Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

300 marschierten für faire Chancen von Flüchtlingen

21.06.13

Rund 300 TeilnehmerInnen marschierten gestern beim Umbrella March in Linz und setzten ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für mehr Menschlichkeit im Umgang mit Flüchtlingen.

Die Veranstalter riefen gestern anlässlich des Weltflüchtlingstages zum Umbrella March auf. Scharfe Kritik kam von den Rednerinnen und Rednern bei der Kundgebung am Linzer Hauptplatz an den Verschärfungen in der Asylpolitik in Österreich und in der EU.

Franz Kehrer, Direktor der Caritas Oberösterreich, zeigte sich wegen negativer Stimmungsmache und Vorurteilen gegenüber AsylwerberInnen besorgt. „Die konkrete Auseinandersetzung mit den Menschen zeigt, dass Ängste ausgeräumt werden können. Eine notwendige Forderung ist aber der Zugang zum Arbeitsmarkt für AsylwerberInnen.“

Gunther Trübswasser, Vorsitzender von SOS-Menschenrechte, prangert den Stillstand in der Asylpolitik. „Seit Jahren gibt es in der Asylpolitik bekannte Problemfelder, die nicht gelöst werden. Vorschläge für Änderungen blieben unberücksichtigt. Menschenunwürdige und menschenrechtswidrige Abschiebungen sind nicht tolerierbar“, so Trübswasser.

Josef Weidenholzer, Präsident der Volkshilfe Österreich und EU-Parlamentarier,  kritisiert die Verschärfungen im Asylwesen auf europäischer Ebene. „Ich habe diesen Verschärfungen nicht zugestimmt. Die europäische Union ist eine Festung geworden. In Griechenland etwa herrschen unmenschliche Zustände, aber wo bleibt die Solidarität Österreichs, syrische Flüchtlinge aufzunehmen?“, sagte Weidenholzer zu den rund 300 TeilnehmerInnen.

Der Umbrella March wurden von mehreren KünstlerInnen und Organisationen wie Texta, Günther Lainer oder der Katholischen Aktion und Land der Menschen unterstützt. Schriftsteller Thomas Baum stellte sich ebenfalls in den Dienst der guten Sache und moderierte die Veranstaltung.

Dennis Russel Davies, Chefdirigent des Bruckner Orchesters, mahnt, dass alle Menschen für unsere Gesellschaft wertvoll sind und jede Art von Hetze und Ausländerfeindlichkeit bekämpft werden müsse. „Halten wir die Schirme hoch, am Ende wird die Menschlichkeit siegen.“

Die Kundgebung klang mit einem Gratiskonzert der Linzer Rapper Hinterland aus.