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Ehrenamtliche "Familientandem"-PartnerInnen gesucht! - 11.05.12
V.l.n.r.: LH-Stv. Franz Hiesl, Maria Hutter, Mag.a. Eva Kienast und Direktor Mathias Mühlberger Foto: Land OÖ/Binder
Anlässlich des bevorstehenden Muttertags machten Caritas und Familienreferat des Landes in einer gemeinsamen Pressekonferenz auf das Projekt Familientandem aufmerksam - ein Projekt, das insbesondere für alleinerziehende Mütter Unterstützung bedeutet.
Das "Familientandem" wurde durch die Caritas in Oberösterreich im Jahr 2010 als Pilotprojekt im Bezirk Linz-Land ins Leben gerufen. Mittlerweile gibt es in ganz Oberösterreich siebzehn solche "Familientandems".
Was ist ein Familientandem?
"Zielsetzung des Familientandems ist, die Familie in ihren eigenen Kompetenzen zu stärken. Die Familien werden in ihrer Selbstorganisation begleitet und unterstützt. Die Aufgaben der Freiwilligen sind sehr unterschiedlich und auf die jeweiligen Bedürfnisse der Familie abgestimmt. Das können bereichernde Gespräche sein, Anregungen zur Erziehung, bis hin zur Unterstützung beim Kochen. Zum Teil unterstützen Freiwillige die Kinder beim Lernen oder unternehmen gemeinsame Aktivitäten mit der ganzen Familie. Bisher zeigt sich, dass die Tandems sehr gut laufen und ein Gewinn für beide Seiten sind. Die Familien freuen sich, dass sich jemand für sie interessiert und mit ihnen Zeit verbringen will, und die Freiwilligen erleben ihren Einsatz als sinnvoll und bereichernd", ist Eva Kienast, Freiwilligenkoordinatorin der Caritas in Oberösterreich überzeugt.
Das Angebot können ausschließlich Familien, die bereits von der Familienhilfe der Caritas betreut werden oder wurden in Anspruch nehmen. Zielsetzung des Tandems ist, die Familie in ihren eigenen Kompetenzen zu stärken - sie wird in ihrer Selbstorganisation begleitet und unterstützt. Die Freiwilligen bringen ihre Lebenserfahrungen mit ein und geben so auch wichtige Impulse für die Gestaltung des Familienlebens und des Alltags. Dieses Angebot ist für die Familien kostenlos und der zeitliche Rahmen der Tandems ist mit circa zwei bis drei Stunden pro Woche festgelegt. Die Dauer des Tandems und die Zeitpunkte der Treffen werden von beiden Seiten festgelegt. Jährlich melden sich circa zwanzig Familien, die das Angebot in Anspruch nehmen möchten.
Die Leistungen der Familientandem-Partner sind beeindruckend: Alleine im vergangenen Jahr wurden über 1.000 Stunden ehrenamtlich für die betroffenen Familien absolviert. Das Modell des "Familientandems" soll weiterhin Schritt für Schritt ausgeweitet werden. Nachdem es dieses Angebot bereits in Linz und Linz-Land, Steyr und Steyr-Land, Wels und Wels-Land, Schärding, Freistadt und Grieskirchen gibt, ist eine flächendeckende Ausweitung das erklärte Ziel.
"Wir haben das Projekt ins Leben gerufen, weil unsere mobilen Familiendienste bei ihren Einsätzen in schwierigen Situationen immer öfter sehen, dass vielen das soziale Netz fehlt und sie auf sich allein gestellt sind. Die Familienstrukturen haben sich massiv verändert, vor allem Alleinerzieherinnen leiden an sozialer Isolation und haben Schwierigkeiten, ihren Alltag mit den Kindern zu bewältigen. Das Familientandem stärkt nicht nur die Familie, sondern auch den sozialen Zusammenhalt. Denn wie auch beim Fahrrad-Tandem gilt hier: Gemeinsam geht vieles leichter", so der Direktor der Caritas in Oberösterreich, Mathias Mühlberger.
Für Familienreferent LH-Stv. Franz Hiesl wird mit diesem einzigartigen Projekt Pionierarbeit für Oberösterreichs Familien geleistet und den - wenn auch bedauerlichen - aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung getragen. Mit ein Grund warum das oberösterreichische Familienreferat das Projekt "Familientandem" unterstützt. "Durch diese Initiative werden die Familien punktgenau unterstützt und ihnen zahlreiche Momente der Freude bereitet", so LH-Stv. Franz Hiesl.
Wer kann ein/e Familientandem-PartnerIn werden?
Wer gerne einer betroffenen Familie das Gefühl geben will, dass jemand für sie da ist, wer seine Lebenserfahrung weitergeben und seine Zeit sinnvoll nützen möchte, kann Farmilientandem-PartnerIn werden. Gesucht werden stabile Persönlichkeiten, die selbst gut im Leben stehen und bereit für den längerfristigeren Aufbau einer Beziehung zu einer Familie sind. Die Tandem-PartnerInnen werden von der Caritas in Oberösterreich ausgewählt, für ihren Einsatz geschult und in ihrer Tätigkeit begleitet.
Der Erstkontakt wird von der Caritas begleitet. Anschließend erhalten beide Seiten einige Tage Bedenkzeit um sich zu überlegen, ob sie dieses Tandem eingehen möchten. Erst wenn beide Seiten dem Familientandem zugestimmt haben, werden die Telefonnummern ausgetauscht und das Tandem startet.
"Ich bin derzeit für eine Alleinerzieherin und ihren 5-jährigen Jungen da. Für mich bedeutet das wieder eine neue Aufgabe zu haben und das Gefühl, gebraucht zu werden. Es ist außerdem eine Herausforderung, die ich sehr schätze", so Maria Hutter, eine 61-jährige Pensionistin aus Bad Wimsbach.
Erste Erfahrungen sehr positiv!
Bisher zeigt sich, dass die Tandems sehr gut laufen und ein Gewinn für beide Seiten sind. Die Familien freuen sich, dass sich jemand für sie interessiert und mit ihnen Zeit verbringen will. Die Freiwilligen erleben ihren Einsatz als sinnvoll und bereichernd. Dabei gibt es immer wieder auch größere und kleinere Erfolgserlebnisse - so lässt sich z.B. beobachten, dass sich die Schulleistungen der Kinder verbessern. Oder bei einer Familie zeigt sich, dass die zuvor sehr verschlossenen Kinder durch den Kontakt spürbar offener wurden.
Familientandem-PartnerInnen gesucht!
Die Caritas Oberösterreich sucht laufend Frauen und Männer - derzeit gibt es nur einen Mann darunter - die sich ehrenamtlich als Familientandem-PartnerInnen engagieren möchten. Derzeit werden für acht Familien Freiwillige gesucht.
Familientandem-PartnerInnen gesucht
Kontakt:
Mag.ª Eva Kienast
Tel.: 0676/87762011
eva.kienast@caritas-linz.at
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