Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Kenia: Bischof nennt Lage der Flüchtlinge "dramatisch"

15.01.08

Die Lage der Inlandsflüchtlinge im westkenianischen Eldoret spitzt sich dramatisch zu. Man könne die 40.000 Menschen, die sich seit Tagen in der viertgrößten Stadt Kenias aufhalten, nicht mehr ausreichend versorgen, sagte der katholische Bischof von Eldoret, Cornelius Arap Korir, am Montag der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA. Nach jüngsten Polizeiangaben starben bei den Auseinandersetzungen seit den Präsidentschaftswahlen am 27. Dezember landesweit mehr als 600 Menschen.
"Noch immer brennen Häuser; es fehlt uns an Wasser, Nahrung und Kleidung", so der Bischof, der in seiner Kathedrale 8.000 Menschen aufgenommen hat, darunter viele Kinder.

Insgesamt haben laut Bischof Arap Korir fünf katholische Gemeinden in Eldoret ihre Räumlichkeiten für Flüchtlinge geöffnet: "Wir können sie nicht gehen lassen, aber unsere Kapazitäten sind viel zu begrenzt für die vielen Menschen, die aus den ländlichen Regionen zu uns fliehen". Der frühere Vorsitzende der Kenianischen Bischofskonferenz verurteilte die Ausschreitungen zwischen den Volksgruppen der Kikuyu und Luo: "Es ist tragisch, dass hier Christen gegen Christen kämpfen."

Arap Korir erklärte, in dem derzeitigen Konflikt habe Religion das Nachsehen; er rief zu gegenseitigem Dialog auf. "Wir müssen daran festhalten, den Frieden zu verkünden", so der Bischof, der selbst der Kalenjin-Volksgruppe angehört. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, den Druck auf die beiden verfeindeten Lager um Staatspräsident Mwai Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga für direkte Gespräche aufrecht zu erhalten. Die jüngste Ankündigung einer Koalition beider Parteien beurteilte der Bischof skeptisch: "Kibaki und Odinga sind zu unterschiedlich, als dass sie tatsächlich zusammengehen werden".

Die Caritas-Hilfe für die Betroffenen läuft auf Hochtouren: Insgesamt hilft die Caritas zur Zeit über 60.000 Menschen in fünf Diözesen in Kenia. Viele der Flüchtlinge sind in kirchlichen Einrichtungen untergebracht und werden dort notversorgt.

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