Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein

25.09.18

Foto Energie AG Oberösterreich: v.l.n.r.: Caritas-Direktor Franz Kehrer, MAS, Energie AG-Generaldirektor Werner Steinecker und Christian Hasenleithner, Geschäftsführer der Energie AG Oberösterreich Wasser GmbH

Über ein Jahrzehnt hinweg hat die Energie AG Oberösterreich die Caritas beim Projekt WASSERTROPFEN im Kongo unterstützt – mit Erfolg: 262 neu errichtete oder sanierte Brunnen und Quellen versorgen jetzt fast eine halbe Million Menschen nachhaltig mit sauberem Wasser.


Die Demokratische Republik Kongo hat rund 80 Millionen EinwohnerInnen. Zwei Drittel der Bevölkerung leben in absoluter Armut – sie leiden an Mangelernährung und müssen oft mit weniger als 1,60 Euro pro Tag ihr Leben bestreiten. „Nur jeder Zweite hat Zugang zu sauberem Trinkwasser, jedes zehnte Kind stirbt an Erkrankungen, die durch verschmutztes Wasser ausgelöst wurden“, schildert Caritas-Direktor Franz Kehrer die Zustände im Kongo. Vor allem in ländlichen Gebieten kommt es in Kombination mit der kaum vorhandenen medizinischen Versorgung zu Epidemien: Durchfall, Cholera und ähnliche Erkrankungen sind an der Tagesordnung.

 

Brunnen ist Hilfe zur Selbsthilfe
Der Wassermangel treibt auch eine tödliche Spirale an: Frauen und Mädchen müssen das Wasser oft von weit entfernten Flüssen nach Hause schleppen. „Dadurch bleibt keine Zeit mehr für den Schulbesuch, der für die Zukunft der Kinder und die Bekämpfung der Armut so wichtig wäre“, sagt Kehrer. Hier hat die Caritas mit Hilfe der Energie AG 2008 angesetzt und das Charity-Hilfsprojekt „WASSERTROPFEN“ ins Leben gerufen. In Österreich wurden seitdem für je 1000 m³ geliefertes Trinkwasser ein Euro und in Tschechien ein Heller je Kubikmeter gespendet. Begleitete Aktionen ermöglichten, dass die erforderlichen finanziellen Mittel für die Aktion aufgebracht werden konnten.

Auf Seiten der Energie AG war das Wassertropfen-Projekt thematisch passend in der Wasser-Gruppe des Konzerns angesiedelt. Christian Hasenleithner, Geschäftsführer der Energie AG Oberösterreich Wasser GmbH: „Wenn man sieht, mit welch vergleichsweise geringen Mitteln und einfachen Maßnahmen, so vielen Menschen im wahrsten Sinn des Wortes das Überleben gesichert und eine Perspektive geboten werden kann, stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit von finanzieller Hilfe für Afrika nicht mehr.“

 

97 Prozent weniger Cholerafälle
An den Gesundheitsdaten in der Region Kabongo lässt sich erkennen, wie wirkungsvoll derartige Projekte sind: Gab es vor dem Projektstart im Jahr 2007 noch 1132 Cholerafälle in den beiden Gesundheitsbezirken Kabongo und Kitenge, so waren es im ersten Halbjahr 2018 nur mehr 19 Fälle. Das entspricht einer Reduzierung der um rund 97 Prozent.

Der Erfolg des Projektes „Wassertropfen“ in Österreich und Tschechien wurde mit dem Österreichischen „NEPTUN Wasserpreis“ und dem „ENERGY GLOBE“ ausgezeichnet. Die Preisgelder wurden jeweils wieder in das Projekt investiert.

Die Bilanz von Energie AG-Generaldirektor Werner Steinecker: „Der Umfang und die Wirkung der Hilfe vor Ort sind herausragend! Aus diesem Grund will man die Partnerschaft aber jetzt, unmittelbar nach Abschluss von drei großen Wasserprojekten im Kongo, nicht enden lassen. Wir werden das Projekt in angepasster Form in der Tschechischen Republik weiterführen.“