Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Mit Heckenschnitt auf Suche nach der verlorenen Zeit

01.03.19

Der Afghane Tarin Zarbudin hilft in St. Isidor ehrenamtlich bei der Grünraumpflege mit. Seit drei Jahren wartet er auf einen Asylbescheid und hat durch das freiwillige Engagement während der Wartezeit eine sinnvolle Beschäftigung.

Seit 2016 wartet Tarin Zarbudin auf einen Asylbescheid. Damit ihm während der Wartezeit nicht die Decke auf den Kopf fällt, hilft der Afghane zwei bis fünfmal pro Woche ehrenamtlich in St. Isidor mit. 

Vor drei Jahren kam Tarin Zarbudin nach Österreich. Seitdem wartet er darauf, die Warteschleife zu verlassen und seinem Leben wieder Bewegung zu geben. „Es hat mich total gestresst, den ganzen Tag zuhause zu sitzen und nichts tun zu können“, erzählt er. In Afghanistan arbeitete der 23-Jährige als Maurer und ist es gewohnt, mit anzupacken. Plötzlich zum Nichtstun verdammt zu sein war ein hartes Los. Also tat er, was er konnte: Er ging ins Sprachcafé, half in der Nachbarschaft und fragte immer wieder nach Arbeit. Eine engagierte Helferin brachte ihn schließlich auf die Idee, in St. Isidor nachzufragen. Hier leben Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung in über zehn Häusern – dementsprechend gibt es auf dem Gelände immer etwas zu tun. Gerade in der Grünraumpflege freut sich Infrastrukturleiter Franz Röbl über helfende Hände. Hecken gehören geschnitten, der Rasen gemäht. 

Gesucht, gefunden

Seit einem Jahr kommt Tarin Zarbudin zwei bis fünfmal pro Woche nach St. Isidor und hilft für mehrere Stunden mit. Franz Röbl ist begeistert von seiner schnellen Auffassungsgabe: „Selbst als er Deutsch noch ganz schlecht verstanden hat, war er total auf Zack. Ich habe ihm etwas gezeigt und er hat es sofort gemacht“, erzählt er. „Den gesamten Strauchschnitt hat er erledigt, die Spielplätze repariert und gesäubert – er ist eine immense Bereicherung für uns.“

Was auf der einen Seite Arbeit ist, ist für den Asylwerber gleichzeitig eine Entlastung. Er kommt dadurch unter Leute und kann seine Zeit sinnvoll einsetzen – wenn auch ohne Bezahlung. „Ich habe hier auch viel Hilfe bekommen“, erzählt er. „Und der Kontakt mit den Menschen in St. Isidor macht echt viel Spaß.“

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