Häufig gestellte Fragen
Fragen und Antworten
Fragen und Antworten zur Caritas allgemein
Wem hilft die Caritas?
Die Caritas hilft Menschen in Notsituationen, etwa bei Armut. Krankheit, Behinderung oder Pflegebedürftigkeit - und zwar ungeachtet von Geschlecht, Herkunft, religiöser Zugehörigkeit etc.. CaritasmitarbeiterInnen haben durch den täglichen Umgang mit den Betroffenen große Erfahrung und überlegen genau, was den Hilfesuchenden auf Dauer nützt.
Neben der Nothilfe bietet die Caritas aber auch unterschiedlichste Dienstleistungen an, die, je nach Bereich, von der öffentlichen Hand zur Gänze oder zum Teil finanziert sein können. Das Angebot reicht von der Alten- und Familienhilfe über Kindertageseinrichtungen bis zur Begleitung und Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen.
Wozu Caritas, wenn es den Sozialstaat gibt?
Der Sozialstaat weist aufgrund sich verändernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher Entwicklungen immer mehr Lücken auf. Es zeigt sich, dass unser soziales Sicherungssystem nicht oder viel zu langsam auf gesellschaftlichen Wandel reagiert. So erzeugt zum Beispiel die Zunahme von atypischen Beschäftigungsverhältnissen eine neue Armut. Ein geringeres Einkommen schlägt sich dann in der Folge auch in niedrigeren Sozialleistungen bei Krankheit, Arbeitslosigkeit oder in der Pension nieder. Dazu kommen geänderte Familienstrukturen - so sind gerade Alleinerziehende einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt. Weitere Faktoren, die Menschen trotz Sozialstaat in die Armut treiben: Arbeitslosigkeit, steigende Energie- und Mietkosten.
Wie kann ich bei der Caritas mithelfen?
Bei der Caritas in OÖ. gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, ehrenamtlich mitzuarbeiten. Von der Begleitung Hilfsbedürftiger über den Einsatz besonderer Qualifikationen bis zu handwerklichen Tätigkeiten reicht die Palette der Einsatzmöglichkeiten. Es gibt viele Wege, zur Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen beizutragen.
Ich möchte vor Ort im Katastrophengebiet helfen. Wo kann ich mich hinwenden?
Die Caritas verfügt über ein internationales Netzwerk an Partnerorganisationen weltweit und kann daher meist auf lokale Fachkräfte und Personal zurückgreifen. Österreichisches Personal wird von der Caritas Österreich in der Regel nur entsandt, wenn es sich um Fachkräfte (Wassertechniker…) handelt, deren Qualifikationen vor Ort gerade gebraucht werden. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten der Mithilfe bei der Auslandshilfe der Caritas in OÖ.
Fragen zum Thema Spenden(verwendung)
Woher weiß ich, ob meine Spende dem richtigen Zweck zukommt?
Jede Spende kommt ihrem Zweck zu.
Caritas-Arbeit heißt nicht, dass Geld einfach weitergegeben wird. Wenn materielle (z.B. Kleiderspenden) oder finanzielle Unterstützung von der Caritas geleistet wird, dann nur punktuell und zur Überbrückung der akuten Notlage. Ob jemand Anspruch auf diese Hilfe hat, wird anhand der Einkommens- und Ausgabensituation genau geprüft. Prinzipiell leistet die Caritas in erster Linie "Hilfe zur Selbshilfe". Gemeinsam mit den KlientInnen werden langfristige Perspektiven entwickelt, um ihnen ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Dazu wird die Eigenverantwortung und -initiative der Menschen eingefordert.
Wer kontrolliert die Caritas?
Die Caritas wird nach den Kriterien des Spendengütesiegels von einem Wirtschaftsprüfer geprüft. Damit wird der Umgang mit Spendengeldern im Sinne der Spender bestätigt. Der Spendeneingang, der Mittelverbrauch und die für Verwaltung und Werbung verwendeten Beträge werden im Bilanzteil des Jahresberichtes auf der Homepage veröffentlicht.
