Bericht von Lisa Wolfsegger

Freiwilligeneinsatz in Tscheljabinsk / Sibirien

Vor zwei Wochen bin ich in der Caritas Stelle Tschejabinsk angekommen und wurde gleich von meiner Vorgängerin Verena und dem Pfarrer Pater Markus, beide aus Deutschland, sehr freundlich empfangen.


In der ersten Woche hatte ich Zeit mich einzuleben, da auch Verena noch hier war und sie konnte mir alles zeigen, die Umgebung hier und das schöne Stadtzentrum von Tscheljabinsk im südwestlichen Russland.

In der zweiten Woche sprang ich mehr oder weniger ins kalte Wasser und fuhr mit dem Kinderklub, in welchen ich die nächsten zwei Monate arbeiten werde ins Ferienlager, etwas außerhalb der Stadt.

Das Ferienlager war nur durch großzügige Spenden möglich und machte nicht nur den Kindern, sondern auch mir großen Spaß. Auch wenn ich anfangs etwas schockiert von den sanitären Zuständen war (es gab keine Duschen und nur ein Plumpsklo), wurde das bald zur Nebensache und die Kinder und ich genossen die Woche beim Baden und bei unterschiedlichen Gruppenaktivitäten.
Natürlich gab es immer wieder sprachliche Schwierigkeiten, aber die Kinder und die anderen Betreuerinnen sind sehr nett und diese Schwierigkeiten wurden mit Händen und Füßen und mit Hilfe meines Wörterbuches gut gemeistert.


Ich freue mich wirklich sehr auf das Arbeiten in den kommenden zwei Monaten mit den Kindern hier im Kinderclub der Caritasstelle Tscheljabinsk und freue mich den Kindern hier zu helfen  - auch wenn ich derzeit noch das Gefühle habe, dass die Kinder mehr mir helfen als umgekehrt. > 21. Juli 2012

__________________________________________________

Семь Привет из России (Hallo alle zusammen aus Russland)

Bei mir ist jetzt genau Halbzeit hier in Tscheljabinsk und mich wundert es echt, wie schnell die Zeit vergeht. Die Arbeit mit den Kindern macht mir echt Spaß und meine Sprachkenntnisse werden auch von Tag zu Tag besser.

Ich arbeite jeden Tag von Montag bis Freitag meisten von 10, manchmal auch erst ab 11 Uhr im Kinderclub, bis um 16 oder 17 Uhr der Klub schließt - als wirkliche Arbeit kann ich das jedoch gar nicht bezeichnen, da mir es große Freude bereitet, die Zeit mit diesen Kindern zu verbringen. Die Kinder und die anderen Betreuerinnen sind auch alle sehr nett zu mir. Am Vormittag spielen wir meistens irgendetwas, entweder drinnen mit Karten oder bei schönem Wetter im Freien Volleyball, oder andere Ballspiele. Danach gibt es ein gemeinsames Mittagessen und am Nachmittag stehen dann andere Aktivitäten am Programm, das sind meistens irgendwelche gemeinsamen Spiele, oder es wird getanzt.

Die Kinder sind wirklich süße Kinder, sie kümmern sich sehr um mich, jedoch tun sie mir oft Leid, da sie zum Teil aus sehr schlechten Familienverhältnissen kommen. Im Kinderklub merkt man, dass sich die Kinder aber sehr wohl fühlen, hier bekommen sie ein warmes, selbstgekochtes Essen und die Möglichkeit Zeit sinnvoll mit Gleichaltrigen zu verbringen.

Hin und wieder fahren wir auch alle gemeinsam zum Baden an einen See - wie heute zum Beispiel. Das macht den Kindern viel Spaß und auch mir. Hier in der Umgebung gibt es sehr viele Seen, von Oben aus betrachtet sieht Tscheljabinsk aus, wie ein ‚Fleckerlteppich‘ aus Seen. Die Seen hier sind eigentlich wunderschön und riesengroß, nur leider könnten sie zum Teil ein bisschen besser hergerichtet werden.

Ich freue mich jetzt sehr auf die nächsten 4 ½ Wochen hier im Club und befürchte, dass der 11. September, der Tag an dem ich hier wieder abreisen werde, schneller kommt als mir lieb ist. Anfang September wird dann auch meine Nachfolgerin aus Deutschland kommen, der kann ich dann alles zeigen, genauso wie meine Vorgängerin Verena mir alles gezeigt hat.

Bis bald
Семь Пока
Лиза (Lisa) > 10. August 2012

_______________________________

Abschlussbericht von Lisa

Von Juli bis September 2012 durfte ich schöne und lehrreiche 70 Tage in Russland verbringen. Inspiriert durch mein Studium spielte ich schon länger mit dem Gedanken eines Freiwilligeneinsatzes und ich sah letzten Sommer als geeigneten Zeitpunkt dies in die Tat umzusetzen - die Caritas bot mir die idealen Rahmenbedingungen dafür.

Somit kam ich am 8. Juli bei meiner Stelle in Tscheljabinsk an, wurde dort von meiner Vorgängerin empfangen und sie zeigte mir meine zukünftige Arbeitsstelle, der Kinderclub der Caritas Tscheljabinsk. Der Kinderclub ist neben dem Mutter-Kind Heim und der Krankenpflege eines der Projekte dort. Ab der zweiten Woche war ich alleine und wurde ins "kalte Wasser" im 45° heißem Sibirien gestoßen - ich fuhr mit den Kindern in ein Ferienlager. Nach einer Woche ging es wieder zurück nach Tscheljabinsk und ich verbrachte meine restliche Zeit dort.

Die Arbeit mit den Kindern war sehr schön, auch wenn die Hintergrundgeschichten traurig waren, da diese aus sozial schwachen Familien kommen. Ich merkte jedoch, dass sie sich im Club wohl fühlen - dort bekommen sie etwas Warmes zu Essen und die Möglichkeit, ihre Zeit mit Gleichaltrigen zu verbringen. Meine Aufgabe bestand darin, die Pädagoginnen bei der Betreuung der Kinder zu unterstützen - diese Aufgabe war für mich jedoch nie mit Arbeit verbunden, denn es bereitete mir viel Freude, meine Zeit mit den Kindern zu verbringen.

Mir selbst ging es sehr gut, ich wurde von allen, den Kindern und den Angestellten sehr umsorgt, sodass ich den Eindruck hatte, dass sie mir mehr helfen als ich ihnen. Auch über meine schlechten Russisch Kenntnisse wurde hinweg gesehen und wir konnten meisten problemlos mit Händen und Füßen und mit Hilfe meines Wörterbuches kommunizieren.

Das Einzige, was mir nicht gefallen hat, war mein Abschied am 14. September, aber ich hoffe, ich kann diese Stelle irgendwann wieder besuchen.

 

Informationen zu einem Freiwilligeneinsatz im Ausland

zurück

 

 

  • Seite drucken
  • Link versenden
  •                                                                         
  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • Delicious
  • Digg!