Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Ein neues Fahrzeug zur Versorgung obdachloser Menschen in Linz

04.10.18

Foto: Rotes Kreuz

v.l.: Paul Märzinger (Samariterbund), Paul Reinthaler (Rotes Kreuz), Michael Kaindleinsberger (Samariterbund), Dr. Rene Silye (Lazarus-Orden), Michaela Haunold (Caritas OÖ), Sr. Tarcisia (Barmherzige Schwestern) und Maria Nott (Rotes Kreuz)

Das Help-Mobil bietet seit 2014 eine medizinische Grundversorgung für obdachlose Menschen in Linz. Weil das alte Fahrzeug in die Jahre gekommen und zu klein geworden ist, wurde nun mit Spendenmittel ein neuer Bus finanziert. Bischof Manfred Scheuer und Superintendent Gerold Lehner segneten am 3. Oktober das neue Help-Mobil am Domplatz in Linz.

Das neue Fahrzeug wurde gebraucht, um mehr Stauraum und Platz zum Arbeiten zu haben. Waren medizinische Untersuchungen bisher nur im Sitzen möglich, kann im neuen Bus nun auch im Stehen oder Liegen gearbeitet werden. Rund 65.000 Euro kostete die Anschaffung und der Umbau. Dank der Unterstützung vieler SpenderInnen und Sponsoren, unter anderem die Firma NTS, ist es gelungen, den Großteil davon zu finanzieren. Der Restbetrag von 15.000 Euro konnte mittels einer Crowdfunding-Aktion über respekt.net auf die Beine gestellt werden, an der sich 150 Menschen beteiligten. „Wir bedanken uns bei allen, die uns unterstützt haben“, sagt Projektleiterin Mag.a (FH) Michael Haunold von der Caritas.

Ab 8. Oktober macht das Help-Mobil wieder zwei Mal pro Woche in den Abendstunden an mehreren Standorten in Linz Station. Es bietet mit der Unterstützung von sechs ehrenamtlich tätigen ÄrztInnen, drei Mitarbeiterinnen und 20 Freiwilligen eine kostenlose medizinische Beratung und Basisversorgung. In der „Hilfe auf Rädern“ vereinen die Caritas, der Arbeitersamariterbund Linz, der Orden der Barmherzigen Schwestern, der Hilfsdienst des Lazarus-Ordens und das Rotes Kreuz Linz ihre Kompetenzen und ermöglichen dadurch, die Menschen möglichst umfassend zu versorgen und zu betreuen.

„Gerade durch das Leben auf der Straße sind die Menschen häufiger krank. Wohnungslose Menschen haben nur schwer Zugang zu ärztlicher Behandlung – teilweise, weil sie keine Versicherung haben, teilweise aus Angst oder Scham“, erklärt Projektleiterin Mag.a (FH) Michael Haunold.

Durch das Help-Mobil gelingt es, in der Vorsorge ärztlich einzugreifen und bei schwereren Erkrankungen beratend und koordinierend einzugreifen oder chronische Erkrankungen zu stabilisieren. Darüber hinaus ist das Help-Mobil auch Anlaufstelle für jene Menschen, die keine anderen Obdachlosen-Einrichtungen aufsuchen und oft die einzige Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen. Die MitarbeiterInnen bieten soziale, bürokratische Beratungen an. Auch Ehrenamtliche nehmen sich Zeit für Gespräche und schenken Aufmerksamkeit und Zuwendung. 

Medizinische Hilfe für 500 Menschen pro Jahr

Die KlientInnenzahlen beim Help-Mobil steigen von Jahr zu Jahr. 2017 wurden rund 500 verschiedene Personen betreut. Zwei Drittel davon hatte keinen aufrechten Versicherungsschutz. Auch die Zahl der ärztlichen Untersuchungen nimmt zu. „Dass der neue Bus größer ist, ist vor allem im Winter wichtig. Zusätzlich zu Medikamenten, Verbandsmaterial, Tee und Hygieneartikel führen wir dann auch Schlafsäcke, Decken und warme Kleidung mit“, sagt Projekt-Leiterin Michaela Haunold. Außerdem sind die ÄrztInnen gerade bei der medizinischen Versorgung immer wieder an räumliche Grenzen gestoßen und konnten Untersuchungen nur im Sitzen durchführen. Im neuen Bus können PatientInnen nun auch im Stehen oder Liegen behandelt werden.

Station macht das Help-Mobil derzeit:

am Montag

von 17 - 18:45 Uhr am Domplatz, Eingang Herrenstraße

von 19 - 20:45 Uhr am Volksgarten (gegenüber Arbeiterkammer)

 

am Freitag

von 17 - 18:45 Uhr am Domplatz, Eingang Herrenstraße

von 19 - 20:45 Uhr bei der Martin-Luther-Kirche, Martin-Luther-Platz 1

  • © Rotes Kreuz

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  • v. li.: Superintendent Dr. Gerold Lehner, Dompfarrer Dr. Maximilian Strasser und Bischof Dr. Manfred Scheuer

    v. li.: Superintendent Dr. Gerold Lehner, Dompfarrer Dr. Maximilian Strasser und Bischof Dr. Manfred Scheuer © Rotes Kreuz

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