Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Caritas sucht Paten und Patinnen für jugendliche Flüchtlinge!

16.07.18

Ein Mann hilft einem Jugendlichen beim Fahrradreparieren

Die Caritas OÖ sucht Freiwillige ab 25 Jahren, die unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Linz für mindestens ein Jahr unterstützen wollen. Die Patinnen und Paten verbringen ihre Freizeit mit den Jugendlichen, unterstützen beim Deutsch lernen und begleiten sie ein Stück auf ihrem Weg durch die Pubertät und die österreichische Gesellschaft.

In Zeiten, in denen unsere Gesellschaft immer vielfältiger wird, ist eine Patenschaft eine gute Möglichkeit, aktiv aufeinander zuzugehen und Solidarität zu leben. Dies kann  für alle Beteiligten eine Bereicherung darstellen, wie Nicole, 34 Jahre schildert: „Wir dürfen uns glücklicherweise bereits seit 2,5 Jahren als Patenfamilie eines minderjährigen Asylwerbers bezeichnen. Diese Rolle und der Einblick in eine andere Kultur hat unser Leben bisher sehr bereichert. Es handelt sich nicht nur um ein gemeinsames schulisches Lernen. Besonders unsere mittlerweile 7 Jahre alte Tochter wird durch diese Erfahrung sehr weltoffen und ich kann ein derartiges Projekt jedem empfehlen.“

Die Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren leben unterschiedlich lange in der Wohngemeinschaft der Caritas, wo sie betreut und begleitet werden. Dabei wird eine stabilisierende Tagesstruktur entwickelt, die Jugendlichen werden in Deutschkurse, Schulen oder Lehrstellen vermittelt, zu Behörden und Ärzten begleitet. Außerdem werden sie in rechtlichen und psychosozialen Belangen beraten und gemeinsame Freizeitaktivitäten organisiert. „Die Jugendlichen leben in der Wohngemeinschaft in einem geschützten Rahmen, doch sie wollen sich auch außerhalb der Einrichtung ein soziales Netzwerk aufbauen. Sie wünschen sich Personen, an die sie sich mit Fragen und Sorgen wenden können, zu denen ein vertrauensvolles Verhältnis entsteht und mit denen sie einen Teil ihrer Zeit verbringen können“, erklärt Sarah Wolf, die das PatInnen-Projekt der Caritas OÖ betreut.

Die Jugendlichen haben zum Teil nicht nur Traumatisches erlebt, sondern befinden sich auch in der Lebensphase der Pubertät, welche ohnehin mit vielen Unsicherheiten verbunden ist. „Besonders in dieser Entwicklungsphase, welche die Jugendlichen ohne ihre Familien erleben, können Patinnen und Paten als Vertrauenspersonen eine wichtige Rolle übernehmen. Sie geben Halt, können Vorbild sein und Orientierung und Unterstützung bieten.“, so die Sozialarbeiterin.

Die Patinnen und Paten schenken den jungen Burschen in erster Linie regelmäßig ihre Zeit. Mindestens zwei Mal im Monat soll ein Treffen zustande kommen. Bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten sollen die Jugendlichen Gelegenheit haben, ihr Deutsch im Alltag zu verbessern und die Kultur und das Familienleben in Österreich kennen zu lernen. „Wir stehen den Patinnen und Paten bei ihrer Aufgabe eng zur Seite, halten laufend Kontakt und begleiten. Außerdem bieten wir Weiterbildungen und Supervision an“, erklärt die Caritas-Mitarbeiterin.

Bevor sich Patin bzw. Pate und Jugendlicher kennen lernen, gibt es ein erstes persönliches Vorgespräch mit Sarah Wolf: „Wir wünschen uns, dass sich die Patinnen und Paten regelmäßig Zeit für die Jugendlichen nehmen und sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Sie sollten Verständnis und Offenheit mitbringen.“

Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme, vor allem auch von Famillien!
Nähere Infos zum Patenschaftsprojekt gibt es unter 0676/8776 2303 oder lidija.pocedulic(at)caritas-linz.at