Erdeben in Nepal

Mittlerweile stieg die Zahl der Opfer der beiden Erdbeben, die im April und im Mai Nepal erschütterten, auf 8.702 Personen. Etwa 20.000 Menschen wurden verletzt. Auch die Zahl der zerstörten Häuser steigt weiterhin rapide an: Laut der nepalesischen Regierung wurden 505.745 Häuser komplett zerstört und weitere 279.330 beschädigt.

Seit Anfang Juni sind bei mehreren Erdrutschen mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Mit der bevorstehenden Monsunzeit wird befürchtet, dass es zu weiteren Murenabgängen kommen wird.

2,8 Millionen Menschen sind schätzungsweise noch auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Versorgung von 864.000 Menschen in schwer zugänglichen Regionen hat momentan oberste Priorität. In Nepal leben 40% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, speziell in den ländlichen Regionen. Diese Menschen haben nun zusätzlich ihre Häuser verloren. Bislang haben ca. 762.000 Menschen Notunterkünfte und Nothilfepakete durch die internationale Gemeinschaft bekommen.

Die Caritas bittet dringend um Spenden für die Opfer des Erdbebens in Nepal:

Helfen Sie den Menschen in Nepal, schicken Sie ein Nothilfepaket! Ein Paket mit Zeltplanen, Decken und Moskitonetzen kostet 39 Euro, ein Lebensmittelpaket mit Reis, Bohnen und Kartoffeln 36 Euro.

 

Caritas Oberösterreich Spendenkonto:
RLB OÖ
IBAN: AT20 3400 0000 0124 5000
BIC: RZOOAT2L
Kennwort: Erdbeben Nepal

Hilfe braucht einen langen Atem

Die Verteilung von Shelter-Materialien (Materialien für Unterkünfte) noch vor Beginn des Monsuns bleibt eine der Hauptprioritäten der internationalen Hilfe. Das internationale Caritas-Netzwerk hat bisher schon knapp 200.000 Menschen mit Nothilfegütern erreicht. Aufgrund des herannahenden Monsuns werden derzeit vor allem Wellbleche in den Distrikten verteilt, damit die Menschen sich notdürftig ein Zuhause zimmern können.


Bisher wurden 194.405 Menschen mit Notunterkünften und Haushaltartikeln (Planen, Matten und Decken), Essen und Hygieneartikeln erreicht. Weitere 2.601 Personen wurden medizinisch versorgt und psychologisch betreut.

Jetzt online spenden

Caritas Mitarbeiterin Judith Stemerdink-Herret erlebt das zweite Beben vor Ort

"Wir haben alle gezittert, viele haben geweint." Die österreichische Caritas-Helferin Judith Stemerdink-Herret hat das neue schwere Erdbeben im Stadtzentrum von Kathmandu miterlebt. "Es war wirklich heftig und beängstigend. Ich habe gerade in einem Zelt im Hof Mittag gegessen, als wir es gespürt haben. Im Büro ist unser Erdbebenalarm losgegangen. Wir sind dann alle durch das Tor nach draußen gelaufen, es war schwierig, einen offenen Bereich in den engen Gassen zu finden. 20 Personen standen dann draußen, um uns herum die hohen Häuser, wir hatten Angst, dass sie einstürzen. Alle waren fürchterlich nervös und ängstlich." 

 

Die Caritas-Mitarbeiter befanden sich auch knapp eine Stunde nach dem Erdbeben weiterhin im Freien. "Es hat schon mehrere Nachbeben gegeben." Riskant sei es auch, im Schatten Schutz zu suchen, weil solche Flächen im Normalfall nahe bei Mauern und Wänden seien. Man müsse überlegen, "gehe ich rein auf die Toilette oder Wasser holen und riskiere mein Leben?", sagte Stemerdink-Herret.

"Alle Menschen versuchen, ihre nächsten Angehörigen zu erreichen", sagte Stemerdink-Herret. In den ersten Minuten nach dem Beben hätten weder Telefon noch Internet funktioniert.

 

 

So hilft die Caritas

Bisher hat die Caritas Österreich 725.000 € für die Nothilfe bereitgestellt, der Großteil der Mittel fließt in die Verteilung von Shelter Materialien. In Anbetracht des herannahenden Monsuns wird dies vor Ort als höchste Priorität angesehen. In einem weiteren Schritt wird auch Saatgut an Bauern, die im Zuge des Erdbebens ihre Saatgutvorräte verloren haben, verteilt, sowie die medizinische Grundversorgung wiederhergestellt und verlorene Lehr- und Lernmaterialien ersetzt.

Mit einer Patenschaft für Katastropheneinsätze ermöglichen Sie rasche und unbürokratische Hilfe im Katastrophenfall

  • 15.000 Familien erhalten Planen und Zelte und müssen nun nicht mehr ungeschützt unter freiem Himmel im Regen schlafen. © Jake Lyell/Catholic Relief Services

    15.000 Familien erhalten Planen und Zelte und müssen nun nicht mehr ungeschützt unter freiem Himmel im Regen schlafen. © Jake Lyell/Catholic Relief Services

  • Vor Ort werden dringend Nahrungsmittel, Wasserreinigungstabletten, Zelte, Medikamente und Güter des täglichen Bedarfs benötigt. © Caritas Australia

    Vor Ort werden dringend Nahrungsmittel, Wasserreinigungstabletten, Zelte, Medikamente und Güter des täglichen Bedarfs benötigt. © Caritas Australia

  • Die Caritas verteilt Lebensmittelpakete mit Reis, Bohnen, Linse, Salz und Tee.

    Die Caritas verteilt Lebensmittelpakete mit Reis, Bohnen, Linse, Salz und Tee.

  • In vielen Ortschaften steht kein Haus mehr. Die Menschen brauchen dringend Zelte. © Caritas Australia

    In vielen Ortschaften steht kein Haus mehr. Die Menschen brauchen dringend Zelte. © Caritas Australia

  • Am dringendsten benötigen die Menschen jetzt Zelte und Notunterkünfte. In ein paar Wochen beginnt die Monsunsaison. © Jake Lyell/Catholic Relief Services

    Am dringendsten benötigen die Menschen jetzt Zelte und Notunterkünfte. In ein paar Wochen beginnt die Monsunsaison. © Jake Lyell/Catholic Relief Services

  • Es werden 10.000 Hygienekits, 2.000 Planen, 16.700 Wasseraufbereitungstabletten sowie 40.000 Stück Seife verteilt. © Jake Lyell/Catholic Relief Services

    Es werden 10.000 Hygienekits, 2.000 Planen, 16.700 Wasseraufbereitungstabletten sowie 40.000 Stück Seife verteilt. © Jake Lyell/Catholic Relief Services

  • Das Haus dieser Familie wurde zerstört. Die Caritas hilft mit Zeltmaterial, Trinkwasser und Lebensmitteln. © Caritas Australia

    Das Haus dieser Familie wurde zerstört. Die Caritas hilft mit Zeltmaterial, Trinkwasser und Lebensmitteln. © Caritas Australia