Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Special Olympics: Jubel über Silber im Stocksport und im Slalom

24.03.17

Das Stockschützen-Team im Freudentaumel (v. li.): Werner Scheichl, Thomas Reisinger, Peter Brandstetter und Franz Röbl mit Trainer Leopold Gfellner.      Fotos: Maierl/Herzog/Strohmeier/Luef

Bei den Special Olympics hat das Team der Caritas alles gegeben! Die Stocksportler aus der Caritas-Einrichtung St. Pius in Steegen/Peuerbach belegten in ihrer Gruppe im Finale am 22. März in Graz den sensationellen zweiten Rang. Auch Skifahrerin Julia Beham strahlte mit ihrer Silber-Medaille um die Wette. 

 

Freudentränen unter den Erstplatzierten, Tränen der Enttäuschung auf den hinteren Rängen. Bei den Special Olympics, die am 25. März in der Steiermark zu Ende gingen, herrschten nicht nur Wettkampfstimmung, sondern auch große Emotionen. Das Stocksport-Team aus St. Pius jubelt über die Silbermedaille. „Die Stimmung war gigantisch“, berichtet Caritas-Mitarbeiter Leopold Gfellner, der das Team bestehend aus Thomas Reisinger, Franz Röbl, Werner Scheichl und Peter Brandstetter trainiert. „Die Special Olympics sind einfach eine andere Liga. Die Nervosität ist groß, da liegen auch schon mal die Nerven blank.“ Für Gfellner und sein Team wäre es eine große Enttäuschung gewesen ohne Medaille heimzufahren. Aber es hat geklappt, obwohl es im Vorfeld alles andere als gut ausgeschaut hat.

Peter Brandstetter hatte schon einige Tage vor Bewerbsbeginn starke Kieferschmerzen und konnte weder schlafen noch essen. Er biss jedoch tapfer die Zähne zusammen. Zu groß war die Angst, nicht an den Start gehen zu können. Schließlich konnte ihn sein Trainer knapp vor dem Bewerb doch noch überzeugen, sich in der Klinik untersuchen zu lassen und Brandstetter durfte mit an den Start. Ein OP-Termin wurde für die Zeit nach den Spielen anberaumt.

Silber für Julia Beham
Weniger Glück hatte die Langläuferin Friederike Altreiter, die sich im Vorfeld der Spiele die Bänder überdehnte und für die Bewerbe leider ausfiel. Das Pius-Team komplett machte Skifahrerin Julia Beham, die im Slalom ebenfalls auf den Stockerlplatz fuhr und bei der stimmungsvollen Siegerehrung mit ihrer Silbermedaille um die Wette strahlte.

Caritas-Mitarbeiter betreute Team Austria Langlauf
Neben dem sportlichen Charakter zeichneten sich die Special Olympics durch ein starkes Miteinander aus. Caritas-Mitarbeiter Josef Ratzenböck war zehn Tage lang im Austragungsort Ramsau ehrenamtlich im Einsatz und betreute das gesamte Team Austria Langlauf. „Es gab hunderte von freiwilligen Helfern. Und auch die Ramsauer Bevölkerung identifiziert sich voll mit der Veranstaltung. So gestalteten etwa Kindergarten, Schulklassen und Vereine das Rahmenprogramm mit“, war Ratzenböck begeistert.

Rund 2.700 geistig bzw. mehrfach beeinträchtigte AthletInnen aus der ganzen Welt nahmen an den Special Olympics World Winter Games 2017 teil. Die Spiele fanden von 14. bis 25. März in der Steiermark statt. Im Mittelpunkt des Großevents standen Wettbewerbe in neun sportlichen Disziplinen, die in Graz, Schladming und in der Ramsau abgehalten wurden. Die Winterspiele, die alle vier Jahre stattfinden, standen heuer unter dem Motto „Heartbeat for the world“. Sie stehen für Respekt und Toleranz gegenüber allen Menschen. Ziel der Special Olympics ist zudem, Trainingsmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen in „normalen“ Sportvereinen zu fördern. Und somit ein Zeichen für Inklusion zu setzen.