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"Wir gehen für Menschen in Not" - 29.03.12

Gertrude Pallanch steht vor einer HaustürGertrude Pallanch ist eine von rund 7.000 ehrenamtlichen HaussammlerInnen.

Frau A. kommt verzweifelt in die Caritas-Beratungsstelle. Sie ist Alleinerzieherin und hat zwei Kinder im Alter von 6 und 9 Jahren. Während der Beratung beginnt sie immer wieder zu weinen. Mit ihrem geringen Gehalt, der Familienbeihilfe und den Alimenten ist sie bisher knapp über die Runden gekommen. Seit einigen Monaten zahlt allerdings der Kindesvater keine Alimente mehr. Frau A. hat einige Male versucht, die Angelegenheit mit ihm zu regeln, bisher allerdings erfolglos. So ist ein Rückstand bei der Miete und bei den Energiekosten entstanden. Bei Wohnkosten von rund 550 Euro und nach Abzug aller weiteren Fixkosten bleiben der Familie rund 6 Euro am Tag pro Person zum Leben.
"Aus Spendenmitteln konnten wir Frau A. dabei unterstützen, einen Teil des Rückstandes zu bezahlen, damit wurde die Familie in ihrer angespannten Lage ein wenig entlastet", so Franz-Xaver Mayr, Leiter der Beratungsstelle der Caritas für Menschen in Not in Linz. Im nächsten Schritt geht es darum, mit den Betroffenen gemeinsam Perspektiven für einen langfristigen Weg aus der Krise zu entwickeln.

Armutsfalle Wohnen
Die in den letzten Jahren stark gestiegenen Wohnkosten und die Reduktion der Wohnbeihilfe werden insbesondere für Familien mit mehreren Kindern immer öfter zur Armutsfalle. Sie werden aber auch für alleinstehende Personen zum Problem, besonders wenn diese krank sind und keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen können. Oft ist das Einkommen dieser Menschen so gering, dass die Reduzierung von einigen Euro im Monat Auswirkungen auf die Lebenshaltung hat. Das spiegelt sich auch in den Caritas Beratungsstellen wider: "Wir führten im Vorjahr in den Beratungsstellen über 8.500 Beratungsgespräche durch. Mehr als ein Drittel der Menschen, die sich an uns wandten, hatten massive Probleme mit den Wohnkosten. Die Reform der Wohnbeihilfe in OÖ mit den einhergehenden Kürzungen bekommen viele unserer KlientInnen zu spüren", weiß Franz Xaver Mayr, Leiter der Caritas-Beratung für Menschen in Not in OÖ. 

KlientInnen der Caritas-Beratung geben über 40 % fürs Wohnen aus
Dass Wohnen immer mehr zur Kostenfalle wird, beweist auch eine AK Analyse der Mikrozensus-Daten der Statistik Austria. Demnach kletterten die Mieten im Zehn-Jahres-Vergleich (2000 bis 2010) in Österreich um 34,5 Prozent in die Höhe. Die Löhne hingegen sind im gleichen Zeitraum nur um 22 Prozent gewachsen. "Vom monatlichen Durchschnittseinkommen in der Höhe von 539 Euro, das unsere KlientInnen zur Verfügung haben, müssen bereits über 40 Prozent fürs Wohnen ausgegeben werden", so Franz Xaver Mayr.

HaussammlerInnen setzen Zeichen für Solidarität
Die Caritas kann jährlich rund 12.000 Menschen in Oberösterreich aus der akuten Notlage helfen - dank der Spenden aus der Haussammlung, die im April wieder startet. Unter dem Motto "Wir gehen für Menschen in Not in Oberösterreich" ziehen auch heuer rund 7.000 ehrenamtliche MitarbeiterInnen in den Pfarren von Tür zu Tür und bitten um Spenden. Das Geld kommt ausschließlich der Hilfe für Menschen in Oberösterreich zugute - es ermöglicht unter anderem die Unterstützung von Menschen in Not durch die 12 Caritas-Beratungsstellen in OÖ. 
"Ich gehe für Menschen in Not, weil ich für meine Nächsten da sein will. Ich möchte mit meinem Sammeln zu einer besseren Welt beitragen. Ich bin gerne unter Menschen und dabei komme ich mit Leuten ins Gespräch, die ich sonst nie sehen würde", sagt Alexandra Müller, die in der Pfarre Hartkirchen sammeln geht. Sie und zwei weitere Caritas-HaussammlerInnen sind heuer auch auf den Plakaten zur Sammlung zu sehen. 

Mit der Haussammlerin Getrude Pallanch wurde außerdem ein Spot gedreht - hier zum Anschauen: Spot zur Haussammlung

Caritas-Spendenkonto: 
RLB 1.245.000 BLZ 34.000
Empfänger: Caritas für Menschen in Not
Kennwort: Haussammlung
oder
PSK 7.700.004, BLZ 60.000
Kennwort: Haussammlung

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