Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

20 Jahre Hand-Werk

27.06.18

Gruppenbild mit fünf Personen

Am Foto v. l.: Martin Nowak, Leiter Hand-Werk Ausbildungsassistenz, Armin Stumptner, Leiter des Lehrvertragsservice der WKOÖ, Thomas Czechtizky, Landesstelle OÖ des Sozialministeriumservice, Mag.a Maria Sumereder, Geschäftsführerin der Caritas für Menschen mit Behinderungen, Magdalena Höpfl und Caritas-Direktor Franz Kehrer, MAS.

Das Projekt „Hand-Werk“ der Caritas für Menschen mit Behinderungen ermöglicht schwerhörigen und gehörlosen Jugendlichen eine Berufsausbildung am ersten Arbeitsmarkt. Gemeinsam mit dem Sozialministeriumservice Landesstelle OÖ, das das Projekt finanziert, und Projektpartnern wurde am 26. Juni das 20-jährige Bestehen gefeiert.

Das Projekt Hand-Werk unterstützt Jugendliche ab 13 Jahren bei der Berufswahl, beim Eintritt in die Arbeitswelt und während der Berufsschulzeit. Die neun Caritas-MitarbeiterInnen unterstützen bei der Berufsfindung, beim Berufsschulunterricht, geben Nachhilfe oder übernehmen Dolmetscherdienste. Es werden technische Hilfsmittel verliehen oder die Lehrlinge im Unterricht durch Mitschriften in einfacher Sprache am Laptop unterstützt.

Auch gehört die Sensibilisierung aller Beteiligten in einem Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule dazu. Die Unterstützung der Caritas ist individuell an die Person angepasst, so dass diese ihre Berufsausbildung möglichst selbständig absolvieren kann oder die Assistenz erhält, die eine Teilhabe hinsichtlich der Kommunikation ermöglicht.

"Durch Hand-Werk bin ich in der Berufsschule und auch beim Vorbereiten auf die Lehrabschlussprüfung ganz toll unterstützt worden. Hand-Werk hat mich schon in der Hauptschule vorbetreut und das hat mir beim Schulübertritt sehr geholfen“, erzählt Magdalena Höpfl, wie sie vom Caritas-Projekt Hand-Werk profitiert hat. So wie Magdalena begleiteten die Caritas-MitarbeiterInnen in den vergangenen 20 Jahren insgesamt ca. 300 Jugendliche beim Finden eines Ausbildungsbetriebes, beim Absolvieren der Berufsschule, beim Lehrabschluss oder um einen anderen, geeigneten Arbeitsplatz nach der Pflichtschule zu finden.

„Mich freut es besonders wenn ich beobachten kann, wie junge Menschen, die meist als Pflichtschüler mit vielen Fragen und Unsicherheiten zu uns kommen, den herausfordernden Umstieg ins Berufsleben bewältigen und sich in ihrer Ausbildungszeit zu fachlich- und sozial kompetenten selbstbestimmten Menschen entwickeln", sagt Martin Nowak, der die Caritas-Ausbildungsassistenz „Hand-Werk“ leitet.

Die Geschäftsführerin der Caritas für Menschen mit Behinderungen, Mag.a Maria Sumereder, ist besonders stolz auf die Pionierarbeit, die vor zwei Jahrzehnten im Kompetenzzentrum für Hör- und Sehbildung gestartet wurde: „Wir fördern seit Jahrzehnten die Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen, auch in der Arbeitswelt, weil es ihnen ermöglicht selbständig leben zu können. Seit 20 Jahren, also lange vor der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention, begleiten wir Jugendliche und Unternehmen in der integrativen Berufsausbildung.“

Beim Jubiläumsfest gab es auch ein großes Lob von Thomas Czechtizky, Landesstelle OÖ des Sozialministeriumservice: „Hand-Werk ist ein All-Inklusive-Paket für Jugendliche und trägt dazu bei, die neue Ausbildungspflicht bis 18 barrierefrei zu gestalten.“

Armin Stumptner, Leiter des Lehrvertragsservice der WKOÖ betonte: „Menschen mit Beeinträchtigung bringen Vielfalt in den betrieblichen Alltag und sind eine Bereicherung für die gesamte Belegschaft!“

Für Musik sorgten bei der Veranstaltung „Granzzla & Niklas“, ein schwerhöriger Liedermacher mit Gebärdensprachperformance.