Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

"Im Geiste wieder jung"

07.10.10

Demenzerkrankungen spielen eine immer größere Rolle bei Alterserkrankungen. So leidet derzeit jede vierte über 80 jährige Person an Demenz. Die zunehmend fehlende Orientierung zu Zeit, Raum und zur Person von demenzerkrankten Menschen stellt eine große Herausforderung für Angehörige und für das Pflegepersonal dar. Wissen zur Erkrankung hilft, den Alltag mit diesen Menschen besser zu bewältigen.

Aus diesem Grund hatte das Seniorenwohnhaus Schloß Hall der Caritas für Betreuung und Pflege am 6. Oktober zur Fachveranstaltung „Demenz – Gemeinsam den Alltag bewältigen“ eingeladen. Knapp 100 begeisterte BesucherInnen- MitarbeiterInnen in der Pflege, Auszubildende sowie Angehörige von demenzerkrankten Personen waren der Einladung gefolgt.

Welche Arten von Demenz gibt es, wie kann man sie erkennen und wie unterscheidet sie sich von Depressionen – diesem Thema widmete sich Psychologe und Demenzdiagnostiker Dr. Johann Kirschner in seinem Vortrag. Helmut Lehner, Lehrer für Gesundheitsberufe erklärte den TeilnehmerInnen wie das Gehirn funktioniert und wieso demenzerkrankten Personen durch die Veränderungen im Gehirn bestimmte Verhaltensweisen zeigen. „Sie werden im Geiste wieder jung“, erklärte Lehner. „Hält man sich das vor Augen und beachtet, wie diese Personen in der Kindheit und Jugendzeit gelebt haben, werden bestimmte Verhaltensweisen nachvollziehbar und das Reagieren auf schwieriges Verhalten einfacher. 

Moderatorin Dr.in Christine Haiden las außerdem aus den Online-Tagebüchern von Angehörigen von demenzerkrankten Personen. Und die diplomierte Krankenschwester und Schauspielerin  Claudia Patscheider brachte als Mechthild So(a)rglos dem Publikum das Thema auf humoristische Weise näher.

Intensiv genutzt wuden auch die von den ExpertInnen geleiteten Workshopgruppen in denen Zeit für Fragen und Gespräche waren.