Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Neues Graffiti spiegelt kulturelle Vielfalt in Engelhartszell wieder

03.09.20

„Anna“ (re.) hat gemeinsam mit Bewohnerin Theresia Niederleitner ein Graffiti-Projekt initiiert.

Die 30-jährige EU-Freiwillige Snezhana Petrova aus Russland arbeitet derzeit bei Caritas invita in Engelhartszell, wo sie hilft, Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zu begleiten. Gemeinsam mit Theresia Niederleitner, die am invita-Standort Engelhartszell wohnt, hat sie in der Straßenunterführung bei der Bushaltestelle ein Graffiti gestaltet – natürlich mit Bewilligung von der Gemeinde.

Snezhana Petrova, von den BewohnerInnen und MitarbeiterInnen von invita „Anna“ genannt, unterstützt seit heuer im Februar die MitarbeiterInnen am Standort Engelhartszell. Ein Jahr lang hat die ausgebildete Journalistin nun die Chance, Erfahrungen in der Arbeit mit Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zu sammeln. Sie unterstützt die Arbeit in der Wohngruppe, hilft in der hauseigenen Wäscherei mit und begleitet die BewohnerInnen bei verschiedenen Freizeitaktivitäten.

„Die BewohnerInnen genießen den Schwung, den die jungen Menschen aus anderen Ländern mitbringen“, erzählt Renate Hauzinger, in deren Wohngruppe Anna Petrova arbeitet. Die 30-jährige Russin hat nun gemeinsam mit Bewohnerin Theresia Niederleitner ein Graffiti-Projekt initiiert. Die Idee dazu hatte Anna Petrova bei ihrer Laufrunde, die sie regelmäßig an der Unterführung in Engelhartszell vorbeiführt: „Mir gefällt das vorhandene Graffiti und eines Tages ist mir aufgefallen, dass es eine freie Wand gibt, die wir doch gestalten könnten. Also habe ich überlegt, was wir machen könnten, das den Gemeindebürgern, den Touristen und unseren BewohnerInnen gefallen könnte. Die Idee war, aufzuzeigen, dass alle Menschen verschieden sind, aber trotzdem miteinander verbunden sind. Und dass man gemeinsam mehr schafft, als alleine. Das erlebe ich auch täglich in meinem Volontariat bei invita.“ Das kreative Ergebnis dieser Überlegungen sind drei Matroschkas, die ineinander schachtelbaren Puppen, die typisch für ihre Heimat Russland sind und die in den Farben von Österreich, der EU und Russland gehalten sind. Sie symbolisieren die vielschichtigen Talente aller Menschen und die kulturelle Vielfalt, die den Ort verbindet. Außerdem wollte sie die einzigartige von Fluss und Wald geprägte Landschaft in Engelhartszell mit aufs Bild bringen, was die Farben Grün und Blau wiederspiegeln sollen. Die Ausführung des Motivs übernahm Theresia Niederleitner, die großen Spaß an der künstlerischen Arbeit mit den Spraydosen hatte. „Am liebsten würde sie jede Woche ein Kunstprojekt machen. Aber vielleicht gibt es ja bald wieder einmal eine Gelegenheit dazu“, erzählt Anna Petrova, die übrigens das erste Mal ein Wandbild gestaltete.

Ideen für weitere Projekte hat sie schon im Kopf: Sie würde gerne ein Bookcrossing-Projekt ins Leben rufen, wo gelesene Bücher zum Austausch bereit liegen. „Es wäre toll, wenn die BewohnerInnen diesen Bücherschrank gestalten und im Ortszentrum aufstellen könnten“, sagt die EU-Freiwillige.

Ermöglicht wird der Einsatz von EU-Freiwilligen in der Caritas durch das EU-Programm „Europäisches Solidaritätskorps“ (ESK).