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Stellungnahme Caritas OÖ. zur Aussendung des ÖGB "Unterbezahlung in katholischen Kindergärten" - 16.04.2012

Der ÖGB kristisierte in einer Aussendung am 14.6., dass die KindergartenpädagogInnen in Caritas- und Pfarrcaritaskindergärten in den ersten 12 Berufsjahren um bis zu 50 Euro brutto unter dem Mindeslohntarif liege. "In der Darstellung des Gewerkschaftsbundes werden leider einige wichtige Tatsachen nicht angesprochen", kommentiert Mag. Edith Bürgler-Scheubmayr, Geschäftsführerin der Caritas für Kinder und Jugendliche, die Aussendung.

Tatsache ist, dass die  Dienst- und Besoldungsordnung der rund 2500 MitarbeiterInnen der kirchlichen Kindertageseinrichtungen (Träger: Caritas, Pfarren) an das OÖ Kindergarten- und Hortedienstgesetz angelehnt ist. Das trifft auch auf das Gehaltsschema zu und aus diesem Grund gilt der Mindestlohntarif für private Kindergärten für die MitarbeiterInnen der Caritas und der Pfarrcaritas-Einrichtungen nicht. Diese Koppelung ans Tarifsystem der öffentlichen Bediensteten besteht seit rund 25 Jahren und ist deswegen erfolgt, weil die öffentliche Hand auch Kostenträger der Kindergärten ist und eine Subvention davon abhängig gemacht wird. "Wir dürfen keine Elternbeiträge einheben und sind ganz klar an die gesetzlichen Vorgaben des Landes gebunden", sagt Bürgler-Scheubmayr. Die Koppelung an das Dienstrecht und die Besoldungsordnung der öffentlichen Bediensteten bedeutet, dass es ein Gehaltsschema gibt, das gleichermaßen für die Kindergartenpädagoginnen in Gemeindekindergärten und in kirchlichen Kindergärten  gilt.

"Bei genauerer Betrachtung der Gehaltsschemata fällt auf, dass die Gehaltsentwicklung unterschiedlich verläuft", so Bürgler-Scheubmayr weiter. "Ab dem 13. Berufsjahr steigen die Gehälter im Vergleich mit dem Mindestlohntarif viel höher an." Die Zulagen für Leitungsfunktionen sind außerdem deutlich höher.

Der Vergleich mit Gehältern in Wien entbehrt jeder Grundlage, da in den dortigen Fördervereinbarungen von der Stadt Wien explizit verlangt wird, dass der Mindestlohntarif für die kirchlichen Träger zur Anwendung kommt.

"Dass die Gehälter der MitarbeiterInnen in den Kindertageseinrichtungen allgemein und die Einstiegsgehälter im besonderen gering sind, wird von uns schon seit langem im Arbeitskreis des Landes OÖ. für das neue Dienstrecht  betont", so Bürgler-Scheubmayr. "Ebenso unterstützen wir natürlich auch die Forderung nach einer angemessenen Valorisierung der Gehälter."

Entschieden zurück weist die Caritas den Vorwurf, dass die Kirche die wertvolle Arbeit der KindergartenpädgogInnen nicht zu schätzen wisse. Die Caritas setzt sich generell seit Jahren für eine höhere gesellschaftliche Anerkennung von KindergartenpädagogInnen ein, so Bürgler-Scheubmayr: "Sie leisten einen unschätzbar wichtigen Beitrag für die Gesellschaft, dessen Wert derzeit noch viel zu gering bemessen wird: Der Kindergarten als Bildungseinrichtung fördert die Kinder frühzeitig in ihrer kognitiven und sozialen Entwicklung und schafft die Basis für eine  erfolgreiche Bildungslaufbahn und gesellschaftliche Chancengleichheit."

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