Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Kinder- und Jugendkompetenzzentrum (KIJUK) St. Isidor startet

13.10.16

Foto v.l.: OÖGKK-Obmann Albert Maringer, Caritas-Geschäftsführerin Gertraud Assmann, Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer, Landeshauptmann Josef Pühringer und Caritas OÖ-Direktor Franz Kehrer mit Erich und Pädagogin Mirsada Malkoc im neuen KIJUK in St. Isidor.

 

Das neue „Kinder- und Jugendkompetenzzentrum“ (KIJUK) der Caritas in St. Isidor (Leonding) ist Anlaufstelle für Eltern, deren Kinder psychosoziale Probleme bzw. Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Es bündelt an einem Standort kostenlos verschiedene medizinische, therapeutische und pädagogische Leistungen sowie weitere Beratungs- und Unterstützungsangebote für die ganze Familie. In einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten die Partner Land OÖ, Oö. Gebietskrankenkasse und Caritas am 13. Oktober 2016 das Projekt vor.

„Entsprechend dem oö Gesundheitsziel Nr. 8 ‚Psychosoziale Gesundheit junger Menschen stärken‘ setzen wir im Sinne der Prävention auf möglichst frühzeitige und gezielte Angebote für psychisch belastete Kinder, Jugendliche und deren Eltern“, erklärt Gesundheitsreferent Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer. Das im Zentralraum einzigartige Leistungsangebot steht Kindern und Jugendlichen aus Linz Stadt und Land von der Geburt bis zum 19. Lebensjahr kostenlos zur Verfügung. „Wer ohnehin mit komplexen und fordernden Problemlagen konfrontiert ist, hat meist keine Zeit, aus der Vielzahl an Beratungsangeboten genau jenes Angebot herauszusuchen, dass die jeweilig notwendige Leistung zur Verfügung stellt. Durch die Garantie, dass sich fachübergreifende Angebote unter einem Dach befinden, ist eine rasche, unbürokratische und zielgerichtete Hilfestellung garantiert“, sagt Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer. Um die Leistungen des multiprofessionellen Teams in Anspruch nehmen zu können, braucht es keine ärztliche Überweisung. Um telefonische Terminvereinbarung wird gebeten, Eltern können sich ab sofort unter 0732/6791-7344 diesbezüglich melden. Geöffnet ist das Zentrum Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr. Eine Akutversorgung in psychosozialen Notfällen kann nicht angeboten werden, dafür sind weiterhin die Krisendienste Anlaufstelle.

Das Modell des KIJUK haben Land Oberösterreich, die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse und ein Sozialdienstleister erstmals 2012 im Innviertel umgesetzt. „Der Ausbau der psychischen Versorgung allgemein und jener für Kinder und Jugendliche im Besonderen ist einer der ganz großen Schwerpunkte der OÖGKK. Ein niederschwelliger Zugang und das Einbeziehen des sozialen Umfeldes wie Familie und Schule der Kinder und Jugendlichen sind wesentlich für eine erfolgreiche Diagnose und Therapie“, sagt OÖGKK-Obmann Albert Maringer.

Dr.in Gertraud Assmann, Geschäftsführerin der Caritas für Menschen mit Behinderungen: „Wir können in St. Isidor auf einen langjährigen und reichen Erfahrungsschatz in der Arbeit Kindern und Jugendlichen mit verschiedenen Formen von Beeinträchtigungen zurückgreifen. Diese können wir nun in das neue KIJUK einbringen und u.a. folgende Leistungen anbieten: Klinische- und Gesundheitspsychologie, Psychotherapie, Ergo- und Logopädie, Eltern-Austauschgruppen, Sozialberatung, medizinische Abklärung sowie pädagogische Angebote. Im interdisziplinären Team wird überlegt, welche Form der Behandlung den jeweils individuellen Bedürfnissen entspricht.

Für das KIJUK St. Isidor haben die Sozialabteilung und die Abteilung Gesundheit des Landes OÖ je 25 Prozent der Errichtungskosten von 895.000 Euro getragen. Die andere Hälfte des Betrages stammt von Spenderinnen und Spendern der Caritas für Menschen mit Behinderungen. Die laufenden jährlichen Kosten von rund 683.000 Euro werden zu 50 Prozent von der OÖGKK und zu je 25 Prozent von der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe und der Abteilung Soziales des Landes OÖ übernommen.

Franz Kehrer, MAS, Direktor der Caritas in Oberösterreich, bedankt sich bei den Kostenträgern und SpenderInnen. „Als Caritas ist es uns ein ,Herzensanliegen‘ Familien in schwierigen Situationen zur Seite zu stehen. Kinder und ihre Familien zu stärken, damit sie ein gutes Leben führen können, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das neue KIJUK der Caritas in St. Isidor ist eine ,Kraftquelle‘ dafür. Wir sind daher sehr froh und dankbar, dass das Land Oberösterreich und die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse gemeinsam mit Partnern wie uns als Caritas hier innovative Wege beschreiten“, so Kehrer.