Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Entwicklungspolitischer Dialog: 25 Jahre Auslandshilfe

Männer stehen vor der Entladung eines Hilfskonvois.


Anlässlich „25 Jahre Caritas Auslandshilfe“ lud das Land Oberösterreich in Kooperation mit der Caritas Auslandshilfe am 4. Mai 2015 zum entwicklungspolitischen Dialogabend in die Linzer Redoutensäle. Dabei standen besonders die sozialen Entwicklungen und Probleme sowie mögliche Perspektiven für eine gemeinsame Zukunft Europas im Mittelpunkt.

Beim Entwicklungspolitischen Dialog, zu dem das Land Oberösterreich einmal jährlich einlädt, präsentieren die in der Entwicklungszusammenarbeit engagierten Personen und aktiv tätige Organisationen ihre Arbeiten und Projekte einer breiten Öffentlichkeit. Das Thema Entwicklungspolitik, das in der regulären Tagespolitik oft im Abseits steht, soll so in hinter dem Vorhang hervorgeholt werden.

Caritas-Direktor Franz Kehrer, MAS, erläuterte in seiner Begrüßungsrede wie die Auslandshilfe der Caritas Oberösterreich entstand. Mit einer groß angelegten Hilfsaktion für die notleidende Bevölkerung in Rumänien begann vor 25 Jahren dieser Einsatz der Mitmenschlichkeit. Damals lösten die Bilder und Medienberichte über die Lage der Menschen nach dem Zusammenbruch des totalitären Regimes in Rumänien eine Welle der Hilfsbereitschaft in Oberösterreich aus. „Diese Hilfsbereitschaft der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher hat bis heute angehalten“, ist Kehrer stolz. Insgesamt konnten seit 1990 Hilfsprojekte mit rund 31,5 Millionen Euro unterstützt werden. Caritas-Direktor Franz Kehrer, MAS: „Wir konnten in den letzten Jahren für viele tausend Menschen eine langfristige Verbesserung ihrer Lebenssituation erreichen. Auch wenn sich immer wieder neue Krisenszenarien und Herausforderungen auftun: Jeder einzelne Mensch, dem geholfen werden kann, ist unseren Einsatz wert!“ Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer wusste in seinem Statement die Arbeit der Caritas zu schätzen: „Ich konnte mich mehrmals selbst vor Ort davon überzeugen, was die Arbeit der Caritas Auslandshilfe bewirkt. Und das ist das Entscheidende. Nicht das, was sie tut, sondern was sie bewirkt. Ihr seid für viele Menschen ein Segen geworden.“ Seit 1996 unterstützt das Land Oberösterreich Hilfsprojekte der Caritas weltweit. Und der Landeshauptmann versprach: „Das Land Oberösterreich wird auch weiterhin ein starker Partner sein, wenn es um die weltweite Unterstützung von Menschen in Notsituationen geht.“

Auch Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz, der sich nach den Worten von Dr. Josef Pühringer unwillkürlich an sein Maturathema im Jahr 1959 erinnerte – ein Caritas-Thema: Wir leben nur, wenn wir lieben und wir leben nur da, wo wir tun –  würdigte den unermüdlichen Einsatz im Zeichen der Solidarität: „Die christliche Soziallehre ist positiv und konstruktiv. Diese Merkmale gelten für die Tätigkeit der Auslandshilfe im besonderen Maße. Es ist der Caritas nie darum gegangen, blind und ohne Konzept Mittel zu verteilen. Es wurde bewusst immer darauf geachtet, was notwendig ist und welche Menschen von den sonstigen Hilfsmaßnahmen wenig erreicht werden.“

Das Engagement der Caritas im Ausland ist grundsätzlich auf „Hilfe zur Selbsthilfe“ und der Förderung von Eigeninitiative ausgerichtet. Man baut in der Arbeit auf die lokalen Caritas-Partnerorganisationen, die vor Ort die Projekte initiieren und durchführen. Sie erhalten von der Caritas OÖ. neben der finanziellen Unterstützung insbesondere fachliche Beratung bei der Planung und Durchführung von nachhaltigen Projekten und beim Aufbau der Hilfsstruktur, um die Hilfe für die Menschen langfristig abzusichern. Was mit vereinten Kräften alles gelingen kann, zeigt das Beispiel der Caritas Alba Iulia in Rumänien, der allerersten Partnerschaft seit Bestehen der Auslandshilfe.

Der Direktor der Caritas Alba Iulia, Dr. Andras Marton, berichtete höchstpersönlich von seiner Arbeit, um den anwesenden BesucherInnen die Situation in seiner Heimat zu verdeutlichen. Von den schwierigen Verhältnissen damals, aber auch von den Herausforderungen heute, da auch nach 25 Jahren vieles noch im Argen liegt.

Zum Abschluss referierte Dr.in Shannon Pfohman, Leiterin der Abteilung für Politik und anwaltschaftliche Arbeit bei der Caritas Europa, über die Herausforderungen für die Caritas in der Zukunft im Bezug auf das Thema Ernährung. Pfohman: „Die Caritas ist das größte und in seiner Art einzigartigste globale Netzwerk, das sich gleichzeitig um soziale Aspekte, Entwicklung, Migration und Notsituationen kümmert. Daher kommt der Caritas auch in der Zukunft eine besondere Schlüsselrolle zu.“