Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Macht Religion Kinder kompetent?

Kindergärten unterstützen Eltern in ihrer verantwortungsvollen Erziehungs- und Bildungsaufgabe und stellen Weichen für die weitere Bildungsbiographie im Leben der Kinder. KindergartenpädagogInnen müssen sich heute einer Reihe an Herausforderungen stellen. Unter Bedachtnahme der gesellschaftlichen und familiären Veränderungen, unter denen Kinder aufwachsen, muss der Bildungsbegriff neu und umfassend definiert werden. Es geht heute nicht mehr nur um Wissensvermittlung, sondern um den Erwerb von Kompetenzen. Darunter wird ein Netzwerk von Kenntnissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Strategien und Routinen verstanden, das einen Menschen dazu befähigt, in unterschiedlichsten Lebenssituationen handlungsfähig zu sein. Dabei kann eine religiös-spirituell Dimension nicht außer Acht gelassen werden. Der Religionspädagogische Bildungsrahmenplan will die PädagogInnen in den kirchlichen Kindertageseinrichtungen unterstützen, ihre pädagogische Arbeit dahingehend zu erweitern. Er dient den KindergartenpädagogInnen als Leitfaden für die Arbeit mit den Kindern, Eltern und im Team. Der Religionspädagogische Bildungsrahmenplan wurde von der „Caritas für Kinder und Jugendliche“ in Oberösterreich und der „St. Nikolaus-Kindertagesheimstiftung“ in Wien gemeinsam mit Fachleuten aus Wissenschaft und Religion entwickelt.

ExpertInnen einig: Religiöse Bildung macht Kinder lebenskompetent
Im Rahmen des Studientages gingen sechs ExperInnen bei einer Podiumsdiskussion der Frage nach, ob Religion Kinder kompetent macht. Einig waren sich die Diskutierenden, dass in einer immer komplexer werdenden Welt, religiöse Bildung an Bedeutung zunimmt. „Die Bilder von der Katastrophe in Japan gehen auch an den Kindern nicht spurlos vorüber. Die Kleinen haben dazu viele Fragen und verlangen nach kindgerechten Antworten, die nicht immer logisch zu erklären sind. Es muss gelingen, den Kindern die Probleme unserer Zeit in ihrer Sprache vermitteln zu können und ihnen so emotionale Stärke mitzugeben – dann macht Religion Kinder kompetent“, brachte es DDr.in Ulrike Greiner, Rektorin der Pädagogischen Hochschule OÖ bei der Podiumsdiskussion auf den Punkt.  „In Deutschland sind katholische Kindergärten der gefragteste kirchliche Ort überhaupt“, berichtete Professorin Hildegard Wustmans, von der KTU Linz. Sie ist der Ansicht, dass der Kindergarten nicht nur eine gesellschaftliche Aufwertung braucht, sondern auch eine innerkirchliche Verankerung in der Diözese.  Religiöse Bildung macht Kinder lebenskompetent und bereitet sie auf die Herausforderungen des Lebens vor. Mag.a Michaela Hajszan vom Charlotte Bühler Institut Wien sieht KindergartenpädagogInnen als  ExpertInnen für frühkindliche Bildung und appelliert an die PädagogInnen sich auch selbst so zu sehen.

Umsetzung erfolgt an 700 Standorten in Österreich
Der Religionspädagogische Bildungsplan wird österreichweit in über 700 Standorten für zirka 40.000 Kinder umgesetzt und setzt seine Schwerpunkte in den Bereichen Ethik, Werteerziehung und soziale Kompetenz. In Oberösterreich wird der BildungsRahmenPlan in 300 Einrichtungen bei fast 16.000 Kindern angewandt.

Der Religionspädagogische BildungsRahmenPlan ist in Form einer Publikation im Fachverlag UNSERE KINDER erschienen und kann unter Tel.: 0732/7610-2091, oder unsere.kinder(at)caritas–linz.at bestellt werden. Preis: 4,90 Euro + Porto.