Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Vorlesetag in unseren Lerncafés

19.03.18

Am 15. März fand der erste Österreichische Vorlesetag statt, an dem auch unsere Lerncafés teilnahmen. Die Freiwilligen lasen am Nachmittag aus ausgewählten Büchern wie "Ubuntu und die Vögel", "Malala" oder "Die Omama im Apfelbaum" vor.

Vorlesetag zu Flucht und Solidarität

Im Caritas-Lerncafé Steyr waren die jungen Kinderbuch-Autorinnen Anna Scheiblehner aus Seitenstetten und Teresa Thalhammer aus Linz zu Gast. Sie lasen den Kindern aus ihrem Buch „Ubuntu und die Vögel“ vor. Eine Geschichte, die kindgerecht über Flucht und Solidarität in drei Sprachen (Deutsch, Englisch, Arabisch) erzählt. Die Flucht der Vogelfamilie aus dem brennenden Wald hat viele Parallelen zur Geschichte von Kindern aus Flüchtlingsfamilien, die ebenfalls in Lerncafés gefördert werden.

„Dass wir für den ersten Österreichischen Vorlesetag dieses Buch ausgewählt haben, hat zwei Gründe: Zum einen, weil unter den Kindern, die bei uns eine kostenlose Lernförderung bekommen, auch einige Flüchtlingskinder sind und das Thema gegenwärtig ist. Zum anderen ist eine der Buchautorinnen, Anna Scheiblehner, schon seit mehr als einem Jahr bei uns als freiwillige Mitarbeiterin tätig“, erklärt Irene Hoffmann, Leiterin des Lerncafés in Steyr.

Geschichte über ein mutiges Mädchen

Im Lerncafé in der Pfarre Hl. Familie in Linz, wo Flüchtlingskinder eine kostenlose Lernbetreuung erhalten, wurde die Geschichte von "Malala" vorgelesen. Es ist die berührende Geschichte der jüngsten Friedensnobelpreisträgerin, die schon mit 11 Jahren aufstand, als die Taliban in ihrer Heimat Pakistan ihre Mädchenschule schließen wollten. 2012 erlangte sie internationale Aufmerksamkeit, als sie den Hinrichtungsversuch durch die Taliban schwer verletzt überlebte. Seitdem setzt sie sich für die Rechte der Kinder, insbesondere das Recht der Mädchen auf Bildung, ein. 

In Marchtrenk war Omama vom Apfelbaum zu Gast

Die „Omama im Apfelbaum“ von Mira Lobe war im Caritas-Lerncafé in Marchtrenk zu Gast. Mit Omamas Hut, einem Apfel und der großen Tasche im Gepäck, sorgten Lerncafé-Leiterin Birgit Huber und die ehrenamtliche Vorleserin Uschi Pojor für begeisterte kleine ZuhörerInnen.

„Vorgelesen zu bekommen macht Lust, selber zu lesen. Und gut Lesen zu können ist das wichtigste, um Zugang zu Bildung zu haben. Bildung bedeutet auch einen Weg aus der Armut zu haben“, sagt Birgit Huber, Leiterin des Caritas-Lerncafés in Marchtrenk. Insgesamt 26 Kinder erhalten in Marchtrenk dank der Unterstützung von 15 Freiwilligen eine kostenlose Lernförderung. Es sind Kinder, die zu Hause keine Hilfe bekommen, um die Schule erfolgreich abzuschließen. Sie stammen aus sozial benachteiligten Familien und oft können ihnen auch die Eltern beim Lernen nicht helfen. Im Caritas-Lerncafé helfen Freiwillige den SchülerInnen im Alter von 6 bis 15 Jahren beim Hausübung machen und beim Lernen.