Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Literaturpreis Ohrenschmaus an Michael Wilhelm vergeben

05.12.12

Vor kurzem wurden die Ohrenschmaus Preisträger 2012 bekanntgegeben. Dieser Literaturpreis für Menschen mit Lernbehinderung wurde zum 6. Mal unter dem Ehrenschutz von Felix Mitterer vergeben und von BM Karlheinz Töchterle überreicht.

Heuer wurden 145 Texte eingereicht, in der Jury waren: Heinz Janisch, Barbara Rett, Ludwig Kaher, Eva Jancak, Niki Glattauer und Andrea Stift. Unter den Preisträgern findet sich u.a. Michael Wilhelm aus Oberösterreich. "Die Kunst ist sehr eigen, doch wo fängt sie an" beginnt Michael Wilhelm sein Gedicht zum Thema Kunst oder Lebenskunst. Er ist 44 Jahre alt und ist Preisträger in der Kategorie Lyrik. Er arbeitet in der Handwerk- und Montage-Werkstatt von St. Pius, einer Einrichtung der Caritas in Oberösterreich.

Ein Auszug der Jurybegründung lautete: "Ein amüsantes Gedicht, das mit dem Begriff Kunst spielt, reflektierend, mit persönlichen Urteilen gewürzt, selbstbewusst."

Ein weiterer Gewinner aus St. Pius - und das bereits zum vierten Mal - ist Herbert Schinko, der den Ehrenpreis für Lyrik erhalten hat.

Caritas-Präsident Franz Küberl: "Es macht mich stolz zu sehen, wie Menschen, die in unseren Einrichtungen begleitet werden, über sich hinauswachsen und eine schriftstellerische Kreativität entwickeln, die nicht nur uns immer wieder von neuem überrascht!"

Weitere Preisträger
Markus Engfer, 20 Jahre alt, schreibt in seinem Text zum Generalmotto des Literaturpreises 2012 "Zu zweit ist weniger allein" einen feinfühligen Bericht über seinen Zugang zu seiner Behinderung und wie die Gesellschaft damit umgeht. "Wenn ich dich so ansehe, siehst Du gar nicht so behindert aus, habe ich schon mal als Kompliment gehört." Er ist Preisträger der Kategorie Lebensberichte und arbeitet in den Caritas-Emstor-Werkstätten Rheine, Deutschland.

In der Kategorie Prosa wurde Martin Rausch ausgezeichnet. Er ist am 31. Jänner 1970 in Bruck an der Mur geboren, ist in der Plattform für KünstlerInnen mit Behinderung aktiv und wohnt bei der Lebenshilfe Mürzzuschlag.

Den Sonderpreis erhält Julian Messner, er ist 26 Jahre alt und lebt in Oberrasen, Südtirol. Er arbeitet in der Kunstwerkstatt "Akzent" Bruneck der Lebenshilfe.

Franz Küberl freut, "dass der Literaturpreis Grenzen verschiebt, die Grenzen zwischen normal und behindert verschwinden, die Verständigung wächst und der Mensch als Mensch tritt in den Vordergrund - es geht um ihn und seine Sicht auf die Welt. Soviel Inklusion muss uns in anderen Lebensbereichen erst gelingen."