Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Baubeginn für innovatives Projekt

08.06.18

Seit 2011 haben im Kinderdorf Gomel in Weißrussland 54 Kinder und junge Erwachsene mit Beeinträchtigungen eine neue Heimat gefunden. Dieses Caritas-Kinderdorf hat Modellcharakter für das ganze Land. Im Mai wurde nun in Gomel mit dem Bau eines weiteren innovativen Projektes begonnen: in drei Jahren entsteht hier ein Integratives Bildungs- und Therapiezentrum.

Das neue Zentrum der Caritas Gomel wird integrative Schulklassen, Beschäftigungsmöglichkeiten und Therapieangebote für 300 Kinder und junge Erwachsene schaffen. Die Angebote werden den BewohnerInnen des Kinderdorfs ebenso wie Kindern und jungen Erwachsenen aus der Region offenstehen. Es soll ein Ort der Begegnung entstehen, der einen Beitrag zur sozialen Integration leistet.

Der Bedarf ist sehr groß – über tausend Kinder und Jugendliche in der Stadt Gomel haben nicht die Möglichkeit, die Schule zu besuchen oder einen Platz in der Beschäftigungstherapie zu bekommen. Sie leben bei ihren – oft völlig überforderten – Müttern, etwa einmal pro Woche besucht eine „Defektologin“ die Kinder daheim. Für jene, die älter als 18 Jahre sind, gibt es keine Tagesangebote.

Kinder und Erwachsene mit mehrfachen Behinderungen sind in Belarus (Weißrussland) nahezu völlig von der Gesellschaft ausgeschlossen. Konkrete Schritte zur Integration werden nur langsam umgesetzt. In der Stadt Gomel werden nach wie vor über 300 Kinder mit Behinderungen daheim unterrichtet, Kinder mit sehr schweren Behinderungen gelten als nicht schulfähig. Ähnlich schwierig ist die Situation hinsichtlich der Beschäftigung. Noch immer scheitern Integrationsversuche an den vorhandenen baulichen, strukturellen und gesellschaftlichen Barrieren.

In Belarus leben etwa 8000 Kinder noch in staatlichen Kinderheimen, 75 % dieser Kinder sind Kinder mit Behinderungen. Im Bezirk Gomel leben etwa 4.500 Kinder mit Behinderungen, 10 Prozent leben noch in staatlichen Heimen.

Finanziert wird die Errichtung des Zentrums mit Spenden von der Caritas OÖ und anderen Netzwerkpartnern aus Deutschland, Italien u.a.