Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

3. Meeting Targu Mures (ROM) 15. - 18. Oktober 2018

An unserem dritten transnationalen Treffen nahmen 28 Fachkräfte aus allen sechs Partnerorganisationen teil, einschließlich einiger Kolleginnen und Kollegen der Caritas Alba Iulia, welche extra für das Treffen anreisten, um ihre Arbeit vorzustellen.

Das Treffen fand vom 15. Oktober bis zum 18. Oktober 2018 in Târgu Mureş (Rumänien) statt. Gastgeber für dieses Treffen war die "Caritas - Asistenta Sociala, Filiala Organizatiei Caritas Alba Iulia“. Die Anreise der Teilnehmer erfolgte bereits am 14. Oktober, sodass sich alle bei einem gemeinsamen Abendessen auf die bevorstehenden Tage einstimmen konnten und Raum zum Kennenlernen neuer Teilnehmender gegeben war.

Der erste Tag begann mit einer Begrüßung und einer anschließenden Vorstellungsrunde aller Fachkräfte und Teilnehmer. Das Programm des Tages beinhaltete vor allem verschiedene fachliche Inputs. Zunächst hörten wir einen Vortrag des Programmkoordinators der Caritas Alba Iulia, Alexandru Kelemen, zu den sozialen Herausforderungen in Rumänien. Mehr als 300.000 Kinder in Rumänien haben Eltern, die im Ausland arbeiten. Dies bedeutet, dass alleinerziehende Elternteile zugleich die Rolle von Mutter und Vater einnehmen müssen, Den Kindern fehlen oft Rollenvorbilder oder sie müssen zwangsläufig die Rolle des fehlenden Elternteils übernehmen und sich um die jüngeren Geschwisterkinder kümmern. Anschließend berichtete Christina Rat, Dozentin und Leiterin des Fachbereichs Soziologie der Universität Cluj-Napoca, von der vorherrschenden, aktuellen Familienpolitik und dem Kindesschutz in Rumänien.

Unsere Gastgeberin Kinga Hubbes präsentierte die Caritas Alba Iulia und die Arbeit des Trägers mit Familien. Unter anderem besteht seit dem Jahre 2005 ein Programm für frühe Entwicklung und Bildung für Kinder von 0-7 Jahren. Ziel der Kollegen ist es, eine altersgerechte körperliche und intellektuelle Entwicklung des Kindes zu erreichen, sowie soziale und emotionale Kompetenzen zu fördern und zu stärken. Auch ein Programm für Eltern sowie eine Schwangerschaftsberatung werden vor Ort angeboten. Eine besondere Hilfe stellt das „Saint Barbara Counseling and Support Center“ in Petrosani dar. Hier liegt der Schwerpunkt vor allem bei den Eltern, denen Hilfe und Unterstützung in Erziehungsfragen und bei Schwierigkeiten angeboten wird, zum Beispiel bei der gemeinsamen Bewältigung und Lösung von familiären Problemen, um eine Entnahme der Kinder aus den Familien wenn möglich zu verhindern.

Auch die Arbeit in den Familienforen stand im Vordergrund. Nacheinander berichteten alle Partnerländer über ihre Fortschritte und Erfolge aber auch über Misserfolge in der Arbeit mit den Familienforen. So berichtete Rumänien von vielen Erfolgen, die sie in der Arbeit mit den Familienforen bereits verbuchen können, auch von Herausforderungen, vor denen sie bei der Durchführung von Foren speziell für Roma-Familien stehen.

Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen.

Der zweite Tag des Treffens widmete sich vor allem der Praxis. Am Morgen besuchten wir einen Dienst der Caritas in Sangeorgiu de Mures, wo uns unter anderem die Angebote für Roma-Familien vorgestellt wurden. Vor Ort erfuhren wir, dass Bildung in den Roma-Familien nur einen sehr geringen Stellenwert besitzt. Viele Eltern schicken ihre Kinder nicht in die Schulen, können selber nicht lesen und schreiben und ihre Kinder nicht bei den Hausaufgaben unterstützen. Die Kollegen der Caritas vor Ort besuchen die Familien regelmäßig, um eine vertraute und freundschaftliche Beziehung aufzubauen und die Eltern über den Wert der Bildung aufzuklären und sie einzuladen, auch die Bildungsangebote der Caritas für Familien wahrzunehmen. So gibt es für die Kinder zum Beispiel niederschwellige Lernangebote oder Hilfestellung bei Schulaufgaben. Für die Erwachsenen gibt es Alphabetisierungskurse, Mathematikkurse oder Kurse zur Vermittlung digitaler Kompetenzen. Anschließend besuchten wir ein abgeschiedenes Dorf, in dem, getrennt von den anderen Dorfbewohnern, viele Roma-Familien leben. Hier besuchten wir eine kleine Schule, in der nachmittags Lernangebote für die Roma-Kinder durchgeführt werden. Nachmittags besuchten wir in Sangeorgiu de Padure eine Tageseinrichtung für benachteiligte Kinder, in welcher ebenfalls ergänzende Lern- und Bildungsangebote im Vordergrund stehen.

