Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Wo die leisen Töne Anklang finden

29.05.18

Jeder bringt sich nach eigenem Ermessen ein. Manche spielen Gitarre, Flöte oder trommeln, andere singen. Selbst wer nicht so musikalisch ist, hat einen Platz.

Bei „musica invita“ musizieren Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen gemeinsam mit Ehrenamtlichen und BetreuerInnen. Dabei kommt der wahre Wert der Musik zum Vorschein: Auch wenn mancher Ton falsch ist. Sie schafft sie Beziehung und Gemeinschaft und zeigt den Mitgliedern, dass sie hier richtig sind.

Wenn Mario Musik macht, bringt er an manchen Tagen nur zwei Töne heraus. Mehr kann man von ihm nicht erwarten. Was man aber erwarten kann: Er wird diese zwei Töne perfekt spielen. Sie werden stimmen.

Seit vier Jahren spielt Mario in einer Band. Und ist dabei eine „Rampensau“. In Wesenufer gab „musica invita“ ein Konzert. Mario war einer der Sänger. Als im Publikum eine Landesrätin früher ging, um zu einem weiteren Termin zu kommen, rief Mario ins Mikro: „Na, Schatzi, was ist los? Gefällt dir unsere Musik nicht?

Wo andere zurückhaltend sind, weil sie meinen, nicht singen zu können, ist „musica invita“ voller Selbstbewusstsein. Wo andere nervös werden, wenn die Scheinwerfer angehen, kommt bei ihnen die Bühnenpräsenz erst recht zur Geltung.

Perfektion adé

„Perfekter Ton, perfekter Klang“ – diese Maxime ist für Thomas Diesenberger schon lange passé. Er hat in der Musik entdeckt, was sie abseits der Perfektion noch bedeuten kann: Dialog. Beziehung. Gemeinschaft.

Der HAK-Lehrer ist Geburtshelfer der inklusiven Band „musica invita“. Hier spielen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen mit Ehrenamtlichen alles von „Yakanaka“ bis „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Manche hören Stimmen, andere haben eine bipolare Störung oder Verfolgungsängste. Das ist ihr Alltag. Das sind Ängste, mit denen sie täglich konfrontiert sind – und mit denen sie leben.

Wenn sie in der Gemeinschaft singen, tritt dieser Alltag zurück. Es spielt dann keine Rolle, welchen psychiatrischen Befund Peter hat. Er ist dann einfach nur „der Peter“. Und mehr: der Peter, der ein top Gitarrist ist, der die Massen für sich begeistert, wenn er auf der Bühne steht, und der es musikalisch voll drauf hat...

 

Lesen Sie die vollständige Reportage über die inklusive Band „musica invita“ in der aktuellen Ausgabe der „nah dran“. Kostenlos abonnieren bei der Caritas Information, Tel. 0732/7610-2020, information(at)caritas-linz.at