Denn in den staatlichen Heimen ist die Situation trotz einiger Verbesserungen nach wie vor dramatisch. Zwischen 200 und 300 Kinder leben normalerweise - oft menschenunwürdig - in den großen staatlichen Heimen. Oft kann die vorgeschriebene Kalorienmenge beim Essen nicht eingehalten werden, weil das Geld fehlt; oft gibt es keine dringend notwendigen Medikamente. Neben der finanziellen Not und der mangelhaften Ausstattung ist das Schlimmste jedoch die Grundeinstellung gegenüber diesen Kindern: Sie gelten als Belastung und werden einfach weggesperrt oder im Bett liegen gelassen. Ohne liebevolle Zuwendung, ohne Beschäftigung, ohne irgendeine Therapie.
Den Müttern raten die Ärzte schon bei der Geburt, ein Kind mit Behinderungen in ein Heim zu geben. Und allzu viele Mütter müssen diesen Weg auch wählen. Denn seitens des Staates gibt es fast keine Unterstützung: Rollstühle sind unerschwinglich, Tages-betreuung oder Werkstätten gibt nur wenige, Medikamente und Behelfe müssen die Eltern bezahlen.
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Ein Zuhause für Kinder mit Behinderungen
Kinderdorf Gomel
Ein Projekt der Caritas Linz
"Das ist der schönste Tag in meinem Leben!", freute sich der zehnjährige Sergej und drehte sich in seinem Rollstuhl drei Mal im Kreis. 60 Kinder haben nun im Kinderdorf der Caritas Gomel ein neues Zuhause gefunden. Nur mit der Kleidung, die sie trugen, kamen sie am ersten Tag im Kinderdorf an. Unvorstellbar war ihre Freude, eine eigene Zahnbürste zu besitzen und ein neues Pyjama zu bekommen.