Die Bücher werden von externen Wirtschaftstreuhändern und von den Finanzbehörden geprüft. Öffentliche Mittel, die von der Caritas verwendet wurden, unterliegen der Kontrolle der öffentlichen Hand. Das Finanz- und Rechnungswesen unterliegt internen Regelungen unseres Organisationshandbuches.
Wie viel von Spendengeldern wird für den Verwaltungsaufwand verwendet?
Wer ordentlich und solide helfen will, muss Verwaltungsarbeit leisten. Um jede einzelne Spende gewissenhaft ihrer Zweckwidmung zuzuführen, ist eine genaue und sorgfältige Buchhaltung erforderlich. Die Caritas ist aber sehr bemüht, möglichst kostengünstig zu arbeiten und Personal und Materialressourcen effizient einzusetzen. Die Kosten für Werbung und internen Aufwand zur Spendenaufbringung lagen 2011 bei 9,18% des Spendenvolumens - dies ist ein Durchschnittswert über alle Spendenprojekte. Mit diesem Wert liegen wir sehr deutlich unter jenem vieler anderer großer Spendenorganisationen. Spendenwerbung ist jedoch gerade angesichts der immer zahlreicher werdenden Spendenorganisationen notwendig - wir müssen auf die Caritas aufmerksam machen, um die Existenz unserer Hilfe für Menschen in Notlagen zu sichern.
"Kann meine Spende wirklich etwas bewegen?”
Jede Spende kann viel bewirken, wie folgende Beispiele zeigen:
€ 5,-
• Waschpulver für eine Familie für einen Monat
• Grundausstattung mit Hygieneartikeln für 1 Person für einen Monat
€ 7,-
• Schuljause für ein Kind für eine Woche
€ 10,-
• 1 Monat Mittagessen in einer Obdachlosenausspeisung
• 1 Packung Babynahrung
€ 20,-
• Lebensmittel für eine Person für eine Woche
€ 50,-
• Zuschuss für einen Ofen, einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine
€ 100,-
• Babystartpaket (Windeln, Kleidung, Decken)
Wem kommen die Sachspenden zugute?
An bedürftige Menschen in Oberösterreich werden kostenlos Sachspenden ausgegeben, nachdem zuvor der Bedarf von einer Beratungsstelle der Caritas geprüft wurde.
Qualitativ besonders hochwertige Sachspenden werden zu günstigen Preisen in den CARLA-Läden Linz und Braunau zum Verkauf angeboten; der Erlös kommt wieder der Hilfe bedürftiger Menschen in Oberösterreich zugute.
In Ausnahmefällen werden von der Auslandshilfe auch Hilfstransporte ins Ausland durchgeführt. Es ist jedoch in den meisten Fällen sinnvoller, Waren in den Ländern vor Ort einzukaufen, um die lokale Wirtschaft zu stärken und die teilweise sehr hohen Transportkosten zu vermeiden.
Warum hilft die Caritas so viel im Ausland?
Die Caritas hilft mehr im Inland als im Ausland.
Mehr als 90 % aller Aktivitäten und Dienstleistungen erbringt die oberösterreichische Caritas für Menschen in Oberösterreich.
Wofür Spenden verwendet werden, bestimmt nicht die Caritas, sondern bestimmen die Spender. Jede einzelne Spende (Zahlschein) wird zu 100 % entsprechend seiner Widmung behandelt. In der Regel entfallen rund 2/3 aller Spenden auf Inlands- und 1/3 auf die Auslandsarbeit.
Richtig ist aber, dass wir aus unserem christlichen Selbstverständnis heraus allen Menschen helfen. Ob sie Inländer oder Ausländer sind oder welche Hautfarbe sie haben, spielt keine Rolle.
Fragen und Antworten zum Thema Flüchtlings- und MigrantInnenhilfe
Stimmt es, dass die Caritas Flüchtlinge ins Land holt?
Die Caritas holt keine Flüchtlinge ins Land, sondern setzt sich dafür ein, dass in Österreich bereits aufhältige AsylwerberInnen entsprechend der Menschenrechte behandelt werden.
Nicht jeder hat ein Recht auf Asyl, aber jeder hat ein Recht auf ein faires, rechtsstaatliches und den Menschenrechten entsprechendes Asylverfahren.
