Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Mit Rückhalt und Rückenwind in die Industrie

23.02.21

Leon beim Bohren in der Werkstätte von „Chance Metall“. Hier lernt er dem Umgang mit den Werkzeugen, die es für die Metallbearbeitung braucht.

Eine Metallausbildung in einem großen Betrieb scheint für manche jungen Menschen ein unerfüllbarer Traum zu sein: Sei es, weil die schulischen Leistungen nicht passen oder weil die familiäre Situation schwierig ist. Das Projekt „Chance Metall“ gibt diesen Jugendlichen ein solides Fundament für die Metallbranche – und macht sie zu Lehrlingen, auf die man bauen kann.

In der Werkstatt wird konzentriert gearbeitet. Zwei Jugendliche beugen sich über ihre Werkbänke und feilen an einem Gelenkstück. Die Ausbildnerin Susanne Weber bereitet indes die Bohrmaschine vor. Hin und wieder unterhalten sich die beiden Jugendlichen leise, dann sind sie wieder ganz in der Metallarbeit. Genauigkeit ist gefragt, da braucht es nicht zu viele Ablenkungen. Leon, der Ältere von beiden, hat für das Gelenkstück schon ein paar Versuche gebraucht. So ganz gepasst hat es nicht. Dann heißt es: Auf ein Neues, bis das Teil den Anforderungen entspricht. Präzision und Passgenauigkeit sind das A und O beim Anfertigen von technischen Werkstücken. 

Leon (16) und Florian (15) fühlen sich wohl in der Werkstätte. Das Arbeiten in der Werkstätte gefällt ihnen, und mit Metall hantieren sie gerne. Und vor allem: Das Klima hier ist gut. Im Gegensatz zur Schule. Auf der polytechnischen Schule kam Leon mit den Lehrkräften nicht klar. Und tat sich bei manchen Fächern richtig schwer. In Englisch hatten beide Jugendliche einen sonderpädagogischen Förderbedarf (SPF). Zwei Freunde empfohlen Leon das Projekt „Chance Metall“. Und so ist er seit September in der Werkstatt, gleich südlich des Linzer Bahnhofs, und schnuppert ein Jahr lang in den Metallberuf hinein. Gemeinsam mit zehn anderen Jugendlichen lernt er, wie man Metall feilt, schleift und bohrt, Blech biegt und Gewinde herstellt.

Auch Florian strauchelte schulisch in der Neuen Mittelschule. Er schrieb ein paar Bewerbungen für einen Lehrplatz im Metallbereich, da ihn die Arbeit reizt. Durch die Corona-Situation bekam er jedoch nur Absagen. Also startete er bei „Chance Metall“ und lernt so schon jetzt das Grundgerüst für später - nicht nur in der Werkstatt in der Klimtstraße, sondern auch direkt in Betrieben.

 

Ein Gewinn für beide Seiten

In normalen Zeiten sind die Jugendlichen zwei- bis dreimal pro Woche in einem der Kooperationsbetriebe – bei Trumpf Maschinen, Starlim-Sterner oder Wacker Neuson. Pandemie-bedingt sind diese Schnuppertage auf einmal pro Woche reduziert. Die Jugendlichen ziehen trotzdem viel daraus. „Wir lernen dadurch die Firmen kennen und sehen, wie das Klima dort ist“, sagt Leon. Er hat sich noch nicht festgelegt, in welche Richtung es für ihn gehen soll. Nach dem Jahr bei „Chance Metall“ könnte er eine Lehre als Metallbearbeiter beginnen, aber auch Lagerlogistiker oder technischer Zeichner werden….

 

Lesen Sie die vollständige Reportage über das Ausbildungsprojekt „Chance Metall“ in der aktuellen Ausgabe der „nah dran“. Kostenlos unter: Caritas Information, Tel. 0732/7610-2020, information(at)caritas-linz.at