Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Caritas-Studentinnen profitieren vom Auslands-Praktikum

02.01.20

 Am Foto: Amelie Graml (li.) aus St. Georgen bei Grieskirchen und Cornelia Weißmair aus Kefermarkt sammelten Praxis-Erfahrung auf einem Jugendhof in Deutschland.

Viel Praxiserfahrung sammeln – das gehört zum „Credo“ der Caritas-Schule für Sozialbetreuungsberufe in Linz-Urfahr. Die Studierenden werden unterstützt, diese Erfahrungen auch im Ausland sammeln zu können. Die angehenden Diplom-Sozialbetreuerinnen für Familienarbeit, Amelie Graml (21) aus St. Georgen bei Grieskirchen und Cornelia Weißmair (21) aus Kefermarkt, machten ein Praktikum am Jugendhof Obermeyer im Teutoburger Wald bei Osnabrück.


Wie man Kindern aus einer in vielfacher Weise überlasteten Familie Halt gibt, deren Eltern beispielsweise psychisch krank sind, Alkohol- oder Drogenprobleme haben, lernen die angehenden Diplom-Sozialbetreuerinnen in den Caritas-Schulen nicht nur aus Büchern. Zur Ausbildung gehören Praktika in verschiedenen Bereichen der Sozialarbeit. Viele nutzen diese Gelegenheit, auch über die Grenzen Österreichs zu schauen. So wie Amelie Graml und Cornelia Weißmair, die ihre praktischen Erfahrungen auf einem Jugendhof bei Osnabrück in Deutschland verbrachten. Zwei Monate unterstützten sie das Team, das von der Kinder- und Jugendhilfe vermittelte Minderjährige im Alter von 3 bis 17 Jahren betreut. „Die Kinder und Jugendlichen kommen aus schwierigen familiären Verhältnissen und sind deshalb oft auffällig in ihrem Verhalten. Damit ihre Entwicklung durch die Probleme nicht beeinträchtigt wird, kommen sie auf den Jugendhof“, erzählen Amelie Graml und Cornelia Weißmair. 87 MitarbeiterInnen betreuen 58 Kinder- und Jugendliche in familienähnlichen Strukturen. „Ziel ist es, während der Abwesenheit der Kinder die Familien zu stabilisieren, sodass die Kinder wieder dauerhaft zurück können. Wenn das nicht umsetzbar ist, geht es darum, die Kinder am Hof weiter zu begleiten, sodass sie in einem gefestigten Umfeld aufwachsen können“, erklären die angehenden Sozialbetreuerinnen.

Cornelia Weißmair aus Kefermarkt war bei den jüngsten BewohnerInnen von 3 bis 7 Jahren im Einsatz, während Amelie Graml aus St. Georgen in der Wohngruppe für 8 bis 17-Jährige arbeitete. „Unser Dienst begann meistens zu Mittag, weil ja am Vormittag Kindergarten oder Schule war. Die Jüngeren wurden von der Schule oder dem Kindergarten abgeholt, dann gab es ein gemeinsames Mittagessen. Am Nachmittag standen gemeinsames Spielen, Vorlesen oder die Schulaufgaben am Programm. Bei den Älteren gab es nachmittags verschiedene Sportangebote, einen Hoftag, wo gemeinsam die Tiere versorgt wurden oder verschiedene Ausflüge“, erzählen die beiden Schulkolleginnen. Amelie Graml, die bei den älteren Jugendlichen arbeitete, hatte am Anfang schon die Sorge, dass die Jugendlichen eher zurückgezogen sind: „Ich habe befürchtet, dass sie am liebsten in ihrem Zimmer hocken und keine Lust haben, ihre Zeit mit einer Praktikantin zu verbringen. Schnell hat sich genau das Gegenteil gezeigt: Sie waren sehr offen und sind auf mich zugegangen.

Für viele Lacher und komische Missverständnisse hat dabei auch unser oberösterreichischer Dialekt gesorgt, den sie vorher noch nie gehört haben.“ Auch ihre Freundin Cornelia Weißmair wurde herzlich von den Jüngeren empfangen, allerdings gab es auch Herausforderungen für sie: „Wenn ich z.B. bei Konflikten mit den Kindern nicht weiter gewusst habe, konnte ich mir jederzeit Unterstützung von den KollegInnen holen. Ich habe dabei unglaublich viel gelernt.“

Insgesamt verbrachten die Caritas-Studentinnen acht Wochen am Jugendhof. Sie sind sich einig, dass sie sich von diesem Schulpraktikum nicht nur sehr viel für ihren späteren Beruf, sondern auch für sich persönlich mitnehmen konnten.

 

Interessiert an einem Sozialbetreuungsberuf?

Am Dienstag, 14. Jänner, 17 Uhr gibt es in der Caritas-Schule am Schiefersederweg 53 in Linz einen Infoabend. Am Donnerstag, 5. März findet von 10 bis 16 Uhr der Tag der offenen Tür statt. An beiden Tagen erfahren Interessierte alle Details zu den Ausbildungen in den Sozialbetreuungsberufen Familienarbeit und Altenarbeit. Der Schuleintritt ist schon ab dem Alter von 16 Jahren möglich. UmsteigerInnen profitieren vom Fachkräftestipendium.

Der nächste Ausbildungslehrgang zur Fach-SozialbetreuerIn Altenarbeit startet am 24. Februar 2020, die Ausbildung zum/r Diplom-SozialbetreuerIn Familienarbeit beginnt im September 2020.
Alle Informationen: www.ausbildungszentrum-linz.at