist arm dran, wenn es mit solchen Sparmaßnahmen die Wohnungsnot voran treibt."

  • Seite drucken
  • Link versenden
  •                                                                         
  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • Delicious
  • Digg!