Die Asylverfahren können heute immer noch Jahre dauern.
Die Caritas setzt sich daher für rasche und professionelle Verfahren ein, um schnell und genau zu klären, wer Asyl bekommt, und wer Österreich wieder verlassen muss.
Die Caritas hilft auch bedürftigen, rückkehrwilligen Flüchtlingen sehr erfolgreich bei der Rückkehr in die Heimatländer. Und die Caritas hilft Menschen in Not in ihren Heimatländern vor Ort, damit sie ihre Heimat nicht verlassen müssen.
Gibt die Caritas für Flüchtlinge wirklich so viel Geld aus?
Der Staat Österreich hat sich durch die Unterzeichnung der Genfer Konvention über Flüchtlinge (1955) dazu verpflichtet, asylsuchenden Personen ein faires Verfahren zur Klärung der Asylgründe zu ermöglichen und während der Dauer des Verfahrens für die Deckung der existentiellen Grundbedürfnisse zu sorgen. Die mit 1.5.2004 in Kraft getretene Grundversorgungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern sieht verschiedene Leistungen für hilfs- und schutzbedürftige AsylwerberInnen und Fremde vor. Schwerpunkte der Leistungen bilden die Verpflegung, Unterbringung und eine Krankenversicherung. Die Gesamtkosten der Grundversorgung werden zwischen dem Bund und den Ländern in einem Schlüssel von 60:40 geteilt. Sozialorganisationen wie u.a. auch die Caritas betreiben in Oberösterreich im Auftrag des Landes Unterkünfte im Rahmen der Grundversorgung, die Kosten werden von Bund und Land getragen.
Wieviel Geld erhalten AsylwerberInnen?
Die Caritas ist ebenso wie andere Sozialorganisationen auszahlende Stelle des Geldes, das AsylwerberInnen von Seiten der öffentlichen Hand erhalten. Je nach Unterbringungsart gibt es verschiedene Richtsätze. (Stand: 2007)
a) Bei Unterbringung in einem Konzessionsbetrieb erhalten AsylwerberInnen im Monat 40 Euro Taschengeld pro Person. Einmal jährlich gibt es 150 Euro Bekleidungsgeld in Form von Gutscheinen und pro Schulkind 200 Euro Schulgeld im Jahr.
b) Bei Unterbringung in einem Selbstversorgerhaus, wie sie z. B. von der Caritas im Auftrag des Landes geführt werden, erhalten die AsylwerberInnen keinerlei Verpflegung. Die finanzielle Unterstützung beträgt pro Erwachsenem (ab 18. Lj.) 150 Euro/Monat, pro Kind 110 Euro/Monat. Zuzüglich erhalten sie Bekleidungsgeld und Schulgeld wie oben angeführt.
c) Bei Privatunterbringung, bedingt Erlaubnis der Landesregierung, erhalten AsylwerberInnen, wenn sie keine eigenen Mittel haben, pro Erwachsenem 180 Euro/Monat, pro Kind 80 Euro/Monat. Als Mietzuschuss bekommen Einzelpersonen bis zu 110 Euro/Monat, Familien bis zu 220 Euro/Monat. Voraussetzung ist ein gültiger, vergebührter Mietvertrag. Zuzüglich erhalten sie Bekleidungsgeld und Schulgeld.
Alle AsylwerberInnen sind krankenversichert, wobei ihnen nur die notwendigsten Leistungen bezahlt werden.
Werden Caritas-Spenden für die Flüchtlings- und MigrantInnenhilfe verwendet?
Wofür Spenden verwendet werden, bestimmt nicht die Caritas, sondern die SpenderInnen selbst. Denn jede einzelne Spende wird ausschließlich entsprechend ihrer Widmung verwendet. Die Caritas wird von einem unabhängigen, externen Wirtschaftsprüfer genauestens geprüft. Allgemeine Spenden ohne konkrete Widmung werden in jenen sozialen Arbeitsfeldern eingesetzt, wo sie am dringendsten gebraucht werden.
