Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

„Die Zukunft der Pflege ist unsere eigene Zukunft“

11.05.18

Uwe Reich (41) aus Nettingsdorf arbeitet seit neun Jahren als Krankenpfleger auf der Langzeitbeatmungs-Station im Caritas-Seniorenwohnhaus Karl Borromäus. Er gehört damit zu den rund 1.100 Caritas-MitarbeiterInnen, die jährlich über 11.300 Menschen in Oberösterreich pflegen und betreuen. „Sie leisten einen unschätzbar wertvollen Dienst für unsere Gesellschaft. Und trotzdem finden sie oftmals nicht die Anerkennung, die ihnen zustehen würde. Um das zu ändern und um auch zukünftig die Pflege der Menschen in unserem Land zu sichern, braucht es ein langfristig tragfähiges Finanzierungskonzept durch die öffentliche Hand. Denn wir wissen: die Zahl an pflegebedürftigen Menschen wird steigen. Und uns muss klar sein: Wenn wir über die Zukunft der Pflege sprechen, dann sprechen wir auch über unsere eigene Zukunft“, sagt Franz Kehrer, MAS, Direktor der Caritas OÖ.

Caritas-Mitarbeiter Uwe Reich und seine PatientInnen haben eins gemeinsam: Sie alle haben die Intensivstation hinter sich gelassen. Im Seniorenwohnhaus Karl Borromäus in Linz pflegt Reich Menschen, die nicht mehr selbständig atmen können. „Am schönsten ist es für mich, wenn ich mich von einem meiner PatientInnen verabschieden kann“, erzählt der Caritas-Mitarbeiter. Dann ist dem Stationsteam gelungen, dass ein Mensch vom Beatmungsgerät entwöhnt oder dank mobiler Pflege nachhause entlassen werden konnte. „Dazu ist eine intensive persönliche Betreuung notwendig, die ich gerne mache. Das macht meine Arbeit besonders. Die Beziehung zu den Menschen gibt mir auch persönlich viel zurück“, sagt Uwe Reich, was ihn Nachtdienste oder andere Herausforderungen vergessen lässt.

Ob in der Krankenpflege, Altenarbeit, Palliativarbeit oder in der Familienarbeit – die Liebe zum Menschen ist es, warum der Pflegeberuf eine Berufung ist. Neben fachlicher Kompetenz fordert das eine große Portion Geduld und Belastungsfähigkeit. „Trotzdem ist das gesellschaftliche Ansehen von Pflegekräften leider nicht hoch genug. Eine bessere Entlohnung durch die öffentliche Hand würde den Beruf für mehr Menschen attraktiv machen. Angesichts der steigenden Zahl von pflegebedürftigen Menschen müssen wir jetzt die Weichen stellen, dass wir in Zukunft genug Menschen haben, die sich dieser anspruchsvollen Aufgabe stellen“, sagt Caritas OÖ-Direktor Franz Kehrer.

Menschen, die in der Pflege arbeiten, sind eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft. Das merkt man meistens erst dann, wenn man sie selbst braucht. „Sie helfen uns nicht nur im Alltag, sondern leisten einen wertvollen Beitrag, dass das Leben lebenswert bleibt“, sagt Caritas OÖ-Direktor Franz Kehrer.

 

Die Caritas für Betreuung und Pflege…

… unterstützte 2017 mehr als 11.500 Menschen in Oberösterreich – darunter alte Menschen und deren Angehörige genauso wie Familien mit Kindern.

… betreut rund 700 ältere Menschen in vier Seniorenwohnhäuser und 420 betreubaren Wohnungen

… hat im Mobilen Hospiz Palliative Care 2017 1.049 PatientInnen und ihre Angehörigen begleitet.

… bildet in ihren zwei Schulen aktuell 355 Menschen zu Fach- bzw. Diplom-SozialbetreuerInnen aus.

… konnte in den Servicestellen mehr als 900 pflegende Angehörige beraten.