Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

25 AsylwerberInnen werden im Stift Steyr-Gleink aufgenommen

04.11.14

Aufgrund der anhaltenden humanitären Krise in den Kriegsgebieten ist das Land Oberösterreich weiterhin gefordert, hilfs- und schutzbedürftige Menschen in die sogenannte Grundversorgung zu übernehmen. Unser Bundesland hat – aufgrund seiner Größe – einen großen Bedarf an derartigen Asylunterkünften.
 
Nunmehr werden weitere 25 AsylwerberInnen im ehemaligen Stift Steyr-Gleink Unterkunft finden. Das Gebäude des ehemaligen Klosters war von Seiten der Diözese Linz in Zusammenarbeit mit der Caritas-Flüchtlingshilfe dem Land OÖ als Quartier für AsylwerberInnen angeboten worden. Land, Stadt und Diözese haben sich nun darauf geeinigt, dass hier 25 Menschen einziehen können. Die Betreuung des Quartiers wird die Caritas-Flüchtlingshilfe übernehmen. Bis 2009 war im ehemaligen Stift Gleink das Sozialpädagogische Zentrum der Caritas untergebracht, in dem zuletzt  43 Jugendliche gewohnt hatten.
 
"Nunmehr werden 25 AsylwerberInnen im ehemaligen Stift Unterkunft finden. Dafür bedanke ich mich bei der Diözese Linz sowie der Stadt Steyr. Das Land Oberösterreich setzt somit seinen eingeschlagenen Weg fort, keine Massenflüchtlingsquartiere zu installieren, sondern kleine und überschaubare Einheiten, um damit der "Ghettoisierung" vorzubeugen. Im konkreten Anlassfall muss auch berücksichtigt werden, dass im Stadtteil Gleink bereits eine Unterkunft für AsylwerberInnen besteht", meint Sozial-Landesrätin Mag.a Gertraud Jahn.
 
„Es ist Bischof Ludwig Schwarz ein sehr großes Anliegen, dass mit den Räumlichkeiten im ehemaligen Stift Gleink auch von Seiten des Bistums ein unmittelbarer Beitrag der Kirche geleistet werden kann, um asylsuchenden Menschen in Oberösterreich eine Herberge zu geben. Dabei wird darauf Rücksicht genommen, dass diese durch die Caritas sowie Pfarrangehörige entsprechend begleitet werden. Es freut mich, dass inzwischen mehrere Pfarrgemeinden und Ordensgemeinschaften mögliche Quartiere angeboten haben, die in Abstimmung mit den Betreuungseinrichtungen, den zuständigen Behörden des Landes und den Menschen vor Ort in zweckmäßiger Weise realisiert werden können“, so Generalvikar DDr. Severin Lederhilger.
 
"Wir werden die Entscheidung der Diözese Linz, im Stift Gleink 25 AsylwerberInnen aufzunehmen und durch die Caritas betreuen zu lassen, als Stadt positiv begleiten. Wir tun dies im Wissen, dass wir – was die Aufnahme von AsylwerberInnen in unserer Stadt betrifft – in Steyr seit Jahrzehnten vorbildlich agieren. Und wir tun dies im Wissen, dass sich auch der Gleinker Pfarrgemeinderat in einem Schreiben an die Diözese für die Aufnahme von Asylwerben im Stift Gleink ausgesprochen hat“, erklärt Bürgermeister Gerald Hackl.
 
In Steyr werden aktuell 104 Asylwerber betreut:
44 AsylwerberInnen, vorwiegend Tschetschenische Familien, werden vom Roten Kreuz bereits seit 10 Jahren im ehemaligen Gasthaus Hartlieb in Dornach (Stadtteil Gleink) betreut. Die Volkshilfe betreut 32 Jugendliche Asylwerber/innen im ehemaligen Gasthaus Maradonna (Stadtteil Münichholz) sowie 28 AsylwerberInnen in Unterhimmel (Stadtteil Christkindl).
 
„Mit der Unterbringung von weiteren 25 AsylwerberInnen in Steyr sehen wir unsere solidarisch-menschliche Verpflichtung, Menschen in Not beizustehen, als Stadt mit knapp mehr als 38.000 Einwohnern als erfüllt an. Ich persönlich hoffe, dass die nach wie vor vielen Gemeinden in Oberösterreich, die kein einziges Quartier für AsylwerberInnen bereitstellen, angesichts der prekären Situation ebenfalls ihrer humanitären Verpflichtung nachkommen und kurzfristig Unterkünfte zur Verfügung stellen“, stellt Bürgermeister Hackl abschließend fest.