Der dritte und letzte Tag des transnationalen Treffens stand ganz im Zeichen der internen Projektarbeit. Nach einem gemeinsamen Austausch arbeiteten alle Länder in Kleingruppen an den qualitativen und quantitativen Indikatoren, die den Stand der bisherigen Arbeit verdeutlichen. Nach einem Ausblick auf das vierte transnationale Treffen, welches vom 25. bis 27. März 2019 in Kaunas (Litauen) stattfinden wird, endete das Treffen mit einem gemeinsamen Mittagessen.

Our third transnational conference was attended by 28 professionals from all six partner organisations, including some colleagues from Caritas Alba Iulia who travelled specially for the conference to present their work.

The conference was held took from 15 October to 18 October in Târgu Mureş (Romania). The conference was hosted by the “Caritas - Asistenta Sociala, Filiala Organizatiei Caritas Alba Iulia”. Attendees arrived early on 14 October, so that everyone could get ready for the days ahead at a joint dinner together that included the opportunity to get to know new participants.

The first day began with a greeting and a subsequent round of introductions of all professionals and attendees. The programme of the day primarily consisted of various technical inputs. First, we heard a presentation by the Caritas Alba Iulia programme coordinator, Alexandru Kelemen, on social challenges in Romania. More than 300,000 children in Romania have parents who work abroad. This means that single parents must assume the role of mother and father at the same time, children often lack role models or they must inevitably take on the role of the missing parent and look after the younger siblings. Christina Rat, lecturer and head of the Department of Sociology at the University of Cluj-Napoca, then reported on current family policy and child protection in Romania.

Our host Kinga Hubbes introduced the Caritas Alba Iulia and the sponsor’s work with families. Among other things, a programme for early development and education for children aged 0-7 has been in place since 2005. The aim of these colleagues is to achieve age-appropriate physical and intellectual development for children as well as to promote and strengthen social and emotional competencies. A programme for parents and pregnancy counselling are also offered on site. The “Saint Barbara Counselling and Support Center” in Petrosani represents a special form of assistance. The main focus here is on parents, who are offered help and support in matters of upbringing and difficulties, for example in jointly coping with and solving family problems in order to prevent children from being removed from their families if possible.

Work in family forums likewise represented a focal point. One after the other, all partner countries reported on their progress and successes, but also on failures in working with the family forums. For example, Romania reported many successes in working with the family forums, including the challenges they face in organising forums specifically for Roma families.

The day came to an end with a joint dinner.

The second day of the conference was devoted mainly to practical matters. In the morning we visited a Caritas service in Sangeorgiu de Mures, where we were introduced to offerings for Roma families. Whilst there, we learned that education is of very little importance in Roma families. Many parents do not send their children to school, cannot read and write themselves and do not help their children with their homework. The Caritas colleagues in the field visit the families regularly in order to establish a familiar and friendly relationship and to educate the parents about the value of education and to invite them to take advantage of educational opportunities for families offered by Caritas. For example, children are offered low-threshold learning opportunities or assistance with homework. For adults, there are literacy courses, mathematics courses or courses to teach digital skills. After that, we visited a secluded village where many Roma families live, separated from the other villagers. While there, we visited a small school where learning opportunities for Roma children are offered in the afternoon. In the afternoon, we visited a day care centre for disadvantaged children in Sangeorgiu de Padure, where supplementary learning and educational opportunities are also offered.

The third and final day of the transnational conference was dedicated to internal project work. After an opportunity to exchange views, all countries worked in small groups on the qualitative and quantitative indicators that illustrate the status of the work to date. The conference concluded with a joint lunch following a preview of the fourth transnational conference, which will take place from 25 to 27 March 2019 in Kaunas (Lithuania).