Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Erdbeben in Japan: Die Hilfe der Caritas

15.03.11

In Japan gibt es nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe von Zehntausenden Menschen nach wie vor kein Lebenszeichen. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo geht nach einem Rundruf bei Lokalbehörden von mehr als 30.000 Vermissten aus, die Zahl der Todesopfer könnte daher noch dramatisch steigen. Offiziell spricht man mittlerweile von 5.000 Toten.

•    Auch die Anzahl an zerstörten bzw. nicht mehr benutzbaren Gebäuden wurde nach oben hin revidiert: Das Erdbeben und der anschließende Tsunami zerstörten mehr als 70.000 Gebäude oder machten sie dauerhaft unbenutzbar. Diese Zahl nannte das Innenministerium in Tokio am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo.


•    Die Versorgungslage wird unterdessen immer schlechter. Verzweiflung, Furcht und Chaos breiten sich in Japan aus. Strom, Lebensmittel und Kraftstoff werden knapp - besorgte Bürger bildeten am Montag lange Schlangen vor Supermärkten und Tankstellen. Immer wieder bebte die Erde. Im Nordosten der Hauptinsel Honshu gruben Rettungskräfte weiter in den Trümmern nach Opfern von Erdbeben und Tsunami.

•    Millionen Menschen sind laut UNO ohne Strom und Wasser, mehr als eine halbe Million Menschen harrt in Notunterkünften aus. Aus einigen Gebieten gibt es immer noch keine Information - sie sind von der Außenwelt abgeschnitten.

•    Heute gab es ausserdem eine weitere Explosion im Atomkraftwerk Fukushima 1. Betroffen war diesmal Reaktor 2. Bei der dritten Detonation innerhalb von vier Tagen wurde vermutlich auch der Reaktorbehälter beschädigt. Im Reaktorblock 4 des AKW war zudem ein Feuer ausgebrochen und dadurch Radioaktivität ausgetreten - ob der Brand inzwischen gelöscht werden konnte, darüber gibt es widersprüchliche Angaben. Im Umkreis von 20 Kilometern um die beiden Atomkraftwerke Fukushima 1 und 2 waren in den vergangenen Tagen bereits mehr als 200.000 Menschen evakuiert worden. Nach Erkenntnissen der französischen Botschaft in Tokio könnte eine radioaktive Wolke mit "geringer radioaktiver Kontamination" Japans Hauptstadt innerhalb der nächsten Stunden erreichen.


•    Die internationale Hilfsbereitschaft für Japan ist groß. Mehr als 70 Länder von China über Europa bis zu den USA beteiligen sich am Rettungseinsatz. Österreich hält Experten auf Abruf bereit. Deutschland schickte Experten des Technischen Hilfswerks. Am Montag begannen Rettungsmannschaften aus den USA und China, im Nordosten des Landes nach Vermissten zu suchen.

Die Hilfe der Caritas

•    Die Katholische Kirche und auch die Caritas Japan sind relativ klein, etwa ein halbes Prozent der Bevölkerung sind Katholiken. Im Büro der Caritas Japan in Tokio arbeiten beispielsweise 8 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Entsendung von ExpertInnen des internationalen Caritas-Netzwerkes ist wegen der atomaren Bedrohung derzeit nicht möglich.
Vor diesem Hintergrund ist die Nothilfe der Caritas zu sehen: Die über 200 Pfarren bilden ein lokales Solidaritätsnetz. In den Diözesen Sendai und Saitama versorgen Kirche und Caritas in Notquartieren, die etwa in Pfarrgebäuden eingerichtet wurden, die Menschen mit dem Überlebensnotwendigen.
Derzeit erreicht diese Nothilfe ein paar hundert Menschen.  Am kommenden Samstag plant die Caritas eine größere Verteilung mit dem Ziel, mehrere tausend Menschen zu erreichen. Für diese Verteilung werden derzeit freiwillige HelferInnen mobilisiert. Die Hilfsgüter kommen aus dem Hinterland, das intakt geblieben ist.

•    Breite Unterstützung aus dem internationalen Caritas-Netzwerk wurde ebenfalls bereits zugesichert. Sobald es möglich werden auch internationale Experten der Caritas in der Katastrophengebiet entsandt.  

•    Die Caritas wird ihren Schwerpunkt auf den Wiederaufbau legen.

Die Caritas bittet um Spenden für die Opfer des Erdbebens in Japan:

Raiffeisenlandesbank, Konto 1.245.000, BLZ 34.000

Kennwort: Erdbeben Japan

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