Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Invita-Fachtagung: Freiheitsbeschränkende Maßnahmen

Invita, ein Bereich der Caritas für Betreuung und Pflege, hat am Dienstag den 20.10.09 zu einer Fachtagung mit dem Thema „ Freiheitsbeschränkende Maßnahmen“ eingeladen. Über 230 Personen sind dieser Einladung gefolgt und haben sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt.

Der Einsatz freiheitsbeschränkender Maßnahmen ist in Österreich durch das
Heimaufenthaltsgesetz geregelt. Freiheitsbeschränkende Maßnahmen können nur eingesetzt werden, um psychisch kranke, geistig behinderte, sturzgefährdete Personen vor ernster und erheblicher Gesundheitsschädigung zu schützen.

Univ-Prof Dr. Alois Birklbauer stellte in seinen Ausführungen dar, dass das Grundrecht der persönlichen Freiheit besonders schützenswürdig ist und begrüßte auch, die engen Grenzen in denen die Beschränkung der persönlichen Freiheit überhaupt möglich ist.
„Es habe sich viel in Richtung Alternativen getan“ ist Mag. Pimon,  Leiterin der Bewohnervertretung Oberösterreich, überzeugt, „die Sensibilisierung greift durchaus.“ Verbesserungsbedarf sieht sie vor allem in den Bereichen der medikamentösen Einschränkung und bei der Bewußtseinsarbeit in allgemeinen Krankenhäusern.
Ist Freiheitseinschränkung wirklich nur eine Nebenwirkung zur therapeutischen Intervention, diese Frage stellte Dr. Andrea Mühlbachler vom Klinikum Braunau in ihrem Vortrag. Mit der Frage, ob Menschen in ihrer persönlichen Freiheit nicht mehr beschnitten sind, wenn sie unbehandelt leben müssen, sorgte sie durchaus für einigen Diskussionsstoff.
In einem Video berichteten einige KundInnen mit psychischen Erkrankungen von invita, von Freiheitsbeschränkungen, die sie bis dato erlebt haben. „Oftmals war es wichtig, auch für meinen Schutz, dass solche freiheitsbeschränkenden Maßnahmen bei mir eingesetzt wurden“, so eine Kundin von invita.
 „Dass ich in ganz schwierigen Situationen nicht wegmusste und nicht in die Psychiatrie eingeliefert wurde, sondern meine BetreuerInnen diese schwierigen Situationen mit mir gemeistert haben, auch wenn ich hier persönlich fixiert wurde, war eine absolut wertvolle Erfahrung für mich; da halten sie mich wirklich aus“, so eine andere.

Im Vortrag der MitarbeiterInnen vom Moserhof, einer Einrichtung von invita, wurde ein sehr gut nachvollziehbarer Eindruck vermittelt, wie mit Freiheitsbeschränkungen umgegangen wird und was alles im Vorfeld versucht wird, damit freiheitsbeschränkende Maßnahmen vermieden werden können. Mit der gesetzlichen Regelung der Möglichkeiten im Heimaufenthaltsgesetz konnte dennoch für die MitarbeiterInnen viel Sicherheit geschaffen werden. Aus der Praxis berichteten Tamara Aspöck und Christian Kübler, dass damit den KundInnen sehr viel Sicherheit vermittelt werden kann. Durch ständige Reflexion und kritische Auseinandersetzung könne sichergestellt werden, dass hier keine unnötigen Maßnahmen gesetzt werden.

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