Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Gedenkfeier im Linzer Mariendom für die Opfer der Katastrophe im Mittelmeer

Zwei Frauen und ein Mann stehen um eine Bteonschale, die mit Sand gefüllt ist. Sie stecken brennende Kerzen in den Sand.

In einer berührenden Gedenkfeier im Linzer Mariendom wurde gestern der Opfer der Katastrophe im Mittelmeer gedacht. Die Feier fand im Rahmen der Abendmeditation statt, die jeden Donnerstag um 19.30 Uhr im Mariendom gehalten wird. Das Gedenken war geprägt vom gemeinsamen Beten, Singen und Schweigen; es musizierten Bohdan und Ewa Hanushevsky („Kohelet 3“).

Ganz bewusst wurde bei den Kreuzwegstationen 9 und 10 („Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz“ und „Jesus wird seiner Kleider beraubt“) im Dom ein Gedenkort eingerichtet. Denn diese beiden Kreuzwegstationen spiegeln zutiefst menschliche Erfahrungen wider: das Niedergedrückt-Werden, den Versuch, immer wieder aufzustehen, das erneute Hinfallen – die Erfahrung von tiefer Aussichtslosigkeit und verzweifeltem Mut. Der Raub der Kleider steht für tiefe Demütigung und die Erfahrung, der eigenen Würde beraubt zu werden.

Jeder und jede ist eingeladen, hier noch bis Donnerstag, 30. April, eine Kerze zu entzünden – es soll dazu beitragen, diese Menschen gegenwärtig zu halten, an ihr Leid zu erinnern und ein Zeichen der Solidarität und Mitmenschlichkeit zu setzen.