Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Kroatien: Caritas hilft nach Erdbeben vor Ort

31.12.20

Zwei Tage nach dem zerstörerischen Erdbeben nahe der kroatischen Hauptstadt Zagreb ist die Caritas vor Ort, um die Menschen mit dem Dringendsten zu versorgen. „Die Situation in den betroffenen Gebieten ist dramatisch“, berichtet Schwester Jelena Lončar, Direktorin der Caritas Zagreb: „Zahlreiche Häuser und Gebäude sind so beschädigt, dass sie nicht wieder aufgebaut werden können.“

„Am schwierigsten ist die Lage am Stadtrand und in den ländlichen Gebieten“, schildert die Caritas-Direktorin: „Die Menschen wollen ihre zerstörten Häuser nicht verlassen, weil sie ihr Anwesen und Vieh versorgen müssen oder auch aus Angst vor Plünderungen. Sie bleiben Tag und Nacht im Freien, sie schlafen in Autos oder unter provisorischen Nylon- und Planendächern. Daher sind am dringendsten Wohnwagen und Container nötig. Spenden von Lebensmitteln, Hygieneartikel, Kleidung und Schuhen gibt es derzeit ausreichend.“

Aktuell bauen Katastrophenschutz und Rettungsorganisation Strukturen für weitere Hilfe auf. Hilfsorganisationen versorgen die Menschen vor Ort mit dem Nötigsten. Freiwillige und MitarbeiterInnen der kroatischen Caritas bringen Hilfsgüter zu den Menschen, die Häuser und Wohnungen verloren haben und schwer erreichbar sind, weil Straßen zum Teil unpassierbar sind. Die Solidarität der Menschen vor Ort ist gewaltig, berichten Caritas-MitarbeiterInnen vor Ort: Menschen aus den nicht betroffenen umliegenden Regionen bringen Kleidung und Nahrungsmittel in das Katastrophengebiet.

Die Hilfsorganisationen richten sich darauf ein, dass Unterstützung sehr langfristig notwendig sein wird. Die Caritas Steiermark unterstützt die Partner vor Ort und ruft zu Spenden auf, um die Menschen aktuell mit warmen Mahlzeiten, Medikamenten und dem Dringendsten zu versorgen und um auf lange Sicht helfen zu können. Die Menschen sind durch das zweite schwere Erdbeben in diesem Jahr in der Region und durch die zahlreichen Nachbeben traumatisiert, daher wird auch psychosoziale Hilfe über lange Zeit notwendig sein. „Ich danke der Caritas der Diözese Graz-Seckau für die Nähe und Unterstützung in dieser Notsituation“, sagt Direktorin Schwester Jelena Lončar. „Denn der Wiederaufbau wird sehr lange dauern“. 

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