Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Asylindustrie? Caritas ist da um zu helfen, nicht um Profit zu machen.

27.04.17

Foto: Caritas/Wakolbinger

„Die Behauptung, dass die Caritas mit der Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen Geld verdienen und Gewinne erwirtschaften wolle, entbehrt jeder Grundlage“, so Franz Kehrer, MAS, Direktor der Caritas in Oberösterreich.

„Wir arbeiten als gemeinnützige Organisation ganz klar nicht gewinnorientiert. Uns geht es darum Menschen zu helfen und nicht darum, Profite zu machen. In Österreich ist es Aufgabe des Staates, Flüchtlinge während ihrem Asylverfahren menschenwürdig zu versorgen. Wir werden wie andere Organisationen vom Staat beauftragt, diese Leistung zu erbringen, die Finanzierung erfolgt aus öffentlichen Geldern. Der Staat kann sich aussuchen, ob er dafür eine eigene Infrastruktur aufbaut, erfahrene gemeinnützige Organisationen beauftragt oder auch gewinnorientierte Anbieter von Unterkünften bzw. Betreiberfirmen.“

Für die Unterbringung und Betreuung von AsylwerberInnen erhält die Caritas von der öffentlichen Hand pro Person einen Tagsatz in Höhe von derzeit 20 Euro. Davon müssen den Flüchtlingen das Lebensmittelgeld von 5,50 Euro ausbezahlt und sämtliche anfallende Kosten gedeckt werden: Die Miete, Betriebskosten, die Kosten für das Betreuungs-Personal sowie sonstige Kosten zur Erhaltung des Gebäudes und für die Verwaltung. Kehrer: „Wir kalkulieren sehr knapp und kommen mit dem Geld des Landes gerade aus. Wichtig ist uns, dass wir in unseren Quartieren, die wir anmieten, eine möglichst gute Betreuung gewährleisten können, daher stellen wir dafür auch entsprechend Personal an, wobei dennoch einE MitarbeiterIn im Schnitt für 30 AsylwerberInnen zuständig ist. Wir erfüllen unseren Auftrag immer auch mit dem Anspruch mehr zu tun als nur die unmittelbare Betreuungsaufgabe zu erfüllen. Dazu gehören u.a. auch die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, die Organisation von Begegnungsveranstaltungen, zusätzlichen Deutschkursen, Verteilung von Sachspenden u.v.m.“

„Auch für uns war es in den Monaten ab Herbst 2015 eine Herausforderung, so viele zusätzliche Quartiere einzurichten“, betont Caritas-Direktor Kehrer. „Ohne das enorme Engagement von vielen tausend freiwilligen HelferInnen und Menschen, die Quartiere angeboten haben, wäre es nicht gegangen und wir sind dankbar, dass sich nach wie vor viele Menschen rund um die Quartiere in der Integrationsarbeit engagieren.“

Kehrer zum Vorwurf, die Caritas hole die Flüchtlinge ins Land: „Keiner von uns wünscht sich, dass mehr Krisen und Kriege auf der Welt die Menschen zu uns treiben. Im Gegenteil. Wir setzen uns in vielen Ländern der Welt dafür ein, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern, damit sie in ihren Heimatländern bleiben können. Auch in Syrien sind wir seit dem Ausbruch der Krise 2011 engagiert und helfen bei der Versorgung der Flüchtlinge in den Nachbarländern. Völlig außer Zweifel steht für uns, dass nicht alle Flüchtlinge das Recht auf Asyl in Österreich haben. Wichtig ist uns nur, dass in einem fairen rechtsstaatlichen Verfahren geklärt wird, ob jemand Asyl bekommt und er/sie während der Dauer des Verfahrens auch menschenwürdig untergebracht wird.“