Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Stellungnahme zu Vorfällen am Welser Volksfest

07.09.16

Nachdem es am vergangenen Wochenende am Welser Volksfest zu sexuellen Belästigungen gegenüber Frauen gekommen ist, ermittelt die Polizei gegen eine Gruppe von jungen Asylwerbern. Einvernommen wurden auch zwei Jugendliche aus der Caritas-WG für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Wels.

Als Caritas verurteilen wir die Vorfälle bzw. ein solches Verhalten gegenüber Frauen entschieden. Wir haben nach den Vorfällen intensive Einzel- und Gruppengespräche mit den Jugendlichen in unserer Einrichtung geführt und sie eindringlich dazu angehalten, dass sie sich vom Messegelände fern halten sollen, da unter Umständen auch ihre eigene Sicherheit gefährdet sein könnte. Die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge sind von den Ereignissen zutiefst betroffen und spüren den Generalverdacht, der in Teilen der Bevölkerung besteht. Einige Jugendlichen sind so verunsichert, dass sie nicht mehr vor die Tür gehen wollen.

Eine Ausgangssperre, wie von der Welser Stadtregierung gefordert, können wir nicht verhängen, weil es dafür keine rechtliche Grundlage gibt und wir uns selbst strafbar machen würden, wenn wir Menschen in einer Einrichtung einsperren.  Das gilt für alle Einrichtungen, egal, ob es sich dabei um Einrichtungen für Flüchtlinge oder andere Menschen handelt - mit Ausnahme von Strafanstalten. Die Caritas folgt in der Betreuung den Rahmenbedingungen, die von der Kinder- und Jugendwohlfahrt festgelegt sind und dem Jugendschutzgesetz entsprechen.

Strafrechtliche Konsequenzen für Fehlverhalten, der Umgang mit Sexualität und Alkohol sind immer wichtige Themen in der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen. Dieser Auftrag wurde von unseren BetreuerInnen selbstverständlich schon vor den Vorfällen ernst genommen und erfüllt.