Armut in Österreich

Jeder 7. Mensch in Österreich ist von Armut und Ausgrenzung betroffen.

Armut ist oft erst auf den zweiten Blick sichtbar. Meist spielen sich Existenzsorgen und Nöte hinter verschlossenen Türen ab. Treffen kann es aber jeden – denn Krisensituationen wie der Verlust des Arbeitsplatzes, Trennung, Krankheit und steigende Wohnungspreise sind Armutsfallen, die jederzeit zuschnappen können.

Wie zum Beispiel bei Frau A., einer Alleinerzieherin, die völlig verzweifelt in einer Caritas-Sozialberatungstelle in Oberösterreich Hilfe gesucht und gefunden hat: mit ihren zwei Kindern musste sie vor ihrem gewalttätigen Lebensgefährten flüchten und hatte sich schnell eine kleine Wohnung angemietet. Sie erhielt aber keine Wohnbeihilfe, weil der Mietpreis über 7 €  pro Quadratmeter lag. Das bedeutete, dass sie sich die Mietkosten nicht mehr leisten konnte und eine neue Wohnung suchen musste. In dieser Zeit hat die Caritas die Familie mit Lebensmitteln unterstützt und ihr mit Beratung und bei der Neuanmietung einer Wohnung unter die Arme gegriffen.

Wer ist besonders betroffen?

Gerade Familien sind von Armut bedroht. Besonders armutsgefährdet sind AlleinerzieherInnen (30%) und Familien mit mindestens drei Kindern (25%). Bei beiden Gruppen liegt die Armutsgefährdungsquote fast doppelt so hoch wie bei der Gesamtbevölkerung (14,1%). Das ist auch eine Erfahrung der Caritas-Sozialberatungsstellen in Oberösterreich: Bis Ende September haben heuer hier bereits 1.648 Familien in Not Hilfe gesucht – mit 3.884 Kindern.

Helfen wir gemeinsam armutsbetroffenen Menschen in Oberösterreich!

Dank Ihrer Spenden kann die Caritas Menschen in Notsituationen in Oberösterreich mit verschiedenen Angeboten zur Seite stehen. Mit Unterstützung in den 12 regionalen Caritas-Sozialberatungsstellen, dem Haus für Mutter und Kind sowie Krisenwohnplätzen, dem Help-Mobil und weiteren Wohn- und Betreuungsangeboten für Obdachlose. Außerdem werden Kinder aus sozial benachteiligten Familien in acht Lerncafés gefördert.

 

So können Sie helfen

Ein Babypaket

Mit 30 Euro schenken Sie einer armutsbetroffenen Jungfamilie oder Alleinerzieherin die Erstausstattung für ihr Baby, mit Babynahrung, Windeln und Kleidung.

Ein Schlafsack für Obdachlose

Mit 50 Euro schenken Sie einer obdachlosen Person einen Schlafsack und somit Wärme in kalten Nächten.

Ein Bildungsgutschein für Menschen in Not

Mit 300 Euro wird eine soziale bedürftige Person bei der Aus- und Weiterbildung unterstützt.

Babypaket für einen guten Start

Symbolfoto © Caritas

Frau H. freut sich über ihr Baby. Ihre finanzielle Lage ist aber durch die Geburt ihrer Tochter noch schwieriger geworden. Sie ist seit kurzem Alleinerzieherin und muss für die laufenden Lebenserhaltungskosten selbst aufkommen. Das Geld reicht gerade aus, um die Miete zu bezahlen und Essen zu kaufen. Mit einer Erstausstattung, die sie von der Caritas Sozialberatungsstelle bekam, hat sie zumindest das Notwendigste für die erste Zeit nach der Geburt ihrer Tochter: Windeln, Socken, Strampler und Pflegeprodukte.

Basisversorgung für obdachlose Menschen

Symbolfoto © Caritas

"Nicht nass werden und nicht auskühlen, das ist das Wichtigste", erzählt Herr K. Seit fünf Jahren lebt er auf der Straße. "Wenn ich doch krank werde, bin ich dankbar, dass mich die Help-Mobil-Ärzte kostenlos behandeln, obwohl ich nicht versichert bin."
Das Help-Mobil bietet obdachlosen und nicht versicherten Menschen medizinische Notversorgung an. Zwei Mal in der Woche macht das Help-Mobil in den Abendstunden an mehreren Standorten in Linz halt. Neben der medizinischen Versorgung können sich Obdachlose auch mit Schlafsäcken, Unterwäsche und Kleidung versorgen und mit Tee und Keksen stärken.

Bildungsgutschein für eine bessere Zukunft

Symbolfoto © Caritas

Frau M. ist 33 Jahre alt und Alleinerzieherin. Nach zwei Unfällen kann sie ihren gelernten Beruf im Gastgewerbe nicht mehr ausüben. Sie hat eine Ausbildung zur Sozialpädagogin begonnen, muss aber die Hälfte der Kosten selbst begleichen. Aufgrund ihres geringen Einkommens (Mindestsicherung) wird dieser Betrag aus dem Bildungsfonds der Caritas bezahlt und somit Frau M. geholfen, in einem anderen Beruf eine Arbeit zu finden. Kindern aus einkommensschwachen Familien wird soziale Integration durch bezahlte Deutschkurse oder die Übernahme von Schulveranstaltungskosten für Projekttage und Schikurse ermöglicht.