Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Litauische Volkstänze und deutsche Maultaschen

„Buenos dias“ und „Sveiki“ begrüßen die Kinder in St. Isidor einen Neuankömmling, der in den Hort oder Kindergarten kommt. Durch die Europäischen Freiwilligen, die ihnen zur Seite stehen, haben sie nicht nur einige Wörter Spanisch und Litauisch gelernt, sondern auch einiges von der Kultur mitgenommen.

Leonding. Grita sitzt hinter einem Mädchen und massiert es. Die Kinder im Kindergarten haben das Glück, die junge Frau gerade unterstützend zur Seite zu haben. Denn Grita ist ausgebildete Physiotherapeutin und kann dadurch den Kindern bei körperlichen Beschwerden helfen. Die Litauerin ist als Europäische Freiwillige in St. Isidor, wo sie tatkräftig mitarbeitet. Sie spielt und bastelt mit den Kindern und kocht typische Landesgerichte. Besonders geschmeckt hat den Kleinen dabei „Tinginys“, ein litauischer Nationalkuchen.

Auch deutsche Maultaschen haben die Kinder schon in der Küche gezaubert – mit Hilfe von Nicolai, der sich gemeinsam mit Grita für das Freiwilligenjahr entschieden hat. Beide wollten die Möglichkeit nutzen, für 6 bis 12 Monate in einem europäischen Land bei einem gemeinnützigen Projekt mitzuarbeiten.

Für junge Erwachsene ist der Europäische Freiwilligendienst eine einfache Möglichkeit, um Auslandserfahrung zu sammeln. Sie werden in Seminaren vorbereitet und erhalten im Ausland durch die Organisation, bei der sie arbeiten, immer Unterstützung. Ein spezieller Hintergrund ist nicht nötig – es geht vielmehr darum, dass die Freiwilligen ihre Kultur und Sprache einbringen können. So haben die Kinder in St. Isidor im Vorjahr von einer Freiwilligen ein wenig Spanisch gelernt. Jetzt ist Litauisch an der Reihe.

Die Buben in St. Isidor freuen sich vor allem über die männliche Unterstützung von Nicolai. Er geht mit ihnen in den Garten um Fußball zu spielen und zeigt ihnen Handwerkliches in der „Bauecke“. Abgesehen davon liest Nicolai den Kindern Geschichten vor und hilft im Hort bei den Hausaufgaben. „Durch die Arbeit bin ich gegenüber Kindern mit Beeinträchtigungen viel offener geworden. Ich lerne täglich Neues von ihnen“, erzählt er. „Manchmal vergesse ich, dass überhaupt eine Lernschwierigkeit vorliegt. Diese Freiwilligenarbeit ist für mich eine sehr große Bereicherung, an die ich immer gern zurückdenken werde."