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"Die Bewohner brauchen jemanden, der ihnen zuhört" - 24.02.11

Gut gelaunt trifft Daniela Murauer kurz vor 19 Uhr in der WEGE, der Wohngemeinschaft für Haftentlassene in der Kreuzpointstraße in Wels ein. Vor Beginn ihres Dienstes setzt sich die 38-jährige Welserin mit dem zuständigen Sozialarbeiter zusammen. In einem Gespräch wird sie über den neuesten Stand der Dinge informiert und erfährt, was sich in der letzten Woche im Haus alles ereignet hat. Daniela Murauer ist eine von derzeit elf ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, die das Team der WEGE unterstützen und Zeit mit den Haftentlassenen verbringen. Die Mutter einer Tochter macht eine Ausbildung als Sozial-Pädagogin und ist dankbar, dass sie in der WEGE praktische Erfahrungen sammeln kann.

"Meine Tätigkeit in der WEGE hab ich im Juli 2010 begonnen und hierher zu kommen macht mir noch immer sehr viel Freude", erzählt Daniela Murauer begeistert. Einmal pro Woche macht sie einen Nachtdienst in der Wohngemeinschaft. Sie achtet darauf, dass von den Bewohnern die Hausordnung eingehalten wird und verbringt die Freizeit mit ihnen. Spiele wie Darts, Tischfußball, "Stadt-Land-Fluß" oder die ein oder andere Kartenpartie stehen bei den Bewohnern hoch im Kurs. "Oft brauchen die Männer auch einfach jemanden, der ihnen zuhört. Sie wollen von ihrem Alltag berichten oder von Sorgen und Ängsten, die sie manchmal drücken", erzählt die Ehrenamtliche. Bevor sie ihre Tätigkeit in der WEGE begann, wurde Murauer gut darauf vorbereitet. Zu Beginn stehen "begleitende Dienste" mit einem Sozialarbeiter am Programm und auch diverse Fortbildungen können gemacht werden. "Da man mit Haftentlassenen zu tun hat, sollte man keine Berührungsängste oder Vorurteile haben. Wichtig ist, dass man respektvoll mit ihnen umgeht", weiß Daniela Murauer.

Die WEGE in Wels der Caritas für Menschen in Not ist eine Wohngemeinschaft für Haftentlassene. Sie bietet Menschen nach einem Haftaufenthalt eine zeitlich begrenzte, betreute Wohnmöglichkeit und hilft bei der Resozialisierung in ein neues Leben. Eine Aufnahme ist nicht möglich bei akuter Drogen- oder Alkoholabhängigkeit oder bei schwerwiegenden Sexualdelikten.

SozialarbeiterInnen begleiten und unterstützen die BewohnerInnen bei ihrer Lebensgestaltung, bei der Arbeits- und Wohnungssuche, beim Aufbau von sozialen Beziehungen, bei der Schuldenregulierung, bei der Bewältigung von Konflikten u.v.m. Freiwillige MitarbeiterInnen stehen den Bewohnern als Ansprechpersonen zur Verfügung. Zivildiener unterstützen die Mitarbeiter in vielen Bereichen. Durch die "Rund-um-die-Uhr"-Betreuung bietet die WEGE ein positives soziales Umfeld für die Zeit nach der Haft und eröffnet neue Perspektiven für ein straffreies Leben.

Vier Ehrenamtliche für das Team der WEGE gesucht
"Im Moment machen elf Ehrenamtlichen bei uns in der Wohngemeinschaft hauptsächlich Nacht- und Wochenenddienste und lösen in diesen Zeiten unsere Sozialarbeiter ab. Die Ehrenamtlichen ersetzen aber nicht die Sozialarbeiter in ihrer Arbeit, sie sind in erster Linie Ansprechpersonen für unsere BewohnerInnen", erklärt Gottfried Boubenicek, Leiter der WEGE. Wenn sich jemand ehrenamtlich in der WEGE engagieren will, braucht er keine spezielle Ausbildung, sondern menschliche Fähigkeiten und das Interesse sich auf Menschen einzulassen. Es gibt eine Einschulungsphase, Fortbildungen können gemacht werden und regelmäßige Teamsitzungen finden statt. Die WEGE ist derzeit auf der Suche nach bis zu vier Ehrenamtlichen.

Bei Interesse gibt WEGE -Leiter Gottfried Boubenicek gerne nähere Auskunft.
Tel. 07242/74530 11
E-Mail: gottfried-boubenicek@caritas-linz.at
wege.wels@caritas-linz.at

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