Die Flüchtlingshilfe der Caritas in OÖ. (Grundversorgung von AsylwerberInnen und Fremden in Form von Beratung und Betreuung in Unterkünften) wird im Auftrag der öffentlichen Hand erbracht und von dieser zur Gänze finanziert. Spenden werden in der Flüchtlingshilfe nicht verwendet, außer es wird von den SpenderInnen ausdrücklich der Verwendungszweck "Flüchtlingshilfe" angegeben - dann werden diese Gelder selbstverständlich gemäß ihrer Zweckwidmung verwendet. Ansonsten kommen Spenden in der MigrantInnenhilfe zum Einsatz, wo Menschen mit einem gültigen Aufenthaltsrecht in Österreich in Notsituationen unterstützt werden. Weiters werden Spenden für Integrationsprojekte wie z.B. PARAPLÜ verwendet.
Wie ist die Zuwanderung in Österreich geregelt?
Die Möglichkeiten der legalen Zuwanderung nach Österreich sind extrem begrenzt und beschränken sich hauptsächlich auf den Familiennachzug und auf so genannte "Schlüsselkräfte". Für die Erteilung eines erstmaligen Aufenthaltstitels sind seit 01.01.2006 folgende Voraussetzungen zu erfüllen (§§ 11 ff NAG):
- Nachweis eines Rechtsanspruchs auf eine ortsübliche Unterkunft (Mietvertrag).
- Nachweis einer Krankenversicherung.
- Nachweis eines ausreichenden Einkommens (bzw. Unterhalts)
- Eingehen der Integrationsvereinbarung (d.h.: Verpflichtung zur erfolgreichen Absolvierung eines Deutschkurses.
- Freier Quotenplatz (sofern für den jeweiligen Aufenthaltstitel notwendig)
In der Praxis ist der Nachweis eines ausreichenden Einkommens besonders problematisch. Es wird verlangt, dass Alleinstehende bzw. volljährige Personen mindestens Euro 784,-, Ehepaare Euro 1.175,- sowie pro minderjährigem Kind zusätzlich Euro 82,- an verfügbarem Einkommen nachweisen müssen. Verfügbares Einkommen heißt, dass bestimmte Fixkosten wie die Miete (hier gilt aber ein Freibetrag von Euro 250,-), Alimentationspflichten oder Kreditbelastungen vom Nettoeinkommen abgezogen werden, die oben genannten Beträge müssen übrig bleiben. (Die angeführten Beträge betreffen das Jahr 2010 und erhöhen sich jährlich.)
Dürfen Ausländer uneingeschränkt in Österreich arbeiten?
Für Fremde ist der Zugang zum Arbeitsmarkt mit wenigen Ausnahmen genehmigungspflichtig. Es gibt dafür je nach Aufenthaltsdauer bzw. -art verschiedene strenge Regelungen. Das Limit für die Beschäftigung von AusländerInnen in Österreich stellt die Bundeshöchstzahl dar. Diese besagt, dass die Gesamtzahl der unselbständig beschäftigten und arbeitslosen AusländerInnen den Anteil von 8 % des österreichischen Arbeitskräftepotentials nicht übersteigen darf. Ist diese Höchstzahl überschritten, können nur mehr in bestimmten Ausnahme-Fällen bis zum Ausmaß von 9 %, aber nur für spezielle Personengruppen, an deren Beschäftigung besondere öffentliche oder gesamtwirtschaftliche Interessen bestehen, Sicherungsbescheinigungen und Beschäftigungsbewilligungen erteilt werden. AsylwerberInnen haben während ihres Verfahrens ebenfalls nur mit einer besonderen Bewilligung Zugang zum Arbeitsmarkt, diese wird jedoch in den seltensten Fällen ausgestellt.
Nützen die Ausländer unser Sozialsystem aus?
Unser Sozialsystem funktioniert wie eine Versicherung. Auf Grund gesetzlich vorgeschriebener Einzahlungen erwirbt jeder Bürger gewisse Ansprüche auf soziale Leistungen. AusländerInnen sind gleichberechtigt bei den vorgeschriebenen Einzahlungen, genießen aber nicht die gleichen Rechte bei der Inanspruchnahme von Leistungen.

