Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Quereinsteiger fand als Caritas-Familien-Langzeithelfer seine Erfüllung

07.11.11

Bruno Mayer ist der erste männliche Langzeithelfer der Caritas in Oberösterreich. „Der Beruf ist sehr erfüllend und ich liebe meine Arbeit“, ermutigt er junge Männer anlässlich des Boys’ Day, sich für Berufe im Sozialbereich zu interessieren.

Am 10. November 2011 veranstaltet das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz zum vierten Mal einen Österreichweiten Boys’ Day, der Buben und männliche Jugendliche unterstützen soll, ein breiteres Feld an Berufen kennen zu lernen. Dazu gehören u.a. Tätigkeiten in Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen, Krankenhäusern, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen.

Pflegeberufe sind noch immer in weiblicher Hand
Dass Pflegeberufe immer noch in weiblicher Hand sind, sieht man innerhalb der Caritas für Betreuung und Pflege in Oberösterreich: 86 Prozent der derzeit 1.385 MitarbeiterInnen sind weiblich und nur 14 Prozent männlich. „Erfreulicherweise finden aber immer mehr Männer den Weg in den Sozialbereich.“ bemerkt Josefine Mair, Geschäftsführerin der Caritas für Betreuung und Pflege. „Denn noch vor rund zehn Jahren lag der Männeranteil innerhalb der Caritas für Betreuung und Pflege bei nur 10 Prozent.“

Erster männlicher Langzeithelfer für Familien
Einer, der im Sozialbereich seine Erfüllung gefunden hat, ist Bruno Mayer. Nachdem er 33 Jahre in der Gastronomie tätig war, wechselte der Gramastettner im August 2010 in die Caritas für Betreuung und Pflege, wo er als erster männlicher Langzeithelfer für Familien zu arbeiten begann. „Meine Kolleginnen und ich unterstützen Familien dann, wenn zum Beispiel Mutter oder Vater in Folge langer, schwerer Erkrankung oder Tod ausfallen. Auch bei Mehrlingsgeburten, physischer oder psychischer Überlastung sichern wir die Kinderbetreuung und die Fortführung des Haushaltes. Wir helfen damit Kindern, in ihrem gewohnten Umfeld weiter zu leben und die notwendige Unterstützung zu erhalten. Die Dauer des Einsatzes erstreckt sich über mindestens ein halbes Jahr bis zu drei Jahren“, erklärt Mayer sein Aufgabengebiet.

Sein Interesse zu diesem Beruf wurde beim Tag der offenen Tür in der Caritas-Schule am Schiefersederweg in Linz geweckt. „Mir hat vor allem das Anforderungsprofil an die Familien- bzw. LangzeithelferInnen für Familien gut gefallen. Man kommt mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt und kann in Krisensituationen helfen“, so Mayer. Nachdem er einige Tage eine Langzeithelferin begleitet hat, entschied sich der ausgebildete Lebens- und Sozialberater für diesen Beruf bei der Caritas.

Langzeithelfer als verlässliche Bezugsperson für Familien in Krisensituationen
Derzeit betreut Mayer zwei Familien. Vom Wickeln des Säuglings über das Kochen und Aufräumen bis hin zum Hausaufgaben machen mit den Kindern – der 51-Jährige fühlt sich in seiner Rolle äußerst wohl und kann auch immer wieder sein handwerkliches Geschick einbringen. „Mein Beruf gefällt mir nach wie vor ausgesprochen gut, ich will für die Familien eine verlässliche Bezugsperson sein und nicht Vater oder Mutter ersetzen“, erklärt der vierfache Vater. Er hat im Sozialbereich seine berufliche Erfüllung gefunden. „Es ist eine sehr schöne Arbeit und ich denke, wenn man jungen Burschen schon während der Schulzeit, so im Alter von 16, 17 Jahren die Möglichkeit geben würde, einige Tage in eine Sozialeinrichtung hineinzuschnuppern, dann würden sich sicher viele für einen Beruf in diesem Bereich entscheiden“, so der Langzeithelfer.

Mittlerweile üben 3 Männer und 237 Frauen den Beruf der Caritas Familien- bzw. Langzeithilfe für Familien in Oberösterreich aus.