Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Familienhilfe unterstützt im turbulenten Drei-Mäderl-Haushalt

21.04.21

Am Foto: Caritas-Mitarbeiterin Zeliha Karasu (re.) mit Familie Gülsen. 

Dilek Gülsen aus Linz wurde kurz nach der Geburt ihres zweiten Kindes Alina wieder schwanger. Die Betreuung der beiden Kinder und Beschwerden in der Schwangerschaft setzten der Mutter zu. „Als mir dann meine Nachbarin erzählte, dass die Caritas mit der Familienhilfe Unterstützung bietet, rief ich sofort an“, erinnert sich Dilek Gülsen zurück.

„Ich hatte zwar Bedenken, wer da kommen würde und ob ich meine Kinder einer fremden Frau anvertrauen können würde. Deshalb wollte ich die Caritas-Mitarbeiterin am Anfang keinesfalls alleine bei den Kindern lassen. Aber bereits nach kurzer Zeit hatte ich das Vertrauen“, erklärt Dilek Gülsen. Die Caritas-Mitarbeiterinnen gingen der Mutter zur Hand. Sie halfen im Haushalt und betreuten die Kinder. So konnte Dilek Gülsen auch unbesorgt ihre Arzttermine wahrnehmen. Am 17.10.2020 war es soweit: Töchterchen Ela erblickte das Licht der Welt. Mit nun drei Kindern gibt es seither keine Verschnaufpause mehr. Da Papa Aydin neben seiner Vollzeitbeschäftigung Mama Dilek nur abends und am Wochenende unterstützen kann, startet die 33-Jährige um 6 Uhr Früh nach einer durchwachten Nacht mit maximal 3 Stunden Schlaf in den Tag: Sie bereitet das Frühstück und die Schuljause für Loren zu, um 7:30 geht die Große in die Schule, dann wachen die Kleinen auf. Alina und Ela werden gewickelt, das Fläschchen wird gegeben, Brei wird gerichtet. Dazwischen wird die Hausarbeit erledigt, das Mittagessen muss gekocht werden, die Große kommt von der Schule, Hausübungen werden gemacht, daneben die Kleinen betreut, das Abendessen wird zubereitet und zwischen 18 und 19 Uhr sind die drei Kinder schließlich im Bett. Aber alle 3 Stunden wacht nachts eines der Babys auf, weil es die Flasche braucht oder gewickelt werden will.

Dilek Gülsen ist deshalb froh, dass ihrer Familie die Langzeithilfe für Familien bewilligt wurde. Seit November kommen abwechselnd zwei Caritas-Mitarbeiterinnen an zwei Tagen pro Woche ganztags zu Familie Gülsen. Sie unterstützen die dreifache Mama, immer dort, wo gerade ihre Hilfe gebraucht wird. Auch Caritas-Mitarbeiterin Zeliha Karasu (44), selbst dreifache Mutter, kommt regelmäßig zu Dilek Gülsen. Die gelernte Restaurantfachfrau hat ihre Berufung im Sozialbereich gefunden. „Mit Lebenserfahrung, unserer Ausbildung und v.a. Gelassenheit können wir Familien begleiten und ihnen helfen. Für mich gibt es nichts Schöneres als nach Hause zu gehen im Wissen, eine Familie gestärkt zu haben. Die Freude, wenn wir kommen und die Wertschätzung der Familie, wenn wir gehen: Da weiß man, wofür man es macht.“ Die Hilfe ist für Familie Gülsen nicht mehr wegzudenken. „Heute Morgen konnte ich z.B. in Ruhe duschen, weil Zeliha die Kinder betreute. Das ist solch ein unbeschreiblicher Luxus. Ich genieße es aber auch, wenn ich in Ruhe sauber machen kann oder ich ganz auf ein Kind eingehen kann, weil sich Zeliha mit dem anderen beschäftigt“, erzählt Dilek Gülsen. Nicht zuletzt hat sie durch die Caritas-Mitarbeiterinnen auch mal die Gelegenheit, sich ein Stündchen hinzulegen, in Ruhe eine Mahlzeit einzunehmen oder auch außer Haus zu gehen. „Diese Krafttankstellen tun mir gut und sind auch für uns als Familie sehr wichtig. Es sind keine ‚fremden Frauen‘, die zu mir kommen. Im Gegenteil: Sie hören mir zu, geben mir wertvolle Tipps und unterstützen mich – sie sind auch für mich wie eine ,Ersatzmutter‘.“

Die Langzeithilfe wurde Familie Gülsen vom Magistrat Linz für ein Jahr bewilligt. „Ich kann jeder Familie, die sich überfordert fühlt und von der eigenen Familie nicht genug Unterstützung bekommen kann, die Caritas-Familienhilfe empfehlen. Diese Unterstützung tut uns als Familie und auch als Paar richtig gut.“

Die Caritas bietet die Mobilen Familiendienste im Auftrag des Sozialhilfeverbandes (SHV) / Magistrats an. Der Kostenbeitrag für die Familie ist sozial gestaffelt. Die restlichen Kosten werden aus öffentlichen Mitteln vom SHV/Magistrat mit Unterstützung des Sozialressorts des Landes OÖ übernommen. Den Tarifkalkulator und nähere Infos finden Sie auf www.mobiledienste.or.at. 

Die Corona-Schutzmaßnahmen wie regelmäßige Testung der MitarbeiterInnen oder die notwendigen Hygienevorschriften werden natürlich eingehalten.