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10 Jahre Institut für Caritaswissenschaft - 23.11.09

Dr. Matthias Möhring-Hesse, Professor am Institut für Soziale Arbeit, Bildungs- und Sportwissenschaft an der Hochschule Vechta sprach über die Relevanz von Solidarität in unserer Gesellschaft.Dr. Matthias Möhring-Hesse, Professor am Institut für Soziale Arbeit, Bildungs- und Sportwissenschaft an der Hochschule Vechta sprach über die Relevanz von Solidarität in unserer Gesellschaft.

Aus Anlass seines zehnjährigen Bestehens veranstaltete das Institut für Caritaswissenschaft (ICW), das der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz angeschlossen ist, am 20.11.2009 einen Studientag zum Thema "Verroht unsere Gesellschaft? Solidarisches Handeln in Zeiten der Ökonomisierung des Menschlichen". Das Institut, derzeit geleitet von Direktor Dr. Chibueze C. Udeani, ist eines der wenigen im deutschsprachigen Raum, das sich mit Caritaswissenschaft befasst.

Der Rektor der Privatuniversität, Univ.-Prof. Dr. Michael Rosenberger gratulierte in seinen Begrüßungsworten dem Institut zu seinem 10jährigen Bestehen wünschte dem ICW Kraft und Mut, um auch künftig gesellschaftspolitische Diskurse prägen zu können.

Dr. Markus Lehner, Professor an der Fachhochschule Linz leitete das Institut von 1999 bis 2008. In seinem Vortrag mit dem Titel: "Caritaswissenschaft - Orchideenfach oder Herzstück der Theologie" rekapitulierte er die Entstehungsgeschichte des Instituts und wies anhand der Entstehungsgeschichte auf die symptomatische Ambivalenz der fachlichen Ausrichtung des Instituts hin. Diese Brückenfunktion zwischen der Praxis der institutionellen Caritas und der systematischen Theologie ist das Spezifikum des Instituts. In dieser Funktion dient das ICW als Dolmetsch, der einerseits karitative Praxis theologisch reflektiert und andererseits die theologisch-wissenschaftliche Rede erdet.

Dr. Matthias Möhring-Hesse, Professor am Institut für Soziale Arbeit, Bildungs- und Sportwissenschaft an der Hochschule Vechta reflektierte in seinen Ausführungen zuerst den Begriff der Solidarität. Der Gedanke der Gleichheit und damit auch der Anspruch der gleichberechtigten Teilhabe aller BürgerInnen an den Chancen und Rechten in einem demokratischen Staat sind für Möhring-Hesse das Fundamt jedweder Überlegungen zum Thema Solidarität. Aufgrund dieser fundamentalen Gleichheit ist zuerst im vorstaatlichen Diskurs durch die BürgerInnen zu analysieren und zu entscheiden, welche Ungleichheiten bestehen und wie sie ausgeglichen werden können. Für die Caritas sieht Möhring-Hesse unter anderem die Aufgabe, sich in dieses gesellschaftspolitische "Gebrodel" einzubringen. Die Wirtschaftskrise mit ihren Folgen zum Beispiel für den Arbeitsmarkt ist für Möhring-Hesse in ihren Auswirkungen noch gar nicht angekommen. Diese zeitliche Verzögerung wird zur Folge haben, dass nicht die Wirtschaftkrise und der liberale Kapitalismus, sondern langfristig der Sozialstaat mit seinen Leistungen problematisiert werden wird. Der Kirche und der institutionellen Caritas empfiehlt Möhring-Hesse sich nicht aus dem gesellschaftspolitischen Diskurs zurückziehen und auch weiterhin an der sozialstaatlichen Programmierung teilzuhaben.

Informationen zum Institut:        
http://www.ktu-linz.ac.at/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=499&Itemid=654

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