Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Start der Caritas-Haussammlung: Arbeitslosigkeit macht arm

Haussammlung 2015: Wir gehen für Menschen in Not in OÖ, Portraitfotos von Frauen und Männern, die als Haussammler unterwegs sind.

Über 6.500 pfarrliche MitarbeiterInnen machen sich auch heuer im April und im Mai wieder auf den Weg, um unter dem Motto "Wir gehen für Menschen in Not in Oberösterreich" von Haus zu Haus um Spenden für die Caritas zu bitten. Mit dem Geld hilft die Caritas tausenden OberösterreicherInnen, die u.a. in die Caritas-Sozialberatungsstellen kommen, weil sie arbeitslos wurden und nun nicht mehr wissen, wie sie ihr Leben bestreiten sollen.

Fast 50.000 Menschen sind laut den AMS-Arbeitsmarktdaten mit Stand Februar 2015 in Oberösterreich arbeitslos gemeldet. Das sind 10,9 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dieser Umstand ist auch in den Caritas-Sozialberatungsstellen zu spüren. "Bei einem Großteil unserer Beratungsgespräche geht es um die Themen Arbeit, Arbeitslosigkeit, zu geringes Einkommen und Arbeitssuche. Viele unserer KlientInnen verdienen aufgrund fehlender Bildung generell nicht viel, können keine Reserven schaffen und wenn sie dann plötzlich gekündigt werden, kann sie das sehr schnell aus der Bahn werfen. Oder aber sie erhalten nur befristete Anstellungen oder Leasingverträge und es bleibt ihnen trotz Arbeit nicht genug, um ihr Leben zu finanzieren", weiß Paul Pupp von der Sozialberatungsstelle der Caritas für Menschen in Not in Linz.

Betroffen sind sehr oft Familien - ein gutes Beispiel dafür sind Iris und Christian N. Lange Zeit haben sie mit sich gerungen, doch nachdem sie an einen Punkt angekommen sind, an dem sie nicht mehr weiter wissen, haben sie sich entschlossen, die Caritas-Sozialberatungsstelle aufzusuchen. Iris N. bezieht Kinderbetreuungsgeld, ihre drei Kinder sind sieben und drei Jahre bzw. fünf Monate alt. Obwohl Christian N. in seinem Job als Lagerist nur knapp 1.100 Euro netto verdiente, kam die Familie immer gerade so über die Runden. Doch als Herr N. nun vor knapp drei Monaten seine Stelle verlor, standen plötzlich 400 Euro weniger pro Monat zur Verfügung.
Durch Beratung und finanzielle Unterstützung zur Überbrückung der akuten Notlage hilft die Caritas-Sozialberatungsstelle  weiter.

Arbeitslosigkeit kann jeden treffen
"Arbeitslosigkeit kann in wirtschaftlichen Krisenzeiten wie jetzt jeden treffen. Gute Qualifikation ist zwar ein gewisser Vorteil, aber mittlerweile kein Garantieschein mehr auf einen gesicherten Arbeitsplatz", betont Caritas-Direktor Franz Kehrer, MAS. "Dennoch geraten arbeitslose Menschen häufig auch noch unter massiven sozialen Druck und in Isolation. Denn immer noch wird den Betroffenen gerne selbst die Schuld an ihrer Lage zugeschrieben. Das bedeutet neben den Existenzsorgen enorme psychische Belastungen für die Betroffenen."

12 regionale Beratungsstellen unterstützten 12.700 Menschen
In den 12 Caritas-Sozialberatungsstellen in OÖ. konnten im Vorjahr insgesamt rund 12.700 Menschen (inkl. ihrer Familienangehörigen) unterstützt werden. Das Geld aus der Haussammlung wird für diese Hilfe verwendet, sowie für andere Einrichtungen der Caritas - so z.B. den Lerncafés für Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Rund 6500 pfarrliche MitarbeiterInnen stellen sich auch heuer im April und Mai wieder ehrenamtlich in den Dienst der guten Sache und gehen haussammeln. "Ich danke allen HaussammlerInnen und den SpenderInnen, sie leisten einen wichtigen Beitrag, dass Menschen in schwierigen Lebenslagen in Oberösterreich nicht allein gelassen werden", so Caritasdirektor Kehrer.