Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Zero Project: Brücken bauen zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und Unternehmen

07.09.18

Foto: Diakoniewerk Kunstwerkstatt Medien; V.li: Mag.a Maria Sumereder (Geschäftsführerin Caritas Linz), Mag. Gerhard Breitenberger (Geschäftsführer des Diakoniewerks OÖ), Martin Essl (Initiator der Zero Project Unternehmensdialoge), Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, Landesrätin Birgit Gerstorfer, Direktor Franz Kehrer, MAS

Am 6. September 2018 fand in den Linzer Redoutensälen die von der Essl Foundation initiierte Veranstaltung „Zero Project Unternehmensdialog“ statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie erfolgreiche Integration von Menschen mit Behinderung aussehen kann, was ausschlaggebende Schlüsselfaktoren sind und welche unterstützenden Rahmenbedingungen und Vorteile es bringt.

 „Barrieren gibt es nur im Kopf“. Mit diesem Eröffnungsstatement sprach Andreas Onea, der sympathische Moderator, der selbst bei einem Unfall einen Arm verloren hat, den vielen TeilnehmerInnen  aus Wirtschaft, Politik und sozialen Organisationen  aus dem Herzen. 

Martin Essl, Gründer von Zero Project, gründete  vor Jahren die Essel Foundation und legte den Grundstein für das Zero Project:  Eine weltweite Initiative, um Menschen mit Beeinträchtigung und Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen zusammenzubringen.  Essl selbst hatte in seinen Baumärkten  erfolgreich über Jahre hinweg Menschen mit Beeinträchtigung  ein wertschätzendes und erfülltes Arbeitsleben ermöglicht und ist zutiefst überzeugt, dass nicht die Behinderung sondern die Potentiale eines Menschen im Fokus stehen müssen.

Bei der Veranstaltung überzeugten Unternehmen wie TRUMPF, Winkler-Markt und starlim//sterner  mit ihren anschaulichen Praxisbeispielen, wie eine gelungene Zusammenarbeit aller Beteiligten aussehen kann, wenn erst einmal alle Bedenken und Vorurteile aus dem Weg geräumt sind. Fachkräftemangel einerseits, gut ausgebildete Lehrlinge, die das Unternehmen nach der Lehrzeit verlassen, bzw. überhaupt geeignete jungen Menschen für die verschiedensten Produktionsberufe zu finden, sind die großen Herausforderungen, vor denen vielen Unternehmen heute stehen. Auf der anderen Seite gibt es viele beeinträchtigte Menschen, die gerne arbeiten möchten und aus verschiedenen Gründen gar nicht erst berücksichtigt werden.

Bei der spannenden Couchsession „Jetzt reden wir Klartext“ diskutierte Josef Buttinger, Präsident der HR-Lounge mit den Vertretern der anwesenden Unternehmen, der Caritas Menschen mit Behinderungen (Mag. Roman Braun-Hüttner Abteilungsleitung Berufliche Qualifizierung) und des Diakoniewerks OÖ (Regionalleiter Markus Mayer).

So erfuhren die ZuhörerInnen, dass auch in den Köpfen der Personalverantwortlichen zu Beginn des gemeinsamen Weges oft nur Ängste und Vorurteile behindernd waren und dass sich im Laufe der Zusammenarbeit der große Benefit für das Unternehmen und die MitarbeiterInnen immer einstellte. So ist man sich einig, dass sich die Freundlichkeit und Lebensfreude der beeinträchtigen MitarbeiterInnen auch auf das Betriebsklima sehr positiv auswirkte. „Durch die Integration von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt entsteht eine klassische Win-Win-Win-Situation für die Gesellschaft, das Unternehmen und den Einzelnen. Um für die Unternehmen die Einstellung von Mitarbeiter/innen mit Behinderung so einfach wie möglich zu gestalten und etwaige Bedenken auszuräumen, bietet das Zero Project Netzwerk das erforderliche Know-how“, so Martin Essl.

 „Zu Beginn unserer Zusammenarbeit mit den verschiedenen Unternehmen war es eine wichtige Aufgabe, Überzeugungsarbeit zu leisten. Da ist schon ein Umdenken passiert und mittlerweile  kommen Unternehmen auch auf die Caritas zu, um nach möglichen KanditatenInnen zu fragen, und schätzen die kompetente Begleitung der Caritas-MitarbeiterInnen vor Ort“, so Mag. Roman Braun-Hüttner bei der Diskussion.